Terminal 3 am Frankfurter Flughafen eröffnet - erste Landung
Erstes Flugzeug abgefertigt - Neues Terminal 3 Frankfurt ist eröffnet
Das neue Passagierterminal 3 am Frankfurter Flughafen ist mit einem Festakt eröffnet worden. Heute ist die erste Maschine aus China gelandet.
Bis zu 19 Millionen Passagiere sollen pro Jahr am neuen Terminal abgefertigt werden, etwas weniger als am viertgrößten deutschen Flughafen in Düsseldorf im vergangenen Jahr.
Um 5:25 Uhr hat heute die erste Maschine das neue Terminal genutzt. Der Flug CZ8021 der China Southern Airlines aus Shenyang wurde auf der Position J3 abgefertigt, teilte Flughafenbetreiber Fraport mit.
Die chinesische Gesellschaft gehört zu den 57 Airlines, die bis zum Sommer in das neue Terminal 3 am größten deutschen Flughafen umziehen sollen. Bislang waren sie im Terminal 2 beheimatet, das geschlossen und saniert werden soll.
24 Flüge am ersten Tag geplant
Insgesamt sind für den ersten Betriebstag am Terminal 3 je zwölf Ankünfte und Abflüge mit rund 6.000 Passagieren geplant.
„Die erste Maschine, die wir am ersten Betriebstag des Terminal 3 abfertigen, ist ein einzigartiger Augenblick, der in die Geschichte des Flughafen Frankfurt eingeht“, sagte Alexander Laukenmann, Geschäftsbereichsleiter Aviation bei Fraport. „Es ist mehr als nur ein bekannter Vorgang an einem neuen Gebäude. Es ist der Höhepunkt einer jahrelangen Planung, der dank des großen Einsatzes und viel Herzblut aller Beteiligten zur Wirklichkeit geworden ist", findet Laukenmann.
Starkes Zeichen
Das Projekt sei ein starkes Zeichen für den Luftverkehr und belege die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, erklärte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) beim Festakt. Die Bundesregierung werde bis zum Sommer ein neues Luftverkehrskonzept vorlegen. Fraport-Chef Stefan Schulte und Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) stimmten auf weiteres Wachstum ein.
Rhein skizzierte den Prozess des Ausbaus seit ersten Ideen im Jahr 1998 und kam zu dem Schluss: "Dieses Terminal zeigt, was in unserem Land möglich ist. Unser Staat ist nicht dysfunktional, hier steht der Gegenbeweis." Davon profitiere nicht nur Hessen, sondern die gesamte Bundesrepublik. "Jeder zusätzliche Flug stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit und stärkt unseren Wohlstand."
Corona-Pandemie hat den Bau verzögert
Der MDax-Konzern Fraport hat rund 4 Milliarden Euro in das Gebäude im Süden des größten deutschen Flughafens investiert. Geplant waren beim Spatenstich vor gut zehn Jahren zwischen 2,5 und 3 Milliarden Euro sowie eine Eröffnung bereits im Jahr 2022. Der Bau hat sich vor allem wegen der Covid-Pandemie verzögert.
Fraport rechnet mit mehr Passagieren
Aktuell hält Fraport trotz des Iran-Kriegs an seiner Passagierprognose für das laufende Jahr fest. Das Terminal komme zum richtigen Zeitpunkt. "Wir gehen weiter davon aus, dass wir unser Jahresziel von 65 bis 66 Millionen Passagieren, rund vier Prozent mehr als 2025, erreichen", sagte Flughafen-Chef Stefan Schulte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Standortfaktor oder Symbol für Größenwahn?
Der Flughafenausbau bleibt in der dicht besiedelten Rhein-Main-Region umstritten. Zur Eröffnung haben Gegner das T3 als "Symbol für Fehlplanung, Umweltzerstörung und Größenwahn" kritisiert. Die Wachstumsfantasien der öffentlich kontrollierten Betreiberin Fraport gingen einher mit der Zerstörung von Umwelt, Klima sowie der Gesundheit und Lebensqualität der Flughafenanwohner, erklärte die Initiative Klima-, Umwelt- und Lärmschutz im Luftverkehr (IKUL).
Flughafenverband spricht von Meilenstein
Der Flughafenverband ADV feiert den Neubau hingegen als Meilenstein für den Standort Deutschland. "Mit dem neuen Terminal 3 gewinnt der Wirtschaftsstandort Deutschland eine hochleistungsfähige Infrastruktur, die langfristig die internationale Anbindung Deutschlands an die internationalen Verkehrsströme sicherstellt", erklärt Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.
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