Vandalismus in Groß-Umstadt - Staatsschutz ermittelt wegen Schmiererei
Unbekannte haben in einem Schulgebäude in Groß-Umstadt (Kreis Darmstadt-Dieburg) Wände, Scheiben und Böden mit verfassungsfeindlichen Symbolen beschmiert. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.
Für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 der Ernst-Reuter-Schule wurde wegen der aufwendigen Reinigungsarbeiten der Präsenz-Unterricht am Montag (1.6.) ausgesetzt, am Dienstag (2.6.) geht der Unterricht wieder normal weiter.
Täter kamen über ein Fenster rein
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei verschafften sich die Täter über ein Fenster Zugang zu dem Gebäude der Ernst-Reuter-Schule. Im Inneren hinterließen sie laut Polizei diverse Symbole und Schriftzüge mit Farbe auf den Flurböden und an den Wänden.
Staatsschutz übernimmt Fall
Da die Schmierereien unter anderem Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen darstellen, ist der polizeiliche Staatsschutz mit dem Fall betraut. Die Beamten haben die Ermittlungen aufgenommen und suchen nach Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben (Telefonnummer: 06151/969-0).
Unterricht am Bildschirm
Um die Schmierereien zu beseitigen und den Schulbetrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, wurde für die Jahrgänge 5 bis 10 kurzfristig Onlineunterricht angeordnet. Acht Mitarbeiter des Landkreises rückten an, um die Farbe schnellstmöglich wieder zu entfernen. Auch der städtische Bauhof bot den Angaben zufolge sofort Hilfe an.
Schaden im fünfstelligen Bereich
Die Reinigungsarbeiten konnten am Montag nach Angaben des Landkreises zügig abgeschlossen werden, sodass der Präsenzunterricht ab Dienstag (2.6.) wieder regulär stattfinden kann. Der Vize-Landrat des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Lutz Köhler, verurteilte den Vandalismus scharf und betonte, dass es sich nicht um einen dummen Jungenstreich, sondern um eine Straftat handele. Der entstandene Sachschaden wird nach ersten Schätzungen auf einen niedrigen fünfstelligen Betrag beziffert.
Bürgermeister: "Unsere Stadt ist bunt, vielfältig und weltoffen"
Auch die Stadt Groß-Umstadt zeigte sich über die Vorfälle entsetzt. Bürgermeister René Kirch erklärt: „Die Bilder, die uns von der Ernst-Reuter-Schule erreicht haben, machen betroffen und fassungslos. Verfassungsfeindliche Symbole und rassistische Botschaften haben in Groß-Umstadt keinen Platz. Unsere Stadt ist bunt, vielfältig und weltoffen. Wir haben in der Vergangenheit von Zuwanderung profitiert und profitieren auch heute von den Menschen, die mit ihren Ideen, ihrer Arbeit und ihrem Engagement unsere Stadtgesellschaft stärken." Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Harms betont: „Schmierereien wie diese zeigen, wie wichtig es ist, dass wir Erwachsenen unserer Vorbildfunktion gerecht werden und uns klar gegen Hass und rechtes Gedankengut positionieren."