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Nachrichten > Top-Meldungen >

Vermittler Pakistan: Abkommen USA-Iran tritt in Kraft

18.06.2026, 11:44 Uhr

Lage im Überblick - Vermittler Pakistan: Abkommen USA-Iran tritt in Kraft

Straße von Hormus
© Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa

Die Öffnung der Straße von Hormus ist Teil des Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran. (Archivbild)

Die USA und der Iran haben ein Rahmenabkommen unterzeichnet. Laut Pakistan öffnet damit nun die Straße von Hormus wieder. Die Kriegsparteien kommen voraussichtlich am Freitag in der Schweiz zusammen.

Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran tritt laut dem Vermittlerstaat Pakistan mit "sofortiger Wirkung" in Kraft. Teheran werde die Straße von Hormus "unverzüglich wieder öffnen", und die USA würden die Seeblockade iranischer Häfen umgehend aufheben, gab der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif in der Nacht zum Donnerstag auf X bekannt. US-Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Massud Peseschkian hatten die Vereinbarung zuvor unterzeichnet.

Der Iran hatte den Verkehr in der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Straße von Hormus kurz nach Kriegsbeginn durch Drohungen und Angriffe auf Schiffe weitgehend zum Erliegen gebracht. Später verhängten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen, um Teheran von Öleinnahmen abzuschneiden. Die weltweiten Energiepreise schossen mit Kriegsbeginn nach oben. 

Shehbaz Sharif
© Jacquelyn Martin/AP POOL/dpa

Pakistans Ministerpräsident Sharif verkündet das Inkrafttreten des Iran-Rahmenabkommens. (Archivbild)

Das Rahmenabkommen besagt nun nach US-Darstellung, dass das US-Finanzministerium sofort nach Unterzeichnung Ausnahmegenehmigungen für den Export iranischen Rohöls erteilt. Die Sanktionen gegen den Iran sollen erst bei einer endgültigen Vereinbarung vollständig aufgehoben werden. Die USA sagen die Freigabe der im Ausland eingefrorenen iranischen Vermögenswerte zu. Die Frage der Umsetzung ist aber ebenfalls Teil der noch anstehenden Verhandlungen. 

Eine endgültige Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran soll innerhalb von 60 Tagen erzielt werden. Der Zeitraum ist, wenn beide Seiten zustimmen, verlängerbar. Ob es am Ende zu einer Lösung auch im Streit um das umstrittene iranische Atomprogramm kommt, ist jedoch keineswegs sicher. 

Trump unterschreibt in Versailles

Trump unterschrieb das Rahmenabkommen im französischen Versailles, wo er von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zum Abschluss des G7-Gipfels am Mittwochabend im Schloss empfangen wurde. Von den Anwesenden gab es Applaus, Macron schüttelt Trump die Hand. "Tolle Arbeit", lobt der französische Staatschef. 

Schweiz: Stand jetzt Treffen am Freitag geplant

Derweil veröffentlichte die iranische Nachrichtenagentur Irna Fotos, die zeigen, wie Präsident Peseschkian ein von ihm und Trump unterzeichnetes Papier in die Kamera hält. Am Donnerstagvormittag unterzeichnete auch der pakistanische Ministerpräsident Sharif als Vermittler das Abkommen, wie er in einem Video auf X teilte.

Ursprünglich war von einer Unterzeichnungszeremonie in der Schweiz am Freitag die Rede gewesen. Vom Schweizer Außenministerium hieß es am Vormittag, Stand heute sei weiterhin ein Treffen von Vertretern der USA, des Irans und der Vermittler Pakistan und Katar für Freitag geplant. Dabei soll es den neuen Angaben nach um erste Verhandlungen zur Umsetzung des Rahmenabkommens gehen, das die Seiten bereits unterzeichnet haben, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. 

Die Situation sei aber höchst dynamisch. Die Pläne könnten sich auch jederzeit ändern, fügte er hinzu. Stand jetzt war das Treffen im Bürgenstock Resort bei Luzern geplant, das in katarischen Händen ist.

Was die Einigung sonst noch vorsieht

Nach wochenlangen Verhandlungen hatten sich die USA und der Iran am Sonntag auf die Rahmenvereinbarung verständigt. 

In dem insgesamt 14 Punkte umfassenden Abkommen einigten sich beide Seiten auch auf ein "sofortiges und dauerhaftes Ende des Kriegs an allen Fronten, auch im Libanon", wie ein hochrangiger US-Regierungsbeamter mitteilte. Doch es bleiben Fragen: Werden sich Israel und die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon daran halten? Was geschieht, wenn die Kämpfe zwischen beiden Konfliktparteien weitergehen? Ein auch vom Iran geforderter Abzug israelischer Truppen aus dem Libanon steht jedenfalls nicht im Text des Abkommens.

Zündstoff stellt auch eine mögliche iranische Maut für den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus dar. Für die Dauer der 60-tägigen vertieften Verhandlungen soll es zwar keine Gebührenerhebung geben. Wie es danach weitergeht, soll der Iran laut Rahmenabkommen erst mit dem Oman aushandeln. Die USA hatten eine Maut in der Straße von Hormus wiederholt als inakzeptabel bezeichnet.

Auch bezüglich des umstrittenen iranischen Atomprogramms sind nach wie vor zentrale Fragen offen, die im Rahmen der vertieften Verhandlungen geklärt werden sollen. Als Mindestmaßnahme festgehalten ist laut einem US-Beamten in dem Rahmenabkommen aber bereits, dass das hochangereicherte Uran vor Ort und unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) verdünnt werden soll. 

Trumps Stabschefin: Nächsten 60 Tage herausfordernd

Die Stabschefin im Weißen Haus, Susie Wiles, räumte auf der Plattform X ein, dass die "nächsten 60 Tage Herausforderungen mit sich bringen werden". Trump hatte dem Iran noch am Mittwoch erneut gedroht. "Wenn sie sich nicht benehmen, werden wir direkt wieder damit beginnen, Bomben mitten auf ihre Köpfe zu werfen", sagte er am Rande des G7-Gipfels am Genfersee. Ähnliche Drohungen hatte er bereits in den vergangenen Wochen geäußert. 

Ex-US-Diplomat nennt Iran-Deal "strategisches Fiasko"

Ein ranghoher ehemaliger Mitarbeiter des US-Außenministeriums bezeichnete das Rahmenabkommen als "strategisches Fiasko von epischen Ausmaßen". Die Vereinbarung mit dem Iran bedeute "den Bruch mit einer nahezu fünfzigjährigen, von beiden Parteien getragenen US-Politik gegenüber dem Iran", sagte Joel Rubin dem israelischen TV-Sender i24news. Rubin diente unter dem demokratischen Ex-Präsidenten Barack Obama. 

Iran-Krieg - Israel
© Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa

Israels Ministerpräsident Netanjahu hatte bei Trump für eine härtere Linie gegenüber Teheran geworben. (Archivbild)

Rubin warnte vor einem Szenario, in dem Teheran nun "Hunderte Milliarden Dollar ohne jegliche Einschränkungen übergeben werden" könnten. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte in der Vergangenheit bei Trump für eine härtere Linie gegenüber Teheran geworben. Er ermutigte ihn 2018 zu der höchst umstrittenen Entscheidung, aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen. Im Rückblick wird dieser Schritt auch von israelischen Sicherheitsexperten als strategischer Fehler eingestuft.

Ende Februar griffen USA und Israel an

Am 28. Februar hatten die USA und Israel den Krieg gegen den Iran begonnen. Der Iran reagierte mit Angriffen auf Israel und auf Golfstaaten mit US-Militärstützpunkten. Seit Anfang April gilt eine Waffenruhe. Kriegsziel der USA war es, den Iran davon abzuhalten, Atombomben zu entwickeln.

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