Zahl der Bewerbungen steigt - Mehr junge Menschen wollen zur Bundeswehr
Gut fünf Monate nach dem Start des neuen Wehrdienstes zieht das Verteidigungsministerium eine positive Zwischenbilanz. Die Zahl der Bewerbungen für die Bundeswehr ist deutlich gestiegen.
Nach Angaben des Ministeriums wurden im Jahr 2026 bislang rund 38.500 Bewerbungen für alle Laufbahnen registriert. Das sind 24 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch bei den Einstellungen zeigt sich ein Plus: Rund 11.000 Menschen wurden bislang eingestellt, das entspricht einem Anstieg von 13 Prozent.
Neuer Wehrdienst seit Januar in Kraft
Das Gesetz für den neuen Wehrdienst ist am 1. Januar 2026 in Kraft getreten. Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und auf veränderte Nato-Vorgaben. Ziel ist es, die aktive Truppe von zuletzt mehr als 180.000 Soldatinnen und Soldaten auf 260.000 auszubauen. Zusätzlich sollen 200.000 Männer und Frauen für die Reserve zur Verfügung stehen.
Dafür wurden unter anderem der Sold erhöht und neue Dienstzeitmodelle eingeführt.
Hunderttausende junge Menschen angeschrieben
Rund fünf Monate nach dem Beginn des Versands von Fragebögen an junge Menschen, die bald 18 Jahre alt werden, zieht das Ministerium eine erste Bilanz. Bis zum Stichtag 18. Juni 2026 wurden demnach rund 298.200 Anschreiben verschickt. Davon gingen etwa 153.200 an männliche Jugendliche und rund 145.000 an Personen anderen Geschlechts.
In den Schreiben werden die jungen Menschen nach ihrer Bereitschaft gefragt, Wehrdienst zu leisten.
Hohe Rücklaufquote bei jungen Männern
Bei den jungen Männern lag die Rücklaufquote laut Ministerium bei rund 96 Prozent. Für die übrigen vier Prozent wird nun geprüft, ob ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet wird. Bei Personen anderen Geschlechts, die den Fragebogen freiwillig beantworten können, lag die Rücklaufquote bei etwa vier Prozent.
Mehr als jeder fünfte Mann zeigt Interesse
Nach Angaben des Ministeriums hat bei den Männern mehr als jeder Fünfte Interesse an einem Dienst bei der Bundeswehr signalisiert. Für diese Gruppe wurden bereits rund 1.500 Musterungen und Auswahlverfahren durchgeführt. Mehr als 530 Interessierte seien zudem bereits fest für einen Wehrdienst im Jahr 2026 eingeplant.
Dienst bleibt grundsätzlich freiwillig
Junge Männer müssen den Fragebogen verpflichtend ausfüllen, weil nach dem Grundgesetz eine Wehrpflicht nur für Männer möglich ist. Für junge Frauen bleibt die Teilnahme freiwillig. Der eigentliche Wehrdienst soll nach dem Willen der Bundesregierung und der Mehrheit des Bundestags aber weiterhin freiwillig bleiben - nun allerdings mit zusätzlichen Anreizen.
Der betroffene Jahrgang 2008 umfasst knapp 700.000 junge Männer und Frauen.