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VW-Aufsichtsrat ohne Klarheit zu Sparplänen

Sparpläne bei Volkswagen - VW-Aufsichtsrat bringt keine Klarheit

Volkswagen
© Julian Stratenschulte/dpa

Im Vorstandhochhaus in Wolfsburg traf sich am Donnerstag der Aufsichtsrat. (Archivbild)

VW schweigt zu Stellenabbau und Werksschließungen. Nach der Aufsichtsratssitzung gibt es weiter keine Klarheit. Der Betriebsrat stellt dem Konzernchef jetzt ein Ultimatum.

VW macht nach der Sitzung seines Aufsichtsrates zu möglichen Einsparungen weiter keine Angaben zu möglichen Werksschließungen und Stellenabbau. Der Konzernvorstand habe dem Aufsichtsrat in seiner heutigen Sitzung ein umfangreiches Maßnahmenpaket mit 12 Initiativen und das Zielbild 2030 vorgestellt, teilte der Konzern nach der Sitzung mit. Das Gremium war um 16 Uhr zusammengekommen, um über mögliche Sparpläne des Konzernvorstandes zu beraten. 

"Mit unserem Zukunftsplan gehen wir aus eigener Kraft in die nächste Phase der Transformation", wird Konzernvorstand Oliver Blume in der Mitteilung zitiert. So solle die Modellpalette schrittweise um bis zu 50 Prozent gestrafft werden und die Anzahl möglicher Ausstattungsoptionen um bis zu 75 Prozent sinken. Angaben zu einem möglichen Stellenabbau und Werksschließungen, über die Medien zuvor berichtet hatten, machte er nicht. 

"Wie zu erwarten, wurden keine Beschlüsse beim VW-Aufsichtsrat getroffen, sondern nur allgemeine Ziele - die eigentlich zum großen Teil schon bekannt waren - kommuniziert", kommentierte der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. "Kein Wort zu Werken, kein Wort zur Beschäftigung." 

Betriebsratschefin: "Es reicht!" 

Betriebsratschefin Daniela Cavallo zeigte sich nach der Sitzung erbost. Sie forderte Blume auf, im Laufe des morgigen Freitags der Belegschaft gegenüber Stellung zu beziehen und sich unmissverständlich zu den Gerüchten über die angeblichen Vorstandspläne zu äußern. 

"Es reicht! Das Fass ist zum Überlaufen gekommen", sagte Cavallo laut Betriebsratszeitung. "Der Umgang des Vorstands mit der Belegschaft ist an Respektlosigkeit nicht mehr zu überbieten. Oliver Blume steht jetzt in der Pflicht, diesen massiven Schaden wenigstens noch zu begrenzen." 

Ministerpräsident Lies gegen Werksschließungen

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, der dem VW-Aufsichtsrat angehört, sprach von einer "sehr intensiven" Sitzung. Der Vorstand habe "ein wirklich breites Paket vorgelegt", sagte der SPD-Politiker. Daran müsse nun weiter gearbeitet werden. "Da liegt noch eine harte und intensive Zeit vor uns."

Allerdings räumt er ein: "Tatsächlich ist die Frage, wann Entscheidungen getroffen werden, noch unklar." Zugleich bekräfigte Lies: "Das Schließen von Werken ist kein Zukunftskonzept." Und: "Wir brauchen eine Zukunftsperspektive für unsere Standorte." 

"Werden auch Überkapazitäten abbauen müssen" 

Konzernchef Oliver Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem neuen "Zielbild 2030" für den Konzern zu arbeiten und dabei auch den Sparkurs deutlich verschärfen zu wollen. Laut "Manager Magazin" könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. 

Der Konzern selbst hat sich bisher nicht zu den Details geäußert. "Die genauen Inhalte des Zukunftsplans und die damit verbundenen notwendigen Maßnahmen werden heute zwischen Aufsichtsrat und Vorstand der Volkswagen AG erörtert", hatte ein Sprecher vor der Sitzung gesagt. Dabei gehe es unter anderem darum, Komplexität zu reduzieren, Beteiligung zu straffen, Entwicklung und Produktion regionaler auszurichten: "Und ja, wir werden auch Überkapazitäten abbauen müssen." 

Proteste der IG Metall 

Die Beratung wurde begleitet von lautem Protest der Gewerkschaft. An mehr als einem Dutzend Standorten gab es Proteste gegen die Sparpläne. In Wolfsburg kamen rund 500 Personen zu einer Kundgebung direkt am Vorstandshochhaus, in dem sich der Aufsichtsrat traf. 

In Emden zählte die IG Metall sogar 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Weitere Aktionen gab es in Neckarsulm, Braunschweig, Stuttgart, Hannover, Baunatal, Chemnitz, Dresden, Zwickau, Leipzig, München, Nürnberg, Salzgitter und Osnabrück.

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