Menschheit lebt ab Donnerstag über ihre Verhältnisse
Morgen ist Erdüberlastungstag - Deutschland lebt dann auf Kosten der Erde
Am Donnerstag haben die Menschen die natürlichen Ressourcen verbraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann. Der sogenannte Erdüberlastungstag zeigt, dass wir mehr verbrauchen, als unser Planet nachhaltig bereitstellen kann.
Mehr als 1,7 Erden wären nötig, um den Bedarf der Menschen zu decken. Deutschlands Verbrauch fällt stark ins Gewicht.
Konsum mit Folgen
Ab Juli lebt die Menschheit auf Kosten der Öko-Bilanz. Das bedeutet, dass mehr Land, Fischgründe und Wälder genutzt werden, als nachhaltig verfügbar sind. Zudem wird mehr CO₂ ausgestoßen, als die Natur aufnehmen kann. Bereits in diesem Jahr bräuchten wir 1,73 Erden, um unseren Bedarf zu decken. Die Folgen sind unter anderem Entwaldung und ein Verlust der Artenvielfalt.
Kein Grund zur Entwarnung
Der Erdüberlastungstag ist im Vergleich zum Vorjahr um sechs Tage nach hinten gerückt, liegt aber immer noch in einem kritischen Bereich. Der Anstieg ist nicht auf nachhaltigeres Verhalten zurückzuführen, sondern auf aktualisierte Daten. Björn Schulz vom WWF Deutschland warnt davor, sich zurückzulehnen, da die ökologische Lücke weiter wächst.
Forderungen an die Bundesregierung
Deutschland belastet die Erde mehr als viele andere Länder. Wäre der weltweite Konsum wie in Deutschland, läge der Erdüberlastungstag schon am 10. Mai. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert daher einen schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien. Olaf Brandt vom BUND betont, dass unser Wirtschaftssystem die Lebensgrundlagen zerstört.
Schritte zu einem nachhaltigeren Leben
Das Global Footprint Network hat Maßnahmen analysiert, die den Erdüberlastungstag nach hinten verschieben könnten. Der Schlüssel liegt bei den CO₂-Emissionen. Ein höherer CO₂-Preis könnte den Tag um 63 Tage hinauszögern. Auch der Umstieg auf CO₂-arme Energiequellen, weniger Autofahrten und eine Reduzierung des Fleischkonsums können dem Trend entgegenwirken.