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> Tornado in Hessen: Mehrere Häuser in Solms unbewohnbar
20.08.2026, 15:09 Uhr
Tornado von DWD bestätigt -
Mehrere Häuser in Solms unbewohnbar
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Es war ein Bild des Grauens! Häuser ohne Dach, zum Teil einsturzgefährdet. Jetzt, bei Tageslicht, zeigt sich so richtig, wie massiv die Windhose hier in Solms-Oberndorf gewütet hat. Schwere Gegenstände sind 50 Meter durch die Luft geflogen. Ein Augenzeugen-Video zeigt den heftigen Sturm. Die Ortsdurchfahrt glich einem Schlachtfeld. Ziegel sind förmlich von den Dächern geschossen, auf der Straße aufgeschlagen.
Holzlatten lagen überall herum, Mülltonnen hat es umgeworfen. Mehrere Häuser sind mitten in der Nacht evakuiert worden wegen Einsturzgefahr. Die Anwohner kamen zunächst bei Freunden und Familie unter. Der Schock sitzt immer noch tief. Innerhalb von Minuten ist die Sache eskaliert. Es war nicht wie ein gewöhnliches Gewitter, sondern es war permanenter Donner draußen.
Obwohl die Schäden teils massiv sind, wie durch ein Wunder wurde hier niemand verletzt. Bei aller Tragik, die sich hier abgespielt hat, das steht über allem. Ich bin heilfroh, dass sich voraussichtlich niemand verletzt hat. Auf den ersten Blick wirkt der Ort schon weitgehend aufgeräumt. Aber der Eindruck täuscht: In den Häusern ist noch viel zu tun.
Toll ist hier auf jeden Fall der Zusammenhalt. Ich habe gesehen, wie Anwohner sich gegenseitig unterstützen, mit anpacken oder auch einfach trösten.
Ein Tornado hebt im Lahn-Dill-Kreis ganze Dachstühle von den Häusern - und in Wiesbaden rückt die Feuerwehr zu rund 30 Einsatzstellen aus. Das Unwetter vom Mittwochabend hat eine Spur der Verwüstung durch Hessen gezogen.
Stefan Schäffl steht an seinem Haus in Solms (Lahn-Dill-Kreis) und kann es nicht fassen. "Ich weiß gar nicht, wo ich mit dem Aufräumen anfangen soll", sagt der 63-Jährige. Tränen verschleiern seinen Blick auf sein von einem Tornado verwüstetes Grundstück. Seine Autos sind kaputt, das Gewächshaus ist weggeflogen, sein Haus ist beschädigt, auf dem Gehweg liegt das Dach des Nachbarhauses.
"Alles hat sich gedreht, das Zeug flog hoch", beschreibt er den heftigen Sturm. "Ich habe mich am Geländer festgehalten, um nicht wegzufliegen."
Mehrere Häuser unbewohnbar
Wie stark der am Mittwochabend im Großraum Wetzlar aufgetretene Tornado war, wird vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach noch analysiert. Fest steht: Er hat am Mittwochabend etliche Häuser mit voller Wucht getroffen. Viele Menschen können erst einmal nicht in ihr Zuhause zurück. Verletzt wurde ersten Erkenntnissen zufolge niemand. Die Höhe des Schadens sei noch nicht bezifferbar, so die Bürgermeisterin Katharina Didlapp. "Aber er ist immens."
Hörte sich an wie ein Flugzeug
Am Morgen nach dem Tornado ist das betroffene Gebiet im Ortskern des Solmser Ortsteils Oberndorf noch gesperrt. "Das hier müsste mein Dach sein", sagt der betroffene Hauseigentümer Zafer Baglan und zeigt auf einen Haufen Schutt, der etwa 20 Meter von seinem Haus entfernt mitten in einem Garten liegt. Er habe sich am Vorabend zunächst über die seltsamen, minutenlangen Geräusche gewundert, erinnert er sich. "Das hörte sich an wie von einem Flugzeug."
Zukunft ungewiss
Dann kam der Tornado. Das Dach flog weg, die fünfköpfige Familie und ihr Besuch rannten auf die Straße - und schnell wieder zurück ins Haus, um sich vor den herumfliegenden Teilen in Sicherheit zu bringen. "Wir waren alle schockiert", so Baglan. Ein Teil seines Dachs sei auf die Hauptstraße gefallen, auf der zu dieser Zeit glücklicherweise kein Auto gefahren sei. Die Nacht verbrachte er bei seinem Bruder. Wo er und seine Familie schlafen werden, bis sein Haus wieder bewohnbar ist, weiß er bisher nicht.
"Insgesamt sind etwa 12 bis 15 Familien betroffen, deren Häuser schwerbeschädigt wurden", erklärt die Bürgermeisterin. Für die erste Nacht seien alle zunächst bei Bekannten oder Verwandten untergekommen. Wie es weitergehe, wisse sie bis jetzt nicht: "Es kann sein, dass wir Notunterkünfte zur Verfügung stellen müssen."
Heftiger Sturm auch in Wetzlar
Auch im Wetzlarer Stadtteil Münchholzhausen wurden nach Angaben der Feuerwehr durch das Unwetter etwa 60 Häuser beschädigt. Einige Dachteile flogen bis zu 100 Meter weit. Die Schäden reichten von einzelnen fehlenden Dachziegeln bis zu vollständig abgedeckten Dächern.
Baum reißt Gastank auf - Evakuierung in Laubach
Gefährliche Lage auch in Laubach im Landkreis Gießen: Ein umstürzender Baum hat einen Gastank an einem Wohnhaus beschädigt, Gas trat aus. Zwar bestand laut Polizei keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung - trotzdem wurde der Bereich im Umkreis von 200 Metern geräumt.
Anwohner kommen vorübergehend im Gemeinschaftshaus unter
Die Anwohnerinnen und Anwohner wurden in ein Gemeinschaftshaus gebracht, während der Tank abgepumpt wird. Über die Warnapp NINA wurden die Menschen in der Umgebung informiert. Wer im betroffenen Bereich wohnt, soll das Gebiet meiden und weder brennende Zigaretten noch Streichhölzer wegwerfen.
Zweiter Tornado in Deutschland
Der Tornado in Mittelhessen war nicht der Einzige in Deutschland: Im brandenburgischen Fürstenwalde/Spree richtete ein Wirbelsturm ebenfalls Schäden an.
Solms Bürgermeisterin ist dankbar für die Hilfe
Katharina Didlapp sagt, einige Häuser sind wahrscheinlich unbewohnbar.
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Viele Anwohner waren unterwegs und haben auch manchmal einfach nur getröstet, was zu trinken zur Verfügung gestellt, eine Unterkunft für die Nacht angeboten, weil wir natürlich auch etliche Familien hatten, die jetzt nicht mehr zurück können in ihre Häuser, vorläufig nicht zurück können in ihre Häuser oder wo man prüfen muss, ob man überhaupt noch jemals wieder zurück kann in das Haus, weil das Haus so schwer beschädigt ist.
Solms Bürgermeisterin beschreibt die Lage
Katharina Didlapp sagt, es sei Glück gewesen, dass niemand verletzt wurde.
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Es bot sich wirklich ein absolut chaotisches Bild. Zunächst Ziegel lagen auf den Straßen, ganze Teile von Dächern lagen auf den Straßen. Direkt betroffene Anwohner sind im Haus gewesen, oben in dem Stockwerk, was dann nachher das Dach verloren hat. Also es war wirklich ein ganz, ganz großes Glück, dass niemand verletzt worden ist, es keine Personenschäden gegeben hat. Das ist ein ganz, ganz großes Glück.
Solms Bürgermeisterin ist dankbar
Katharina Didlapp sagt, die Solidarität der Menschen zu sehen, sei toll gewesen.
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Für diese Hilfe möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Es war wirklich in dieser ganzen Katastrophe, und ich kann es gar nicht anders benennen, auch schön zu sehen, wie solidarisch die Menschen miteinander umgegangen sind, wie helfende Hände unterwegs waren, wie man manchmal einfach nur Getränke zur Verfügung gestellt hat. Aber auch das hat schon geholfen. Dafür möchte ich mich bei allen, die vor Ort waren, allen Einsatzkräften, allen weiteren Beteiligten ganz, ganz herzlich bedanken.
Vier Verletzte bei Unfall auf der A485
Auf der Autobahn 485 kam es infolge des Unwetters zu einem Unfall, bei dem vier Menschen leicht verletzt wurden. Wegen umgestürzter Bäume waren auch am Morgen noch die B457 und die L3132 zwischen Pohlheim und Gießen gesperrt.
Feuerwehr Wiesbaden im Dauereinsatz
In Wiesbaden hat das Unwetter die Feuerwehr ebenfalls auf Trab gehalten. Ein Schwerpunkt lag in der Rheingaustraße in Wiesbaden-Schierstein: Bäume drohten auf Straßen, Gehwege und Gebäude zu stürzen - die Einsatzkräfte rückten mehrfach mit Kettensägen an.
Auch Mainz und Landkreis Mainz-Bingen betroffen
Auf der gegenüberliegenden Rheinseite traf das Unwetter Mainz und den Landkreis Mainz-Bingen. In der Kreuzschanze in der Mainzer Oberstadt stürzte ein Baum auf zwei geparkte Pkw.
© FFH-Hörerin Melanie aus Maintal
Diese Gewitterfront zog über Hessen hinweg. FFH-Hörer haben eindrucksvolle Bilder gemacht.
© FFH-Hörerin Jele aus Beselich
© FFH
So sah es in Mühlheim aus.
© FFH-Hörer Jörg Schmidt
So sah es zwischen Nieder-Wöllstadt und Karben aus.
© dpa
So wurde ein Haus in Wetzlar beschädigt.
Frau stirbt - Baum trifft Spaziergängerinnen in Remagen
Tödlich endete das Unwetter im rheinland-pfälzischen Remagen. Zwei Spaziergängerinnen suchten bei einer überdachten Sitzgruppe an einem Wirtschaftsweg Schutz vor dem Sturm - ein Baum dahinter wurde entwurzelt und stürzte auf die Gruppe.
58-Jährige erliegt ihren Verletzungen
Eine 47-jährige Frau wurde schwer verletzt, ihre 58-jährige Begleiterin erlag ihren Verletzungen noch vor Ort.
Westerwaldkreis: Gebäudeschäden und Stromausfälle
Im Westerwaldkreis zog das Unwetter ebenfalls eine Spur der Zerstörung: Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt, teils fiel der Strom aus. Die Polizei warnte vor herabfallenden Teilen und rief dazu auf, den Aufenthalt im Freien zu meiden sowie mindestens 20 Meter Abstand zu Hochspannungsleitungen einzuhalten. Autofahrer wurden aufgefordert, den betroffenen Bereich weiträumig zu umfahren.
Rund 20 Einsätze in Thüringen
Auch Thüringen blieb nicht verschont. Rund 20 Unwettereinsätze liefen laut Polizeilagemeldung, vor allem im Süden des Bundeslandes. Bäume stürzten auf Straßen und geparkte Autos - Verletzte gab es nach bisherigen Informationen keine.
Bäume treffen Autos und Wohnwagen in Unterfranken
In Bayern traf das Unwetter vor allem Unterfranken: 13 Einsätze liefen am Mittwochabend, Bäume stürzten auf Straßen und Fahrzeuge, ein parkender Wohnwagen wurde getroffen. Auch hier kamen keine Menschen zu Schaden. Wer unterwegs war oder draußen Schutz gesucht hat, hatte Glück - gegen Mitternacht beruhigte sich die Lage zunächst. Wer bei einem Unwetter draußen überrascht wird, sollte laut Experten geschlossene Gebäude aufsuchen und Schutz unter Bäumen unbedingt vermeiden.
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© FFH-Hörer Philipp aus Solms