Ausbildungs-Start ohne Effekt - Arbeitslosigkeit sinkt nur leicht
In Hessen haben im September wieder deutlich weniger Menschen einen Job gesucht als im August - trotzdem sind es immer noch mehr als vor einem Jahr.
Vor allem in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden bleibt die Lage angespannt.
Arbeitslosigkeit geht zum Herbst spürbar zurück
Im September waren in Hessen 210.403 Menschen ohne Job - das sind 4.439 weniger als im August, ein Rückgang von 2,1 Prozent. Zum Vorjahresmonat bedeutet das trotzdem noch ein Plus von 3.913 Personen beziehungsweise 1,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank im Monatsvergleich von 6,0 auf 5,9 Prozent, liegt aber weiterhin über dem Vorjahreswert von 5,8 Prozent.
Von den Betroffenen sind 113.669 Männer (54,0 Prozent) und 96.734 Frauen (46,0 Prozent). Besonders auffällig: Bei den Männern legte die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich mit 2,3 Prozent stärker zu als bei den Frauen mit 1,4 Prozent.
Ältere und Langzeitarbeitslose besonders betroffen
Menschen ab 50 Jahren machen mit 68.741 Personen rund ein Drittel aller Arbeitslosen in Hessen aus - ihre Zahl stieg gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent. Noch deutlicher fällt der Anstieg bei den über 55-Jährigen aus: Hier wurden 50.179 Arbeitslose gezählt, ein Plus von 6,3 Prozent zum Vorjahresmonat.
Auch die Langzeitarbeitslosigkeit bleibt ein Thema: 76.214 Menschen sind bereits länger als ein Jahr ohne Beschäftigung, das entspricht mehr als einem Drittel aller Arbeitslosen im Land und einem Anstieg von 2,5 Prozent zum Vorjahr. Bei jungen Menschen unter 25 Jahren zeigt sich dagegen ein gemischtes Bild: Ihre Zahl stieg zwar um 2,9 Prozent auf 23.386, bei den ganz jungen Arbeitslosen zwischen 15 und 20 Jahren sank sie hingegen um 5,5 Prozent.
Weniger arbeitslose Ausländer, aber mehr offene Stellen
Bei ausländischen Staatsangehörigen zeigt sich eine gegenläufige Entwicklung zum Gesamttrend: Ihre Zahl sank im Jahresvergleich um 2,5 Prozent auf 93.008 - sie stellen aber weiterhin 44,2 Prozent aller Arbeitslosen in Hessen, bei einer Arbeitslosenquote von 12,7 Prozent.
Positive Signale kommen vom Stellenmarkt: Im September wurden den hessischen Arbeitsagenturen 9.897 neue offene Stellen gemeldet, 15,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Insgesamt standen zuletzt 43.676 Stellen offen, davon 42.005 sofort zu besetzen.
Frankfurt und Offenbach mit höchsten Quoten
Regional zeigen sich in Hessen große Unterschiede. Die höchste Arbeitslosenquote unter den Agenturbezirken verzeichnet Offenbach mit 7,2 Prozent, gefolgt von Frankfurt mit 7,1 Prozent und Wiesbaden mit 6,9 Prozent. Auf Ebene der Städte liegt Hanau mit einer Quote von 10,1 Prozent an der Spitze, dicht gefolgt von der Stadt Offenbach mit 9,5 Prozent und Kassel mit 8,4 Prozent.
Am anderen Ende der Skala stehen ländlichere Regionen: Bad Hersfeld-Fulda kommt auf eine Quote von nur 4,2 Prozent, Marburg und Korbach liegen bei jeweils 4,5 Prozent. Besonders niedrig ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Fulda mit 3,9 Prozent und im Vogelsbergkreis mit 4,3 Prozent.
Was die Zahlen für den Herbst bedeuten
Der Rückgang zum Vormonat ist typisch für die Jahreszeit: Nach den Sommerferien nehmen viele Betriebe wieder Fachkräfte auf, auch Ausbildungs- und Studienabsolventen kommen zunehmend in Beschäftigung. Wer selbst auf Jobsuche ist, findet Unterstützung, aktuelle Stellenangebote und Beratungstermine bei der zuständigen Agentur für Arbeit oder dem örtlichen Jobcenter.