Automatisch erstellte Abschrift des Audios:
Wenn man zu einem Gast nicht viel mehr als den Namen sagen muss, dann ist das schon was Besonderes. Herbert Grönemeyer, Flugzeuge im Bauch, Männer, Bochum, Mensch, Der Weg. Wir haben durch seine Musik Anteil an seinem Leben genommen und er hat durch seine Musik unser Leben bereichert. Das ist Los ist das neue Album von ihm, über das wir gesprochen haben, aber nicht nur. Beindruckend fand ich seine Sicht auf Deutschland, die unglaublich anerkennend ist, auch was die Willkommenskultur hier betrifft. Die Menschen kommen, weil sie das Gefühl haben, sie werden hier beschützt, behütet und können hier sich eine Existenz aufbauen. Und das ist auch ein Zeichen, wie die Menschen auf sie zugehen und wie die Menschen mit ihnen umgehen. Das ist schon generell, finde ich, eine große Qualität der deutschen Gesellschaft, was sie den Menschen entgegenbringen, mit welcher humanistischen Haltung die Menschen aufnehmen und beschützen. Also das unterschätzen wir immer. Wir pöbeln dann immer gleich rum und lästern. Das ist einfach nicht wahr. Wir sollten wirklich sehr zufrieden sein mit dem, aufgrund unserer Geschichte, warum Menschen zu uns kommen und wie dankbar die sind, da zu sein und eben auch diese Obhut oder diesen Unterstand wertschätzen. Warum ist er so ein großer Fan der jungen Generation? Weshalb ist Liebe der Motor für alles und warum wäre er gerne Gebrauchtwagenhändler geworden? Wir sprechen darüber. Herzlich Willkommen, Herbert Grönemeyer. Danke sehr, hallo. Herbert, dein neues Album, es trifft ins Herz, in mein Herz hat es getroffen. Oh, das ist so lieb. Danke sehr, danke sehr. Ja, es ist so, ich weiß nicht, ob es jetzt, manchmal ist es ja so, dass es so vielleicht was mit einem persönlich zu tun hat, aber das ist los, es passt so gut in die Zeit, finde ich, im Moment. Naja, es ist für mich natürlich die Frage, was schreibt man in so einer Zeit? Also ich habe mich natürlich jetzt, weiß nicht, ich mache ja immer dann Platten, wenn ich wieder Hunger habe und dann frage ich nach, wie geht es dir eigentlich oder wo überdenkst du? Was willst du nach oder was willst du jetzt machen? Und arbeite dann relativ chaotisch drauf los, aber ich weiß am Schluss ungefähr, was für einen Geschmack soll das Album haben. Und der Versuch war halt, in diesen doch sehr kruden und komplexen Zeiten eine Zuversicht zu kreieren, dass trotz aller dieser Dinge, die uns Sorgen machen und Gedanken machen, dennoch die Möglichkeit besteht, dass wir uns auf unsere Gemeinschaft und auch auf unsere Klugheit verlassen, dass wir auch irgendwie mit diesem Thema klarkommen und auch da rauskommen. Hoffnung ist gerade schwer zu finden. Das ist ja einer im Grunde von dem Song Hand, fast einer der ersten Sätze des Albums und genau darum geht es. Und ja, es gibt Menschen, die werden im Alter immer so pessimistischer, eindimensionaler, aber ich habe das Gefühl, bei dir scheint es anders zu sein, trotz der schweren Zeiten. Naja, ich denke, ich bin grundsätzlich sicherlich auch aufgrund meiner, sicherlich durch mein Schicksal auch geprägt oder was auch immer. Ja. Nicht nur, ich renne jetzt nicht nur flötend durch die Gegend, aber ich glaube, im Alter sollte man sich zumindest versuchen, die Lust und den Spaß und den Irrsinn zu wahren, als jetzt nur, also es gibt immer diese berühmte, man wird weiser und gelassener. Das klingt aber so, sei jetzt still und setz dich da hinten auf den Stuhl und lies eine Zeitung und halt die Klammer. Und ich finde genau das Gegenteil. Ich finde, man hat Erfahrung, man ist nicht viel klüger geworden in den 66 Jahren, die man jetzt lebt, aber man hat zumindest das Präzision. Man hat das Privileg, man kann auch noch wilder werden und sich das Leben so bauen, dass es eben, ja, dass es auch nach Zukunft riecht. Es ist ja aber alles drin, ne? Also was du eben ansprichst, es ist ja dann auch so ein Lied wie Tau, also dieses Melancholische, was du ja auch, was ja ein Teil von dir ist und den kannst du ja auch nicht verstecken. Ne, ich denke, Tau ist exakt, das beschreibt, glaube ich, meine Gemütslage ganz gut. Ich bin ja nicht, ich bin ja kein Kasperl oder so, sondern natürlich geht es schon. Es geht schon auch darum, dass selbst beim Anblick oder wenn man erlebt, wie schön das Leben sein kann und welche schönen Momente es hat, schwingt natürlich, das kennen wir, glaube ich, alle manchmal auch so eine gewisse Melancholie mit, weil man entweder möchte man den Moment festhalten oder traut sich gar, traut dem Ganzen auch nicht so richtig. Also diese Mischung, also zu einer wirklichen Freude gehört, denke ich, auch eine Prise Melancholie. Das geht beides, gehört, glaube ich, auch zusammen. Wenn du, es ist wahrscheinlich schwer, das zu sagen, aber bei dem Album, was ist los? Würdest du jetzt im Ganzen sagen, dass eher die Hoffnung überwiegt oder dann doch auch diese melancholische Seite, wo du dann sehr ins Grübeln und Hadern kommst? Nein, eindeutig, eindeutig die Zuversicht, also eindeutig die Hoffnung. Und dafür ist für mich auch Musik da, dafür ist auch Kunst da generell. Man ist dafür da, man hat das Glück, dass man das machen kann. Und dann ist man auch dafür da, finde ich, dass man so ein Licht beschreibt oder so ein Hoffnungsschimmer oder so ein, so ein Aufbruch, also das ist für mich schon ein Teil auch von Kunst. Also egal, ob es Gemälde sind oder Kino oder Theater oder was auch immer, Ballett oder eben auch Musik. Es geht schon auch darum, auch das Stützen in der Trauer, auch das Stützen in den schweren Momenten, aber gleichzeitig durch diesen Schutz auch wieder eine Kraft entsteht. Also ich denke, dass Kunst dafür da ist, dass es wirklich diese, nach vorne weist und dass es einen Aufbruch hat und eine Lebensenergie und auch eine Lebenslust. Dafür denke ich, ist schon Musik auch da. Und so die Bedeutung hat sie für mich selber. Wenn ich Musik höre, dann will ich Musik hören, die mich antreibt, die mir Mut macht, die mich aufmuntert, die mich auch stützt in komplexen Zeiten, die auch Anteil nimmt. Aber generell ist für mich die Schönheit von Musik das, dass es Kraft vermittelt. Und so glaube ich, nehmen wir alle Musik wahr und so versuche ich dann auch die Platten zu machen. Und das meinte ich ja auch mit dieser Zeit und all das. Wir dürfen ja nicht vergessen, wo wir herkommen. Also da war Corona. Also wir mussten ja ganz lange auf das alles verzichten. Du durftest nicht auf die Bühne. Also ich meine, du hast dich mal beschrieben als das Rennpferd will raus auf die Bühne und war jetzt eingeschlossen. Also ich kann es mir halt auch wahnsinnig toll vorstellen, das live zu hören. Ich glaube, du wirst viele Menschen damit mitreißen können. Das liebt, das liebt zu sagen. Also das ist für die nächste Schritt. Wie funktionieren die Lieder live? Ja klar, für uns selber. Es ist auch immer noch die Situation. Diese Herausforderung. Wir hatten die, also wir konnten eben nicht raus. Dann habe ich eben aufgrund auch, um das nicht zu verkomplizieren, aber weil ein Bundesland in Deutschland den CT-Wert mal eben runtersetzte, wann man positiv und negativ ist, hat es mich dann erwischt, weil der war zu niedrig. Der war in allen anderen Bundesländern höher, als in dem Bundesland, wo mein Mitarbeiter herkam. Ich will das jetzt nicht ins Detail gehen. Das war wirklich völlig albern. Der hat den PCR-Test, der war negativ. Da wäre er hier in Berlin und Brandenburg und Nordrhein-Westfalen, überall in Baden-Württemberg positiv gewesen. Und dann hat mich das auch wieder aufs Sofa genagelt. Also ich saß dann wirklich auf dem Sofa. Ich hatte tragischerweise eher einen Bluthochdruck. Also ich hörte bei den Proben zu. Also ich hörte meine Band probieren mit Streichern und Bläsern und allem. Und ich saß auf dem Sofa und habe fast die Wände eingetreten. Und konnte nicht raus. Dann mussten wir es absagen. Dann konnten wir es nicht wiederholen, weil eben, weil eben alle Konzerte im letzten Jahr wiederholt wurden. Also wir kriegten keine Bühnen, keine Technik, keine Busse. Keine, keine. Keine. Kein Licht, keine, keine Auftrittsorte. Die Ort alles war ausgebucht. So, wir konnten es auch nicht wiederholen. Und jetzt ist jetzt. Jetzt kommt eben, dürfen wir nicht wieder raus im Mai. Und dann hoffen wir, dass wir aus dem auch aus den neuen Platte eben so viele Lieder spielen und daraus wieder ein neues Programm zaubern. Das ist natürlich macht Spaß, aber ist auch spannend, weil man hat die. Das letzte Programm hat klasse funktioniert und jetzt schmeißt man wieder Lieder raus und tut neue rein. Das ist aber wir freuen uns drauf und ich denke, wir kriegen das auch hin. Ich kann mir vorstellen, da muss man eher aufpassen. Also bei mir ist es manchmal so, wenn ich was besonders gut machen will, ja, dann wird es nicht immer. Es ist nicht immer ein Garant dafür, dass man, dass es besonders gut wird. Aber was ist es doch auch, wenn man so viel Energie hat, so lange nicht mehr live war. Ist es denn schon per se dann ein Garant dafür, dass es gut wird? Ob es gut ist? Eine Frage, dass wir Spaß haben und Lust und über viel hinausschießen. Das ist, glaube ich, ziemlich sicher. Also das, das ist, glaube ich, das ist wirklich, als wenn man so wie also Pferde oder. Hunde loslässt und die mal rennen lässt. Also ich glaube, wir werden. Wir müssen aufpassen, dass wir am Publikum nicht vorbei rennen. Aber ansonsten werden wir wohl mit viel Spiel Lust auf die Bühne gehen. Das ist sicher. Und wir werden auch hoffentlich so schnell wie möglich das Programm so haben, dass es in sich auch Sinn macht. Das ist manchmal braucht das ein paar Korrekturen am Anfang von der Tournee, weil man eben die neuen Lieder nie vor Publikum gespielt hat. Man weiß nicht, was, was, was, wie funktioniert das? Aber ansonsten glaube ich, also die Spiel Lust wird da sein. Ja, ich meine, es gibt ja auch so es gibt Titel, die auch wie Angstfrei den haben. Aber den hattest du ja mal den. Es gibt Titel, die hattest du schon gespielt vor Publikum. Angstfrei war doch schon dabei, oder? Nee, ich habe keine von den Liedern, die wir jetzt, die wir da haben, habe ich noch kein einziges Lied vor Publikum gespielt. Oh, wie spannend. Wir haben das schon einigen Leuten jetzt vorgespielt. Ja, klar. Du hast es jetzt auch. Nee, live haben wir das alles noch nicht gespielt. Alles noch nicht gespielt. Das ist ja. Also ich würde mal sagen, eine sehr, sehr, sehr spannende Zeit für dich und deine Band. Ja, völlig. Völlig. Aber natürlich auch macht Spaß und es ist wieder eben man ist wieder zurück in seinem Terrain, würde ich sagen. Also man darf jetzt mal wieder so wie wir beide da mal wieder vor sich hin quatschen und irgendwas erzählen. Ja. Und es wäre jetzt gelogen. Ich mache das jetzt ja nicht ständig. Das macht schon auch Spaß. Also man ist wieder in seinem Gefilde und man ist in seinem Bereich und das löst natürlich auch Freude aus. Es gibt auch Titel, die, die, also die, die kann ich mir wahnsinnig gut vorstellen. Also da auch Angstfrei oder auch Eleganz, den, den ich auch sehr mag. Das ist so auch den live. Also es gibt schon echt Titel, die sind so. Ja, da bist du gefragt mit deiner. Du hast ja diese elegante Begabung fürs Tanzen. Also das ist ja. Ja, das war schön, schön, dass du das erwähnst. Also das ist ja ich habe dieses leichtfüßige, fast schon ballerinaartige. Deshalb hast du den geschrieben. Auch für dich im Grunde. Auf jeden Fall. Auf jeden Fall. Ja, diese Eleganz ist mir. Also dafür bin ich berühmt. Auch aufgrund meiner Zartglieder. Richtig. Die ich ja nun auch habe. Es haben ja nicht viele Sänger, dass sie so fein gefein gliedrig sind wie ich. Und da werde ich schon in meinem Element sein. Etwas spitze, etwas Pate de. Aber eine Eleganz war interessanterweise das erste Lied, was wir geschrieben haben. Das allererste Lied. Dieses tut tut tut tut tut tut tut. Das erste Lied. Damit sind wir eingestiegen in Italien. Das war die erste Nummer. Und ich weiß bis heute nicht, wie die entstanden ist. Ich weiß gar nicht, was wir da eigentlich im Studio gemacht haben. Ich muss da irgendwie so ein bisschen wie Pop Korn oder so damals diese Nummer. Genau an das hat es mich auch total erinnert. Ja, ja, es ist so eine Pop wie Popcorn. Und ich weiß aber wirklich nicht, warum. Und und deswegen ist die da, weil das ist quasi war so die Idee, war der Türöffner für die ganze Platte. Also das war der Startschuss. Ist ja interessant, weil da ist es so der die erste Nummer gibt ja auch irgendwie so eine Linie vor. Und die ist das ist erscheint mir musikalisch auch sehr interessant zu sein. Es ist im Grunde. Es ist ja auch auf der Hälfte der Platte, glaube ich, es ist mitten in der Mitte von der Platte. Genau. Und es ist im Grunde auch vom Text her hat es auf der einen Seite Danke deinem Leben für die Zeit und gleichzeitig auch das Leben ist nicht fair, weil es dir ununterbrochen ins Knie grätscht. Also dieses Spannungsfeld ist, glaube ich, auf der Platte auch. Also man hat diese beiden Seiten und die man hat eben auch Fouls im Leben und das Leben ist auch nicht ist kein Wunschkonzert. Aber gleichzeitig ist es ist es natürlich trotzdem aber auch ein großer menschlicher Film. Ja und wer liebt, lebt in Gefahr. Ja, liebt, lebt in Gefahr. Und wer liebt, liebt die Gefahr. Beides. Beides. Wenn du dich darauf einlässt auf die Liebe und wer liebt, weiß das, dann solltest du es richtig tun. Dann solltest du dich reinwerfen. Aber es ist immer eine Gefahr, weil du hast immer was zu verlieren. Du hast immer was zu verlieren, dass die Liebe zu verlieren oder du hast auch zu gucken, wie hältst du dir am Leben die Liebe? Das ist das andere Spannungsfeld. Wie schaffst du es? Trotz aller Anfangseuphorie oder mittleren Euphorie oder späten Euphorie? Du musst ununterbrochen gucken. Wie behältst du die? Bleibt das Ding im Schuh. Wie behältst du dir die Euphorie? Das birgt eben auch oder entpuppt sich dein Partner als jemand oder die Partnerin als jemand. Damit hast du gar nicht gerechnet. Oh, dass wenn ich das gewusst hätte, geht ja gar nicht. Oje, oje. Also das ist alles drin. Aber deswegen ist es eben auch so prickelnd und nervös. Ja, und darum geht es immer auch. Ja, aber es ist im Grunde ist es. Es ist es lohnt sich, sich immer wieder reinzustürzen, weil also im Grunde auch aus allen Liedern. Also Liebe, sage ich ja immer, ist ja so mannigfaltig. Da gibt es die Kinder, die Eltern, Freunde, Partner natürlich. Aber wenn man mich fragen würde, was ist das Wichtigste im Leben, würde ich glaube ich sagen die Liebe. Das denke ich auch. Das ist ja der Antrieb. Das ist unser unser unser Methanol. Also das ist unser Flugantrieb. Ja. Und und das ist eben kann man eben auch, wenn man möchte, steigern, indem man es auf ganz viele Menschen. Kapriziert oder oder nervt damit mit der Zuwendung. Aber eben auch auf Freunde, auf Freunde, eben auch auf Freunde, auf Umgebung. Ich glaube, das ist da kann man ganz schön mit mit rumschmeißen, wenn es geht. Nervst du mit Zuwendung, weil du so innerlich gelächelt hast? Eben also was? Was würden deine deine deine Umwelt sagen? Nein, ich habe ich. Ich glaube, ich habe das große Glück und weil ich das auch immer, weil mein Vater das immer gepredigt hat, auch das Wichtigste im Leben sind die Freunde. Freundschaften. Das war so ein mega Tenor meines Vaters, der sehr, sehr viele Freunde hatte und das auch wenig zelebriert hat mit großen Festen und Essen und Trinken und keine Ahnung. Und das habe ich zum Glück auch in meinem Leben. Ich habe sehr viele Menschen um mich, die, die, die nicht sehr zugewandt bin und die hoffe ich teilweise auch mir sehr zugewandt sind. Und das macht Spaß und davon wird man getragen. Und ich glaube, ich habe jetzt irgendwo mal gelesen. Heimat ist eben auch sind die Menschen, die einen umgeben. Das ist Heimat. Wie die mit einem sprechen. Wie die einen spiegeln, wie die einen angucken, wie die einem Lebenshilfe geben, wie die einen auch kritisieren, wie die einen auch relativieren. Aber dieses Spiel miteinander, das und ich weiß, dass bei meinem Vater, der war später leider dann kurzfristig und ziemlich radikal, ganz kurz sehr dement. Und er mochte überhaupt nicht, wenn wir zu ihm traten als Familie. Da wurde er nervös. Aber wenn seine Freunde kamen, da wurde er ganz ruhig. Also mit denen er schon 40, 50 Jahre seines Lebens verbracht hatte. Also der hat das immer und das hat sich bei ihm auch bewahrheitet. Und ich muss sagen, in meinem Leben inzwischen auch. Also ich glaube, da kann man auch viel Liebe verfeuern. Ja, verfeuern. Das ist sehr schön. Ja, du, dein Vater war ja sowieso ein sehr auf andere zugehender Mensch. Du hast, glaube ich, auch mal gesagt, du bist ein Papa Kind. Also der, der war also so sind ja nicht alle Männer in dieser Generation. Der hat ja, der kam ja aus dem Krieg und trotzdem hatte der so eine zugewandte Art. Ja, der kam aus dem Krieg. Der hatte, der hatte seinen, war in Stalingrad, hat er seinen Arm verloren. Deswegen haben sie ihn rausgeflogen. Hat sicherlich ab und zu nicht viel erzählt von den von den, war sehr stark traumatisiert vom Krieg, aber hat vielleicht gerade deswegen auch verstanden, was das Leben, wie wertvoll das Leben eigentlich ist. Und deswegen hat er das, glaube ich, auch zelebriert. Und meine Mutter, weil sie noch hat zu ihrem 75 Geburtstag oder 70, glaube ich, 70 muss es gewesen sein, auch das Einzige, was über meinen Vater gesagt hat, dass ein Mensch so eine Lebensfreude haben kann. Das ist ungewöhnlich. Und der war, der ließ sich nicht erschüttern. Das heißt nicht, der ist jetzt nicht heiter und hat nicht den ganzen Witz erzählt, aber der genoss unheimlich, mit Menschen zusammen zu sein, Rotwein zu trinken, Zigarillo zu rauchen und zu schnattern. Und das hat ihn, der war sehr zugewandt und hat zum Beispiel, was bei mir nicht der Fall ist, auch nicht getratscht über Menschen, hat sich auch nicht über Menschen lustig gemacht bzw. auch nicht hinterm Rücken irgendwelche sich abgelästert. Und das ist so. Ja. Und in der testosteronweekit, oder da ging dem relativ klar ins Gesicht oder war auch relativ. Durch Kammer aus Münsterland, der sprach Plattdeutsch und ist auch relativ früh nach Poland gefahren, was er für Deutsche damals nach dem Krieg so wirklich nicht besonders zielführend war und hat aber auch selbst da geschafft, auch mit seinem Plattdeutschen mit Holländer ins Gespräch zu kommen und auch Freunde zu machen, in Holland, also schon in den Fünfzigerjahren. Und das war schon hat mich immer sehr beeindruckt, wie der auf Menschen zuging. Und der war nicht penetrant, also. Also der quatschte jetzt nicht jeden an und so. Aber war ein lieber Mann. Und das ist sowas schön, weil gerade so Väter und Söhne, gerade in deiner Generation, da gibt es auch andere Geschichten, weißt du? Das würde ich auch sagen, haben eher meine Brüder durchmachen müssen. Ich war der Jüngste. Vielleicht hat er bei mir auch gedacht, ich war das Nesthäkchen, der Dritte. Bei den Brüdern war er schon auch, der war jetzt auch nicht, der ging nicht durchs Leben mit Dammtandschuhen. Meine Mutter kam aus Estland, aber der Vater war Est, meine Großmutter kam aus Potsdam. Die war sehr preußisch. Also die waren jetzt nicht, das waren jetzt keine Schaumstoffeltern. Aber die waren, wie er immer sagte, er war hart, aber ungerecht. Aber die beiden haben sich, was beeindruckend noch zusätzlich war, sie haben sich untereinander unglaublich gut verstanden. Sie haben sich einmal gestritten, haben sie gesagt, das war in Amerika. Sie hatten sich auch gewundert, dass sie sich gestritten hätten, aber das war nur, weil sie, glaube ich, Cola, weil es heiß war und sie hätten Cola getrunken. Das wäre ungewöhnlich. Und das einzige Mal, wo sie, der große Streit, wo sie sich gestritten haben. Ja, die haben sich geliebt. Die haben sich geliebt, die haben sich geliebt, aber gleichzeitig auch, weil sie vielleicht auch wussten, wie wertvoll oder was das eigentlich ist oder was sie eigentlich haben nach diesem Trauma des Krieges. Sie haben das vielleicht ganz anders wertgeschätzt, auch denke ich so. Und dass sie jemand gefunden hatten, mit dem sie sich verstanden haben. Ja, und dass sie auch eine Familie, ich meine, sie hatten drei Söhne, weil das, ja, aus dieser Zeit und dann, das ist schon gut, was du sagst, und dann geht man das Ganze, also man geht es mit einer anderen Haltung an. Man geht, ja, man freut sich auch über jeden Schritt, der friedlich ist und der einen weiterbringt. Ich glaube, das ist schon auch ein Element, dieses, alles, was passiert, ist ein Schritt weiter ins Glück. Weil man hat das Drama und die Tragik und die Tragödie hat man erlebt. Also das, da sind die Eltern, also meine Mutter umgekommen und was auch immer, also der Vater. Also es sind viele, viele Menschen halt gestorben, ihr Bruder auch im Krieg gefallen. Und ich glaube, dann weiß man, weiß man, was das Leben eigentlich bedeutet. Und für einen selber ist das jetzt, durch die Situation, dass man eben auch so lokal plötzlich mit so einer Situation des Krieges konfrontiert wird, versteht man vielleicht dann auch noch mal besser als Nachkriegsgeneration. Was bedeutet das für die Menschen eigentlich heute? Ja, also das ist ja, wird dir ähnlich gehen. Also wir sind ja alle, hat sich eigentlich so, weil deine Haltung zu Krieg, weil ich meine, du bist auch ein Kind. Der Friedensbewegung. Genau. Und ich meine, da haben ja viele im Moment zu knabbern, auch ich. Also hat sich, musstest du deine Haltung ändern jetzt durch den Krieg in der Ukraine? Oder war das schon, ich meine, wir hatten auch den Krieg in Jugoslawien, es gab ja schon so Fälle, aber also hat sich da bei dir was verändert? Ich glaube, der Jugoslawienkrieg war komplexer für uns alle von der Seite. Den haben wir nicht ganz verstanden, würde ich sagen. Da wussten wir nicht genau, das ist unfair den Menschen gegenüber. Wir haben, glaube ich, nicht ganz, hier ist natürlich ganz explizit und völlig klar, wer ist der Aggressor und wer ist der Betroffene. Das mischt die Karten natürlich ganz anders. Und natürlich dreht das Denken natürlich massiv um. Also was heißt das, wenn man sich wehren muss, wenn man sich verteidigen muss? Da kann man ja nicht sagen, wir trinken jetzt einen Kaffee zusammen. Also das ist schon eine explizit andere Situation, wo man die Menschen natürlich unterstützen muss, die sich wehren. Das finde ich schon. Und das ändert das Denken. Also es gibt ja auch kein klares, dass man wirklich sagt, ja, so. Weil natürlich dieses Ja, so Waffen ist natürlich auch mit Leid verbunden. Aber es ist wirklich schwierig, weil ich weiß auch keinen anderen Weg im Moment. Wir müssen einfach konstatieren, genau was du sagst, wir müssen halt alle konstatieren, dass wir ununterbrochen grübeln und uns mit dieser neuen Situation auseinandersetzen. Das ist für alle, man erwartet, es gibt hier kein Heilrezept. Das kennen wir alle. Es ist eine komplett neue Situation und wir sind schon, kommen schon aus einer, oder sind noch, oder kommen zumindest aus einer, einer komplett neuen Situation, was die Pandemie angeht. Ja, ja. Wir sind mental natürlich alle extrem angefordert und überfordert. Es gibt da kein Patentrezept. Aber Fakt ist natürlich in meinen Augen schon, wenn mich jemand angab, also wenn die jetzt Hamburg und Bremen in Schutt und Asche gelegt haben und Familien, Angehörige, Kinder, Frauen zu Schaden gekommen sind, dann ist es schon sehr, sehr komplex dann zu sagen, komm, wir treffen uns in Osnabrück und trinken Kaffee. Ja. Also das ist schon, also so einfach ist das dann auch nicht. Aber für uns alle ist die Situation natürlich wie so ein geistiger Überfall. Natürlich, klar. Ja, aber auch da, also so nehme ich dein Album weiter wahr, obwohl das ja teilweise ja in der Zeit geschrieben wurde, da war ja noch gar kein Krieg. Aber nimm die, also so ein bisschen so stell dich der Zeit. Also Neuzeit, es ist wirklich eine Neuzeit. Also es ist in vielerlei Hinsicht eine Neuzeit. Und ja, verkriech dich nicht, sondern ja, mach was. Ja, komm in die Aktion. Komm in die Puschen. Genau. Und nicht Angstfrei im Sinne von, ich glaube, zum Mut gehört immer die Angst. Also ohne Angst gäbe es auch keinen Mut. Also man weiß, wie komplex die Situation ist. Aber deswegen muss man umso mehr in die Aktion treten und sich an der Zukunft basteln. Man kann jetzt nicht fahren und wie so ein Kaninchen vor der Schlange, sondern man muss gucken, dass man gemeinsam zusammenrückt in einem Land, mit anderen Ländern zusammen, mit den Menschen, die betroffen sind, um die zu stützen und denen das Gefühl zu geben, wir versuchen alles, um euch Kraft zu geben. Also ich meine, das ist schon, glaube ich, elementar. Auf alle Fälle. Ja, aber gerade auch jetzt in der Vorbereitung, da habe ich gelesen, dass du einige Tanten von dir, Mama Estland, hast du ja schon erzählt. Und da gab es auch einige Tanten, die haben russische Lieder dir gesungen. Also und das hat auch was mit dir. Das ist irgendwie so ein Teil noch von dir. Naja, meine Vorfahren sind eben, Großväter, ritterlicherseits sind eben Esten, also seit der Ritterordenzeit in Estland und auch Vorfahren zum Teil aus Russland und dieses Sentiment und dieses, diese Sentimentalität, die sie dann eben auch bei uns. Es gab eben sehr, sehr viele Frauen, sehr viel starke Frauen in meinem Leben, aufgrund, dass die alle zum Teil fliehen mussten oder zum Teil laut Hitler heim ins Reich. Und die waren aber gestandene Frauen, deren Männer waren gefallen. Die waren nicht mehr da. Und die sind, haben dann versucht, auch ihre Kultur hochzuhalten. Das führte dazu, dass die wirklich bei uns am Bett auch dann mehrstimmig auch zum Teil russische Lieder sangen. Und dieses Sentiment oder diese Sentimentalität, die hört man, glaube ich, auch in meinen Liedern. Also ich bin auch bei aller Dynamik zum Teil auch von meinen Melodien her dann auch an etwas sentimentaler, slawisches etwas. Oder ich habe mal in Star City, das ist diese Kosmonautenstadt der Russen, wo die die ganzen Kosmonauten ausbilden. Da war ich, habe ich ein Video gedreht für. Glaube ich drehe mich um dich damals. Und dann haben die mir mein Bild oben, weil ich so eng stehende Augen habe und so tief liegende Augen haben, haben die auch gesagt wie Gagarin. Sieht aus wie Gagarin mit den Augen, mit den tief liegenden Augen und diese schmalen. Und ich habe, habe sicherlich auch durch meine Mutter, die auch natürlich ein großes aufgrund ihrer Lebenssituation auch sehr viel Melancholie und Sentimentalität mit sich rumschleppt. Und sie hat mir gesagt, sie hat mich auch aufgrund der Warnung, dass ich im Fliehen musste. Das ist eine ganz merkwürdige Mischung. Aber ich aber und das sieht man jetzt auch in den Esten. Ich glaube, die haben gestern gewählt oder die haben gewählt. Die für die ist das noch mal. Und ich glaube, wenn die in Estland überfallen worden wäre, wenn man Estland anstelle von Ukraine sieht, die Ukraine haben wir immer noch ein Puffer. Was Polen angeht, würde jetzt, würde jetzt. Wer jetzt ist dann angegriffen worden oder wenn jetzt noch mal ein anderer schnackt, dann wären wir fast noch schnell. Müssen wir in Anführungsstrichen fast noch schneller reagieren. Wahnsinn. Ach, hier guck mal, da kommt dieses, dieses Wasser. Diese, diese Schwermut könnte man fast auch sagen. Aber Melancholie ist irgendwie schöner. Trifft es. Aber es ist, es ist aber eben das ist ja auch der. Ich sehe das eben. Diese Mischung kenne ich aus dem Ruhrgebiet, auch was die Mischen von Westfalen und Polen angeht, dieser, aber auch dieser Humor, diese Selbstironie. Die kommt sicherlich nicht knallhart nur von den Westfalen. Die kommt ganz stark. Auch aus der polnischen Kultur. Und das unterscheidet das Ruhrgebiet dann auch wieder in Anführungsstrichen von Ostwestfalen, weil da waren die nicht. Das soll nichts gegen die Ostwestfalen heißen. Nicht, dass man es missversteht. Aber ich glaube, dieses Spannungsfeld zwischen diesem trockenen, seligen, auch heiteren Westfalen und diesem polnischen Sentiment, da bin ich halt auch groß geworden im Ruhrgebiet. Deshalb verdanken wir dir ja auch so große Frauenfans. Männer trauen sich. Ja, manchmal dann nicht zu sagen, dass sie das gut finden. Aber wir lieben ja auch deine Liebeslieder. So, also es gibt ja wenige, die so, die diese Liebeslieder schreiben können. Und wo du gerade diese starken Frauen erwähnt hast, das vielleicht gefällt mir das Album auch deshalb so gut, ich finde, das ist so ein, das ist so ein, ein Album, ein bejahendes Frauenalbum. Ich habe so das Gefühl, wir Frauen werden da sehr hoch gehalten. Also wenn ich jetzt behutsam, da sind es die Retterinnen. Es sei denn, du hast da schon gegendert. Ich weiß nicht. Meinst du die Männer mit? Also ich habe mich jedenfalls. Nee, nee, da geht es um ein junges Mädchen. Da geht es schon um einen Retterinnenweg. Dein Retterinnenweg. Nein, war nicht gegendert. Und auch Turm hoch. Also diese beiden letzten Lieder sind eindeutig, sind eindeutig Loblieder auf die weibliche, auf die weibliche Gewandtheit und Klugheit. Ja, eindeutig. Und auf die Kraft. Und dass sie diese Gelegenheit, das ist ja auch interessant, dass sie genau in dieser Zeit, was auch den Iran angeht, aber generell auch die Ukraine oder eben auch generell diese Situation auch in Deutschland generell wird dieser Feminismus kriegt eine ganz neue Variante, weil sie einfach die Chance wahrnehmen und zu zeigen Wir haben im Moment vielleicht sogar den Klügeren. Und wir sind mit solchen Wahnsinnssituationen vielleicht besser ausgestattet, damit umzugehen. Also auf jeden Fall. Wir nehmen die Gelegenheit wahr. Ja, das ist schon beeindruckend. Es gibt so schöne Formulierungen wie Heldinnen werden vom Glück bewacht. Also es ist tut unserer weiblichen Seele. Es stimmt ja auch. Muss man ja einfach mal sagen, also wir Frauen, wir haben ja auch was drauf. Also man muss es herausfordern und dann geht das schon. Nein, aber es ist für die. Aber ich habe ich habe es auch so. Also ich habe zwei zwei Mädchen, die sind jetzt auch schon ein bisschen älter. Aber ich bin ein totaler Fan der jungen Generation, auch von den Freunden, auch von den von den männlichen Spitze und ich glaube, dass du das auch so hast, also dass du auch an die junge Generation glaubst. Unbedingt. Also wir können froh sein, dass die Generation so ist, wie sie ist gerade, weil das ist genauso wie der Feminismus. Im Moment elementar. Wir haben wir haben bin ich ja auch schon 66 und wir sind mit unserem Latein schon dann auch an ein gewisses, an ein gewisses Ende gekommen oder beziehungsweise haben die Welt auch relativ weit an die Kante gefahren und dass die Generation jetzt speziell die nachrückt, also zwischen den 10 und 30 Jährigen, wie die zupacken, wie die angreifen, wie die uns in Frage stellen, wie die uns provozieren. Das ist schon ganz, ganz wichtig, damit wir aufwachen und eventuell sogar noch dann glauben haben, dass dieser dieser Planet noch zu retten ist. Also ich halte ja, ich finde die Spitze oft schimpft man so. Also ich meine, aber man hat ja immer, man schimpft ja immer. Das ist ja das ist ja mal. Nein, das ist aber exakt. Dieses Geschimpfe ist exakt der Punkt, weil weil ich meine, ich komme wieder noch ein 60er Kind, 60er, 70er, also erstmal kenne ich das. Und ich meine, zum Glück schimpft die ältere Generation über die, weil dann merken sie, dass sie richtig betroffen sind, weil die dachten natürlich, sie haben die Weisheit mit Löffeln gefressen. Sie merken jetzt, sie kriegen die, die kriegen die Quittung. Nee, ihr habt gar nichts gefressen. Ihr seid. Ich fand allein schon, ich fand den größten Spaß, den ich hatte, war, also was ich dachte, kann ja wohl nicht wahr sein, dass die Regierung die Klimaaktivisten bezeichnet, als das sei nicht zielführend. Da habe ich gesagt, Moment, seit wann beurteilt eine Regierung den Protest gegen sie? Was soll das denn jetzt? Also müssen die sich erst mal die Erlaubnis einholen? Am besten noch ihren Plan einreichen. Dann hakt, hakt der Kultusminister oder irgendjemand hakt das an. Ihr habt ja, könnt ihr machen. Ihr könnt gegen uns protestieren, wenn ihr aber um 16 Uhr wieder von der Autobahn runter seid oder so oder ihr könnt, da denkst du, wo sind wir? Also ich finde dieses, die, die, die, die, die, die sich beschweren über die Jugendförderung ist erst mal total arrogant und zweitens dann eher sogar wunderbar, weil man merkt, man fühlt sich richtig betroffen. Dann scheint ja was zu stimmen. Ja, ich meine, außerdem, wenn man überlegt, also alle Demos auch. Du hast ja gesagt, die immer generell, die waren nie, also ich meine, die waren nie zielführend für die Regierung. Also dafür sind sie ja da. Genau. Zielführend wären mit der Regierung zu gemeinsam, braucht sie gar nicht machen. Dann kannst du auch zu Hause lieber den Rasen mähen oder Unkraut jäten. Also ich meine, die Wucht muss es haben, dass eine Regierung sauer wird darüber. Und im Moment muss man sagen, kann das nicht laut genug sein, weil sonst schlafen wir gemütlich weg und dann kriegen wir auch keine Luft mehr. Also wenn du jetzt im Stau stehst, weil es Klimakleber gibt, dann entspannst du dich. Dann lehnst du dich zurück. Ich muss zum Interview mit dir, dann muss ich es aus dem Auto machen. Aber ansonsten. Bist du ein ruhiger Autofahrer oder eher so ein schneller, entspannter? Ich bin erst mal ein riesen Autofan. Das war ich schon immer. Ich wollte immer Gebrauchtwagenhändler werden oder Fußballer. Beides hat nicht geklappt. Beides hat nicht geklappt. Aber umso mehr. Ich habe auch einige Autos. Ich fahre wahnsinnig gerne Auto. Ich würde mich jetzt nicht als Mega Raser bezeichnen. Aber je nach Alterslage meines Lebens schon Sturm und Drang fahre. Aber ich sitze jetzt nicht einmal auf der Stoßstange und mache die Lichtung auf. Das wäre schlimm. So fahre ich nicht Auto. Aber ich fahre sehr gerne Auto und ich lebe ja nun in Berlin. Und die Entfernungen hier liegen schon zwischen 40 und 50 Minuten, die man fährt von einer Ecke in die andere. Was sagst du zum Verbrenner aus? Halte ich fest, ist die einzige Lösung leider auch in dem baden-württembergischen Land, was natürlich das Auto landet. Aber ich glaube, wenn wir das nicht angehen, jetzt das noch weiter aufzuschieben, ich meine 35. Ich bin jetzt kein Wirtschaftsexperte und ich kann mir die ganzen Folgen für die Industrie, also ich kann jetzt nicht das durchdeklinieren. Aber grundsätzlich der Denkansatz, dass man 35 nur noch emissionsfreie Autos, wo immer wir auch da mit der Technik landen, ob wir dann noch Wasserstoff haben oder was wir noch grüne Energie. Aber grundsätzlich halte ich das leider als große Achtzylinder. Ich bin ein großer Fan, auch wenn der blubbert und keine Ahnung. Man muss manchmal halt auch. Man muss leider manchmal auch. Genau das ist das richtige Wort. Manchmal muss man bluten, wenn es in der Zukunft weitergehen soll, oder? Ja, richtig. Auch wenn es, wenn es von der von meiner von der Idylle und von dem Spaß etwas ärgerlich ist. Aber das nützt ja nix, weil das nützt mir das Spaß, wenn ich keine Luft mehr kriege, dann habe ich auch keinen Spaß mehr. Und man denkt ja auch an seine Kinder und alle, die noch leben und Enkelkinder. Und die Welt soll ja noch eine Zeit lang ein schöner Ort für uns alle sein. Soll noch Millionen Jahre da bleiben. Ja, was sagst du eigentlich zu, wenn du gerade, weil du gerade Berlin erwähnst? Was sagst du zur Wahl in Berlin? Hast du das erwartet jetzt, was da, was sich da anbahnt? Nee, das habe ich so nicht erwartet. Hat niemand erwartet, dass diese Stadt nun ein turbulenter, turbulentes Panoptikum ist. Das hat man schon erwartet. Aber allein, dass man die Wahl wiederholen musste. Das ist ja schon eine relative Bankrotterklärung. Also ich das kann. Daran kann ich mich jetzt nicht erinnern in meiner langjährigen Existenz in Deutschland. Und was die jetzt daraus zaubern, hoffe ich, ist nur zum Wohl der Stadt. Also was immer die da jetzt zusammenfahren. Aber das, was da, was da an Gekungel und wie die jetzt aufeinander einprügeln, die ehemalige Koalition. Schon heftig. Das ist schon, das ist schon ein bisschen und das in der Öffentlichkeit, muss ich sagen, ist jetzt auch kein besonders schöner, schöner politischer Stil. Also das ist schon, das ist schon ein Zickenalarm da, was da abgeht. Also nicht Zicken im Sinne von Frauen, sondern auch von Männern. Das meine ich also nicht, dass man das hier aber das finde ich schon sehr peinlich, hochnotpeinlich. Ist es denn wirklich so schlimm mit der Verwaltung oder wenn man in Berlin lebt, also dass vieles nicht funktioniert? Nee, das würde ich jetzt nicht sagen. Nein, also das muss man ein bisschen aufpassen. Das würde ich nicht sagen. Ich glaube, es ist eine komplexe Stadt. Es ist die größte Stadt. Es hat ja jahrzehntelang eben in einem ganz eigenen, unter ganz anderen eigenen Gesetzmäßigkeiten existiert. Dann hat es sich wieder vereint. Ich würde jetzt nicht sagen, dass wir in Berlin, dass hier nichts funktioniert und nichts geht. Also so einfach geht es jetzt auch nicht. Also nur jetzt Berlin zu bashen, so geht es nicht. Aber was die Politik da allein an Sachen nicht hinbekommt, im Sinne auch verwaltungstechnisch, wie eben die Wahl. Aber ansonsten kann man in Berlin schon strukturiert leben. Also es ist hier kein Chaos. Es ist eine schöne Stadt. Und auch gerade viele, viele junge Menschen, also nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus der ganzen Welt, die zieht es doch nach Berlin. Also Berlin hat ja was. Ich finde es allein schon bestechend, wenn ich, ich kenne ganz viele Menschen aus dem Ausland, die nach Berlin gezogen sind, wie alt auch immer, mit welcher Gelassenheit und Freude die da wohnen. Und wenn wir überlegen, was wir für eine Geschichte haben und was wir auch, was Berlin auch für eine Geschichte hat, dann muss man einfach schon mal sagen, das ist beeindruckend. Mit welcher, wie das finde ich aber generell in Deutschland. Ich finde generell in Deutschland, dass wir einfach nicht sehen, wie viele Menschen wirklich herkommen. Das wird dann immer so abgetan mit Sozial- Schmarotzertum. Die Menschen kommen, weil sie das Gefühl haben, sie werden hier beschützt, behütet und können hier sich eine Existenz aufbauen. Und das ist auch ein Zeichen, wie die Menschen auf sie zugehen und wie die Menschen mit ihnen umgehen. Das ist schon generell, finde ich, eine große Qualität der deutschen Gesellschaft, was sie den Menschen entgegenbringen. Mit welcher humanistischen Haltung die Menschen aufnehmen und beschützen. Also das unterschätzen wir immer. Wir pöbeln dann immer gleich rum und lästern. Das ist einfach nicht wahr. Wir sollten wirklich sehr zufrieden und sein mit dem, aufgrund unserer Geschichte, warum Menschen zu uns kommen und wie dankbar die sind, da zu sein und eben auch diese diese Obhut oder diesen Unterstand wertschätzen. Das finde ich schon. Und das ist in Berlin auch der Fall. Und das finde ich aber auch in ganz Deutschland. Ja, wenn du überlegst, dass ich meine eine Million Menschen aus der Ukraine und wie viele sich da ehrenamtlich engagieren. Ja, richtig. Ja, das ist gut, dass du das sagst, weil da ist so viel, da ist so viel Menschenfreundlichkeit auch Zugewandtheit. Und du hast ja gerade gesagt, dass Heimat ist ja immer auch ein Heimat ist die Menschen, die mit dir, die um dich herum sind. Und deshalb sind wir für viele Menschen, die jetzt zu uns kommen. Also sind wir auch ein Stück Heimat, weil wir sind die neuen Menschen um sie herum. Richtig. Wir sind der Heimatersatz. Oder die neuen Menschen. Und ich meine, das fing schon an 2015, wo die Menschen ja wirklich auch gibt ja die ganzen Fotos auf den Bahnhöfen, auch in München oder in Frankfurt, wo man eben gesehen hat, was ist da, wie sind die auf die Menschen zugegangen? Mit welcher Offenheit? Und dann ist dann ist damals dann Frau Merkel da drauf gesprungen. Die Initiative, die Menschen in Empfang zu nehmen, kam nicht von der Politik. Die kam von den Menschen selber. Und das und das finde ich, ist auch in den letzten acht Jahren eine Riesenqualität. Und das ist auch das, was mir Mut macht, weil ich finde einfach, die Gesellschaft hat eine enorme humanistische Reife in Deutschland. Und das wird immer mit Ja, aber und wenn, aber immer niedergewalzt. Das ist aber unfair. Und genauso haben sich die Menschen auch wahnsinnig solidarisch in der Pandemie zueinander verhalten, haben Rücksicht genommen, haben Menschen versucht, sich untereinander zu schützen. Das, das, das wird immer so weggefegt. Und das finde ich ganz bitter, weil und das sollte uns wenig zu denken geben, dass so viele Menschen wirklich gerne da sind und kommen und nicht immer so schnell da sind. Und das ist ja auch so. Und das ist ja auch so, dass die Menschen, die kommen, weil da irgendwelche dämlichen Lala dann sagen, die wollen ja irgendwie sich die die am Sozialsystem bedienen. Das ist einfach nicht wahr. Das mögen ein oder anderthalb Prozent in irgendwelchen Auswüchsen sein. Der Rest ist willig, freut sich, möchte eine Zukunft aufbauen, möchte durchatmen und möchte dann auch Teil der Gesellschaft werden, wenn sie nicht das Glück haben, irgendwann bald wieder nach Hause zu dürfen. Und das ist. Das ist das, was wir eben so eine Atmosphäre schaffen, weil wir werden diese Menschen. Wir brauchen sie ja jetzt schon ganz, ganz, ganz. Also wir brauchen diese Menschen, die die gerne hier leben werden. Und es ist schön, wie du das formuliert hast. Wir haben doch alle. Wir haben auch alle in unseren. So wie ich von meiner Mutter erzähle, die musste auch fliehen. Die musste auch von den Russen fliehen. Ich meine, wenn die nicht in Deutschland ihren Fuß gefasst hätte mit allem, was dazugehört. Aber letztendlich ist sie dann doch auch angekommen. Und ich kenne das aus der eigenen Familie. Und das werden ganz viele, wenn man genau nachdenkt, werden viele in ihren Familien entdecken. Und was es da für Menschen gab, die wir sind. Auch ein Land, wo ganz viele Menschen hingeflohen sind bzw. fliehen mussten. Das gehört zu unserer Geschichte und das geht jetzt einfach weiter. Dafür ist es unglaublich wichtig. Ich meine, du hast ja auch lange in London gelebt. Es ist es mir geht es auch manchmal so. Dafür ist Reisen ganz gut, weil wenn du mal weg bist von Deutschland, dann und kommst wieder oder oder oder im Ausland, da man blickt viel, viel freundlicher. Und man weiß dann, wenn man wiederkommt. Ach, guck mal hier. Also man wird viel, man wird viel patriotischer, wenn man, wenn man im Ausland lebt. Und umgekehrt gerade in England, weil es ja auch in Deutschland so merkwürdig die Engländer reden nur in Hochachtung von Deutschland, also vom Sozialsystem. Wie, wie, wie, wie das alles funktioniert, wie das. Man wird im Ausland deutlich patriotischer, also als man es ist, wenn man mittendrin lebt. Aber es tut einem wahnsinnig gut, von außen zu betrachten, weil man dann versteht man wirklich, was wir, was es alles gibt in Deutschland, was wirklich funktioniert und was wirklich sehr liebens und lebenswert ist. Warst du in letzter Zeit mal wieder in England? Also ich war während der Corona-Zeit relativ zögerlich. Was ich war jetzt nur in London, als wir die Streiche aufgenommen haben für das Album, das machen wir immer in England, weil unser Arrangeur auch in England lebt, der Nick, Nick Ingman. Und da war ich für drei Tage in England. Aber ansonsten würde ich jetzt wieder ich habe noch mein Haus in London und aber ich würde jetzt in der Pandemie bin ich relativ zögerlich gereist. Ja, das kann ich sehr gut verstehen. Und da ja, aber da da da ist es also was ich so von unseren Korrespondenten höre oder auch von Freunden, die dort waren, es wird schon härter. Auch auch dort auch im Gesundheitssystem. Wahnsinn, das ganze Leben ist mir viel, viel härter. Es ist es ist es ist viel, viel härter. Dadurch sind die Menschen in Anführungsstrichen umgekehrt wesentlich trainierter, selbstverantwortlich zu sein. Also wir reden natürlich in einer völlig weniger über den Staat, die Engländer als wir. Also der Alex Silver, mit dem ich ja zusammenarbeite, der dann eben auch deshalb ich zurückgekommen bin, auch weil er sich hier verliebt hat in Berlin, als wir Theater zusammen gemacht haben. 2003. Und der erzählte immer diese Geschichte. Ich sag was fällt dir denn? Wer liebt Berlin? Also der ist völlig berlinerischer als jeder andere, lebt jetzt seit 15 Jahren in Berlin. Ich sag wie findest du das? Ich finde das die schönste Stadt der Welt. Aber was merkt, was aber merkwürdig ist, ist, dass da ist auch was denn? Also wenn die Deutschen, wenn die Menschen essen gehen miteinander, dann gehen die essen und treffen sich auch alles nett, dann trinken die und dann fangen sie an über Politik zu reden und dann über die Regierung und am Ende gehen alle ganz traurig nach Hause. Vielleicht sollte man. Dann hat er gesagt, das ist in England genau umgekehrt. Die Engländer gehen wie ich nur essen, damit sie Spaß haben und danach wirklich fröhlich ins Kopfkissen knallen, entweder betrunken oder nicht betrunken. Aber hauptsächlich war ein geselliger Abend oder so. Aber ich glaube, die Engländer schieben wesentlich weniger auf die Regierung, aber die Bedingungen, unter denen die leben, den sie leben, was die Versicherung, was dieses soziale Netz angeht, was das eigene Risiko angeht, was das Gesundheitssystem angeht, das kann man sich gar nicht vorstellen. Also es gab mal einen Artikel, glaube ich, in der Süddeutschen über zwei Engländer, die einmal, glaube ich, in Holland ins Krankenhaus kamen. Und einer kam in Deutschland ins Krankenhaus. Die hatten gedacht, die sind auf dem Ufo. Die haben gedacht, das ist Science Fiction. Ja, ja. Dann brachten die uns ein Glas Wasser ans Bett. Das Zimmer war völlig modern. Also ich meine wirklich, wenn man sich mal klar macht. Ich kenne das selber. Ich kenne die Krankenhaussituation in England leider, weil ich das nur mitgemacht habe damals mit meiner Frau. Das kann man sich nicht vorstellen. Da ging es jeder Kinofilm ist dagegen. Also dieses NHS, was an sich ein gutes System mal war, weil sie heißt umsonst für alle heutzutage, das ist dritte Welt, das ist irre, das ist irre. Und man wartet auf Operationen. Halbjährlich, jährlich. Man sitzt im Wartezimmer und blutet drei Stunden. Oh Gott, das ist wirklich. Das ist das ist Monty Python. Das ist wirklich Monty Python. Das hört und das härtet ab. Ich habe das gerade mit meinem Schwiegervater, der, der war, der war, der lebt in Franken, in einem kleinen Ort. Ich glaube, bei Schweinfurt, ich will es den Ort nicht nennen. Kleiner Ort. Der hatte gerade eine Komplikation. Der kam in dem Ort. Der Ort ist, glaube ich, hat 10.000, wenn überhaupt 10.000. Und dann kam er ins Krankenhaus. Die haben ihn sofort behandelt, richtig behandelt. Das kann man in England nur von träumen. Das ist für die, als wenn sie im falschen Kinofilm sitzen. Das ist, das ist, das ist Bretthard. Also das ist in England. Da kann ich ganze Bücher drüber schreiben. Es ist doch gut, das mal zu hören, weil da freut sich ja sogar Karl Lauterbach über das. Nee, aber weil wir immer so meckern. Aber klar, ich meine, bei uns gibt es auch Sachen, die besser laufen können. Aber wenn man es mal vergleicht, ist ja, wir gehen, wie du sagst, dein Schwiegervater wurde im Ort. Also das ist schon. Hammer im Ort direkt unterwegs. Da war ein wunderbares Krankenhaus. Ich meine, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Das, das, das gibt es in England gar nicht. Also ich weiß damals, als sie ins Krankenhaus kamen, da war die ganze Terrasse mit Kippen bedeckt. Die Fernseher war an der Wand angekettet. Die im Wartezimmer waren die Möbel vom Sperrmüll. Und in dem, in dem, in dem, in dem Raum, wo man behandelt wurde, waren weiß nicht 26 Kabinen, alle mit einem Vorhang. Das war ein Riesensaal. Und da hinter jedem Vorhang hustete und weiß nicht was. Das kann man sich nicht vorstellen. Und dann wird man in England auch von einem Arzt behandelt. Und die holen sich nicht andere zur Beratung dazu. Der hat dich unter seinen Füßen. Da kommt kein anderer und sagt in der zweiten Meinung. Da musste schon, da musste schon richtig Gas geben. Also das war schon. Das ist uns nicht bewusst. Und wir, man muss. Natürlich gibt es überall Themen. Aber was ich glaube, finde unsere Haltung ist oft immer die Ja, aber. Und das haben die Engländer nicht. Die Engländer haben nicht dieses Ja, aber halt. Die Engländer haben auch nicht. Ich mache jetzt einen. Keine Ahnung. Ich mache jetzt ein Imbiss auf. Ja, bist du sicher? Sagen die in England? Ja, klasse. Gute Idee. Mach mal ein Imbiss auf. In Deutschland. Bist du dir sicher? Oh, werde ich vorsichtig. Und die Steuern. Und dann die ganze Hygiene. Und oder auch wenn es an die Wand haust. Also auch ein Imbiss. Ja, great, try the next one. In Deutschland. Du bist ja schon mit der Imbissstube gescheitert. Was soll da noch kommen? Ich würde jetzt ein tolles Beamter werden. Keine Ahnung. Nee, diese. Ich glaube, ich glaube, wir sollten. Der Spaß wäre, wenn wir in Deutschland so in den nächsten 30, 40 Jahren dieses Aber immer wieder. Ein bisschen mehr Eleganz, weißt du, so wie dieser Titel eben so ein bisschen leichtfüßig durchs Leben gehen. Nicht alles ist Dufte, aber alles. Aber alles ist auch nicht gleich ein Problem. Es ist jetzt ein bisschen trauriger, aber es ist so ein trotzdem so. Ich glaube, mit diesem mit diesem Lied Urverlust wirst du so vielen Menschen helfen können. Weil im Grunde für mich ist es so eine. So wie nach 21 Jahren. Da war der Weg und jetzt ist Urverlust. Ich weiß nicht, ob man das so verloren beschreiben kann, aber es ist schon sehr berührend. Aber was was halt, was man daraus spürt, ist, dass Trauer vergeht nie. Aber es ist nicht, dass dieses Lied ist nicht gerichtet. Jetzt das ist jetzt nicht die Fortführung von Mensch. Also nur damit man das nicht. Es geht um die um dieses dieses dieses innere Gefühl des Verlusts, dem man dem man sich einordnet, was man in dem Moment, als es passierte, gar nicht so gesehen hat. Aber im Nachhinein feststellt, man ist da falsch abgebogen. Man hat die falschen Entscheidungen getroffen. Weil hier singe ich ja auch ganz klar davon. Ich habe unser Gefühl auf links gedreht. Also das ist jetzt nicht die Fortführung von Mensch. Selbst 20 Jahre später. Es geht um den lange und geht um die lang altende, anhaltende Trauer über eine Entscheidung, die man gefällt hat, weil man im Grunde genommen eine Beziehung beendet hat oder auch sich doof verhalten hat. Und stellt fest im zehn Jahre später, das war erst mal nicht sauber, nicht in Ordnung. Und gleichzeitig für einen selber auch im Grunde genommen fehlt da ein ganz wichtiges Element. Aber weißt du, so ist Musik. Ich glaube, wenn du jetzt jemand also Gott sei Dank ist es im Moment nicht bei mir so, aber ich konnte mir vorstellen, wenn du jetzt jemand verloren hast, dann wirkt die Du kannst in dieses Lied auch genau das rein interpretieren. Also weißt du, es ist ja, aber das ist der Punkt. Ich glaube, Musik und auch Texte sind ja letztendlich nur Anreißer dafür, dass die eigene Fantasie und das eigene Gefühl losmarschiert. Ich meine, mehr ist das nicht. Es ist ja keine Vortragsreise. Und ich glaube, das steckt sicherlich in dem Lied drin. Es steckt diese diese Verzweiflung da drin, dass man eben jemanden verloren hat, sei es eben durch den Tod, aber gleichzeitig auch nicht nur durch den Tod, sondern auch im Leben verloren hat, der nicht mehr zurückkehrt. Und das stellt man fest. Das ist fatal. Und ich meine, lieben kann man kann man jemand, der nicht mehr da ist, weil ich glaube, im Song heißt es Ich liebe dich ewiglich. Also man kann. Also auch wenn du jemand verloren hast. Das kann man ja dummerweise nicht abschalten. Das wäre ja spitze, wenn man den Schalter hätte irgendwo hinterm Ohr und sagt Ich mach da Klick und dann ist das Gefühl weg für die Person. Das geht ja leider nicht. Aber zum Glück auch nicht. Genau, wollte ich gerade sagen. Es ist ja auch ein großes Glück. Ich war jetzt. Man denkt ja immer, man kennt. Also man kennt dich jetzt über die über die über die vielen Jahre. Aber als ich natürlich jetzt mal gelesen habe, ich habe nie mit nie gesehen, dass du so viele Namen hast, also ich weiß gar nicht, ob ich die richtige ausspreche. Arse, Wiglew, Glamour oder wie wird das ausgesprochen? Herbert Arthur Wiglew, Clamour heiße ich. Geht's noch geht's noch klamouröser? Ja, da hat meine Mutter nochmal alles zusammengekratzt. Warum sie mich jetzt unbedingt Herbert nennen musste, was von den vier Namen sicherlich der furchtbarste ist, weiß ich jetzt auch nicht. Ihr Vater hieß Herbert, aber das lassen wir jetzt mal weg. Die Geschichte will ich jetzt nicht erzählen. Aber lange Arthur hieß mein Onkel, also ein Onkel von mir. Wiglew war ihr Bruder, der im Krieg gefallen ist. Und Clamour kommt von meinem Vater. Ist ein westfälischer Name, heißt lateinisch das Geschrei. Passt ja zu mir. Und das war irgendwie keine Ahnung. Die fanden sie besonders edel, glaube ich. Also Clamour war natürlich so die noch das Sahnehäubchen auf meinem Namen. Unglaublich, was deine. Aber da sieht man auch wieder, die haben sich einfach. Haben deine Brüder auch so viele Namen oder bist es wieder nur du? Mein mittlerer Bruder ist Wilhelm Karl Woldemar und mein ältester Bruder hieß lustigerweise Dietrich Herbert Wilhelm. Der hieß, hatte alle drei Namen schon, die wir dann als drei Brüder hatten. Der kriegte gleich am Anfang alle Namen mitgegeben. Das fällt mir jetzt auch gerade erst auf. Wann ist das allererste Konzert? Weißt du es aus? Am 16. Ich glaube, am 16. Mai geht es los in Kiel. Das weiß ich. Das ist ja nicht mehr lange, du. Also da ist. Nee, also da. Wir kommen, wir kommen bald. Hol die Kinder von der Straße. Wir kommen bald. Gibt es denn für dich irgendwie einen Titel, wo du ja noch gar nicht weißt, wo besonders oder auf welche Titel freust du dich besonders live zu spielen? Also wir hatten ja schon ein paar so erwähnt. Ich denke, das ist los, wird schon eine Herausforderung. Also ich hoffe, dass die Menschen dann vielleicht am Schluss mitsingen, den Chor mitsingen. Das denke ich, ist sicherlich eine Nummer. Turm hoch, denke ich, kann ich mir auch vorstellen. Ist eine gute Live Nummer. Und dann ist die Frage, wie funktionieren die Balladen? Weil wir haben natürlich dann inzwischen so viele Balladen aus der Vorzeit. Und die wollen ja auch gespielt werden. Genau. Genau überlegen, was spielt man davon noch oder nicht? Oder wir haben bei Tumult, glaube ich, haben wir es geschafft, glaube ich, acht oder neun Titel sogar von der Platte zu spielen. Jetzt müssen wir hier mal gucken, wie viel von der Platte spielen, dann, weil man natürlich dementsprechend auch die anderen aussortieren muss. Und dann also das ist dann so ein Kampf. Beruhigend war aber das habe ich schon richtig verstanden. Das ist also das ist schon ein Liebeslied. Bewusst sein ist ein Lied, das Bewusstsein ist eine für ein junges Mädchen, das mit dieser inbrünstigen Lebenslust sich nach vorne bewegt. Du hast im Morgen einen Termin und da musst du hin. Also die schert sich gar nicht. Die sagt einfach nach vorne und ich nehme das Leben in meine unbändige Hand und gehe nach vorne. Und sich das zu erhalten, also so lange wie möglich dieses ungestüme zu erhalten. Das richtet sich an ein junges Mädchen. Das ist ein Lied für ein junges Mädchen und Turm hoch. Pauline auch. Irgendwie. Pauline genau. Also dieses Turm hoch richtet sich dann genauso an das gleiche Mädchen, wenn es etwas. Ich frage jetzt nicht weiter. Ich habe so meine Ideen, aber du willst ja auch dein Privatleben ein bisschen was ich das lassen wir jetzt mal genau das ist auch schön, wenn man noch. Weil wenn du kein Privatleben mehr hast, dann kannst du uns ja nicht diese schönen Songs schreiben. Also will ich, dass du richtig aufhören. Ich habe nur noch habe ich keine. Ich habe nur noch eine ganz kleine Bitte, weil wir kündigen diesen Talk immer an. Wir haben ja noch eine andere Sendung und dann beschreibt der Künstler, wie er am liebsten seinen Sonntag verbringen würde, wenn keine Zwänge wären. Nichts. Wie wäre dein. Was würdest du machen, wenn du dir es aussuchen könntest an einem Sonntag? Mein Lieblingssonntag wäre, wenn wir nicht lange schlafen dürfte, wobei ich auch gerne früher lange schlafen dürfte, wenn ich mitkriege, dass jemand anders schon rumklappert und das Frühstück macht und ich dann noch mal liegen bleiben darf. Und dann wirklich erst kommen, wenn alles duftet und und nach Frühstück riecht. Und wenn ich dann weiß, ich treffe nachmittags gemeinsam noch Freunde und wir verbringen den Nachmittag zusammen und in den Abend rein und retten die Welt und quatschen. Stimmt es eigentlich, dass man da fällt mir Sonntag fällt mir natürlich auch ein. Hat man dir tatsächlich mal angeboten? Tatort Kommissar? Ja, man hat mir mal angeboten, glaube ich. Ich glaube, als Matthias Brandt aufhörte bei bei bei Polizeiruf, glaube ich. Kann das sein? Ja, das ist genau. Da ist glaube ich schon irgendwann mal jemand. Ich weiß nicht, ob Bayerisch irgendwie da ist. Jemand kam mal über irgendwelche. Ob ich mir vorstellen könnte, das zu spielen? Und dann habe ich gesagt So gut wie Matthias Brandt bin ich mit Sicherheit nicht. Deswegen. Aber ich meine, du wärst ja ein anderer gewesen. Also ich meine, aber du hast abgesehen. Aber das ist doch zu spät. Ich bin als Schauspieler ganz, ganz, ganz interessant. Aber. Aber ich habe sicherlich nicht die. Das wäre nichts für mich. Ich würde sicherlich vielleicht gerne mal wieder einen Film drehen. Und und aber ich empfinde bei Musik sicherlich was anderes, wenn ich Musik mache, als wenn ich schauspieler und da gibt es auch deutlich besser als. Ja, und man muss sich im Leben auch irgendwann mal entscheiden. Und du, also ich meine, man kann nicht viele Sachen. Und du hast dich für die Musik entschieden. Und ja, ich komme auch aus der Musik. Ich meine, ich bin als Musiker zum Theater gekommen. Also insofern. Und wir gucken, das Leben wird mir noch einiges. Ach du wirst dich. Ich habe jetzt einmal hast du gesagt, du wirst mit 91 von der Bühne fallen wie Charles Navur. Aber dann irgendwann kurz im Interview vorher warst du 89. Da hörst du auf. Ich würde mal sagen, also jetzt. Jetzt geht es auf die 100 zu. Also in dem Interview. Es wird noch. Meins habe ich noch ein paar Jahre dazu gekriegt. Jetzt ist 91 heutzutage. Und dann bist du noch als. Wie heißt es? Avatar. Ich weiß nicht. Wie aber weißt du, du wirst noch irgendwie auftreten, wenn du gar nicht mehr darfst. Aber da. Doch ich habe gerade Zufall in Björn getroffen. Ehrlich? Aber sehr netter Mann. Ja, ich die Zufall getroffen. Es ging um die Verteilung bei den Streamingdiensten. Und wir sind natürlich klar für den User Centric, dass das schnellstens geändert wird. Da habe ich kennengelernt. Er war sehr netter Mann, sehr begabte Musiker. Würde ich auch sagen. Allerdings ja, aber auch eine sehr nette, sehr nette Person. Schön. Herbert, ich wünsche dir. Ja, lass krachen auf der Bühne. Das. Wir wollen das auch. Das lieb. Ja, war ein Genuss, dein Album zu hören. Hat mir hat mir viel Power gegeben. Und ja, also. Ach ja, ich wünsche dir, dass ich irgendwann habe ich gelesen, dass eine besondere Aufgabe für dich sei. Diese diese Männer, die von Frauen mitgeschleppt werden in deine Konzerte, dass du die überzeugst. Richtig. Das ist das ist elementar. Also das Gesicht, was am Anfang da steht, wo man genau sieht, der wollte. Das ist bei Männern, aber auch bei Frauen. Der wollte nicht kommen oder die wollte nicht kommen. Da gibt man dann besonders Gas nach dem Motto. Mal gucken, was wir nach zwei Stunden hinkriegen. Und das ist das ist die Herausforderung an jedem Abend, dass man die findet und überzeugt. Finde die Herausforderung. Und vielen Dank für das schöne Gespräch. Gleichfalls. Jo, tschüss. Jo, danke dir. Tschö. Tschö.