Vier mal mehr als sonst - Viele Tote bei Hitzewelle in Main-Kinzig
Der Main-Kinzig-Kreis hat nach der extremen Hitze im Juni Bilanz gezogen: Die Helfer rückten im Juni demnach zu hunderten hitzebedingten Notfällen aus. Für rund 70 Menschen kam laut Kreisverwaltung jede Hilfe zu spät.
Wenn die Temperaturen über mehrere Tage auf bis zu 40 Grad klettern und auch in tropischen Nächten kaum sinken, hat das massive Folgen für die Gesundheit. Das spürt vor allem die Leitstelle, bei der die Notrufe an solchen Tagen im Minutentakt zusammenlaufen.
Deutlicher Anstieg bei Notrufen
An besonders heißen Tagen verzeichnete der Rettungsdienst laut dem Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr ein Vielfaches an Einsätzen. Oft klagten die Patienten über Kreislaufprobleme, Erschöpfung oder hatten schlicht zu wenig getrunken. An einem einzigen Wochenende rückten die Teams den Angaben zufolge über 150 Mal alleine wegen der Hitze aus.
Hilfe kommt für 70 Menschen zu spät
Für viele Betroffene endeten die extremen Temperaturen tödlich. Innerhalb von nur zwei Wochen zählten die Einsatzkräfte rund 70 Fälle, bei denen Reanimationsversuche erfolglos blieben oder die Menschen bereits tot in ihren Wohnungen aufgefunden wurden. Das entspricht laut Amtsleiter Dr. Wolfgang Lenz dem Drei- bis Vierfachen an Sterbefällen im Vergleich zu normalen Sommertagen.
Ehrenamtliche springen ein
Um die Flut an Notrufen bewältigen zu können, stockte der Main-Kinzig-Kreis das Personal deutlich auf. Neben zusätzlichen Rettungswagen sprangen vor allem ehrenamtliche Kräfte ein, heißt es von den Behörden. Durch die enge überörtliche Zusammenarbeit konnten die Teams aus dem Kreis zeitweise sogar die stark belastete Stadt Frankfurt unterstützen.
Eigenschutz entlastet Rettungskräfte
Trotz der Ausnahmesituation sei die medizinische Versorgung zu jeder Zeit sichergestellt gewesen, betont Landrat Thorsten Stolz. Gleichzeitig appelliert der Kreis an die Bevölkerung, Warnhinweise ernst zu nehmen. Wer viel trinkt, die Mittagssonne meidet und auf gefährdete Mitmenschen achtet, schütze nicht nur sich selbst, sondern halte den Rettern den Rücken für andere Einsätze frei.