Drei Wochen nach Brand - So ist der aktuelle Stand in Lauterbach
Drei Wochen nach dem verheerenden Großbrand am Marktplatz in Lauterbach kämpfen sich die betroffenen Familien zurück ins Leben - und es gibt gute Nachrichten.
Kein Dach über dem Kopf, kein Hab und Gut: So sah die Lage der Brandopfer unmittelbar nach dem Feuer vom 29. Juli aus, das mehrere Fachwerkhäuser in der Innenstadt von Lauterbach zerstörte. Bürgermeister Holger Marx zieht jetzt im FFH-Interview eine erste, vorsichtig positive Bilanz.
Notlösung Jugendherberge läuft am Montag aus
Direkt nach dem Brand kamen die Betroffenen in der Lauterbacher Jugendherberge unter - eine Notlösung, die am kommenden Montag, dem 24. August, ausläuft. Die Jugendherberge ist dann restlos ausgebucht. Doch bis dahin hat die Stadt zusammen mit Hausbesitzern und Hausverwaltern fast alle Betroffenen in feste Wohnungen vermittelt.
Familie mit zwei kleinen Kindern zieht am Freitag ein
Bereits am Freitag zieht eine Familie mit zwei kleinen Kindern in eine neue Wohnung - mitten in Lauterbach. Für die Familie war das entscheidend, denn sie hat kein Auto und wollte die Stadt nicht verlassen. „Das haben wir jetzt auch wirklich hingekriegt", sagt Bürgermeister Marx am FFH-Mikro. Lediglich eine einzige Person ist nach aktuellem Stand am Wochenende noch in der Jugendherberge untergebracht - auch dafür werde laut Marx noch eine Lösung gefunden.
150.000 Euro Spenden eingegangen
Auch die Spendenbereitschaft überwältigt den Bürgermeister: „Es sind stand jetzt um die 150.000 Euro eingegangen" - von Kleinspenden bis hin zu größeren Beträgen. Für die gerechte Verteilung hat die Stadt einen Stiftungsrat ins Leben gerufen, dem neben Marx selbst auch Vertreter der Kirche und des Roten Kreuzes angehören. Erste Soforthilfsmaßnahmen wurden bereits umgesetzt und Geld direkt an die Betroffenen ausgezahlt.
Auch Gewerbetreibende finden neue Standorte
Der Brand traf nicht nur Wohnungen, sondern auch Geschäfte. Die städtische Wirtschaftsförderung hat sich darum gekümmert, Leerstände in der Stadt zu nutzen. Zwei größere Gewerbetreibende haben inzwischen Ausweichstandorte gefunden - einer davon am Marktplatz selbst, ein weiterer in der Obergasse.
Brandruine: Kran soll Marktplatz freimachen
Die Brandruine am Marktplatz ist weiterhin abgesperrt. Sicherungsarbeiten laufen, Läden und Wohnungen wurden bereits vollständig ausgeräumt. Jetzt wartet die Stadt auf die Freigabe durch die Versicherung - Marx hofft, dass diese noch diese Woche erteilt wird. Danach soll ein fest installierter Kran auf dem Marktplatz aufgestellt werden, um die Brandreste abzutragen. Erst dann kann der Brandursachenermittler seine Arbeit abschließen.
Notsicherung für den Winter - und erste Pläne für den Wiederaufbau
Für die Zukunft der Gebäude laufen Gespräche mit Eigentümern, Versicherern, Sachverständigen, der Bauaufsicht und dem Denkmalschutz. Zunächst soll eine Notsicherung der Immobilien für den Winter erfolgen. Langfristig zeichnet sich eine mögliche Perspektive ab: Die Fassaden der Häuser sind noch weitgehend erhalten - denkbar wäre, diese zu bewahren und den zerstörten Innenbereich abzureißen und neu zu bauen. Wann ein konkretes Ergebnis vorgestellt werden kann, ist noch offen.
Stadt sagt Danke: Helferfest für 270 Einsatzkräfte
Als Dankeschön an alle, die in der Brandnacht und danach geholfen haben, veranstaltet die Stadt am Freitag ein Helferfest. Rund 270 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Polizei - die „Blaulichtfamilie", wie Marx sie nennt - sind eingeladen. „Das ist das Minimum, was wir als Stadt machen können, um auch einfach nochmal Danke zu sagen", so der Bürgermeister im Gespräch mit HIT RADIO FFH.