Großer Waldbrand in Hessen - Forstminister Jung war vor Ort
Nach einem der größten Waldbrände der vergangenen 30 Jahre in Hessen hat sich Forstminister Ingmar Jung im Forstamt Hanau-Wolfgang ein Bild der Zerstörung gemacht. Der rasche Einsatz der Retter habe noch größere Schäden verhindert, heißt es aus dem Ministerium. Um künftige Brände einzudämmen, setzt das Land nun auf gezielte Prävention.
Rund 30 Hektar Wald fielen den Flammen im Bereich Rodenbach bei Hanau zum Opfer. Das entspricht etwa 40 Fußballfeldern. Laut Feuerwehr war die tatsächliche Einsatzfläche mit gut 51 Hektar sogar noch etwas größer.
Dank an die Feuerwehr
Die beteiligten Einsatzkräfte hätten hochprofessionell und mit großer Geschwindigkeit gegen die Flammen gekämpft. Durch dieses entschlossene Handeln konnten benachbarte Waldbestände geschützt werden, betonte der Minister vor Ort.
Das rasche Zusammenwirken von Feuerwehr und Forstleuten habe an vielen Stellen Schlimmeres abgewendet. Den Angaben zufolge gab es im laufenden Jahr in Hessen bereits rund 140 Waldbrände.
Neue Bäume und mehr Wasser
Um die Brandgefahr langfristig zu reduzieren, baut der Landesbetrieb HessenForst die Wälder um. Reine Nadelwälder sollen durch artenreiche Mischwälder ersetzt werden. Dabei rücken laut Ministerium vor allem robustere Baumarten wie die Roteiche in den Fokus, die weniger anfällig für Trockenstress sind.
Zudem soll der Wasserrückhalt im Wald gefördert werden. Durch die Renaturierung von Mooren und das Anlegen von Teichen sollen feuchtere und damit brandresistentere Bereiche entstehen, heißt es von der Forstverwaltung. Dafür fließen Millionenbeträge aus dem hessischen Klimaplan.
Digitale Karten und Löschrucksäcke
Auch bei der technischen Ausstattung rüstet das Land auf. Alle Revierleiter sind den Angaben zufolge mittlerweile mit speziellen Löschwasserrucksäcken ausgerüstet. Zudem erleichtern neue Forstschlepper die Arbeit direkt im Brandgebiet.
Um im Einsatzfall keine wertvolle Zeit zu verlieren, greifen die Retter auf digitale Waldbrandeinsatzkarten zurück. Diese zeigen den Feuerwehren schnell, in welchem Zustand die Waldwege sind und an welchen Orten mobile Wasserbehälter aufgebaut werden können. Gemeinsame Übungen von Forstamt und Feuerwehr sollen die Abläufe weiter festigen.