Finale Deutscher Schulpreis 2026: 2 hessische Schulen dabei
Zwei hessische Schulen dabei - Finale für den Deutschen Schulpreis 2026
In zwei hessischen Schulen steigt gerade die Aufregung. Die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf und das Georg-Christoph-Lichtenberg-Oberstufengymnasium in Bruchköbel gehören zu den 15 Finalisten des Deutschen Schulpreises 2026. Er wird am Dienstag (29.09.) in Berlin verliehen.
Zuvor hatte eine Jury die Schulen besucht und im Unterricht hospitiert.
Das Lichtenberg-Oberstufengymnasium Bruchköbel
Rund 660 Jugendliche besuchen das Oberstufengymnasium in Bruchköbel und arbeiten gemeinsam auf das Abitur hin. Die Jugendlichen bekommen laut dem deutschen Schulportal intensive Unterstützung durch ihre Klassenleitungen und regelmäßig Feedback. Ältere Schülerinnen und Schüler unterstützen jüngere in einem Tandemprogramm. Auch KI wird im Unterricht eingesetzt.
Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf
Mit etwa 2.000 Schülerinnen und Schülern ist die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf eine der größten Gesamtschulen in Hessen. Ein Großteil von ihnen kommt ohne Gymnasialempfehlung an die Schule. Trotzdem machen 66 % von ihnen am Ende Abitur. “Das ist einfach eine Zahl, die für sich total spricht”, freut sich der Mathe- und Physiklehrer Julian Fischer. Der stellvertretende Schulleiter Anthony Amokwe fügt hinzu: “Das Abitur ist nicht alles, aber es zeigt, dass es uns gelingt, im Verlauf des Schulwegs eines Kindes dieses fortlaufend zu fördern und zu unterstützen und zum Erfolg zu bringen.”
"Hier kannst du einfach sein, wie du willst"
Für Flora zeigt sich der Unterschied im Alltag. Sie ist in der 8. Klasse an die Schule gewechselt, erinnert sich an ihre alte Schule und zieht einen klaren Vergleich: "Ich finde, hier in der Bertha kannst du einfach sein, wie du willst." Sie schildert, wie Lehrkräfte auf ihre chronische Erkrankung eingehen, ihr Materialien zuschicken und jederzeit für Fragen erreichbar sind.
Kreative Räume und Lerncoaches
Die Schülerin Leila erzählt von einem anderen Punkt, den sie an der Schule schätzt: die kreativen Freiräume. In den Pausen stehen eigene Kunst- und Musikräume offen, in denen Jugendliche und junge Erwachsene Instrumente ausprobieren oder malen können. Schüler Fratorak sagt über den Unterschied zu seiner früheren Schule: An der Bertha-von-Suttner-Schule werde auf jeden Einzelnen eingegangen, etwa durch Lerncoaches und feste Ansprechpersonen.
Eigene KI im Einsatz
Die Bertha-von-Suttner-Schule arbeitet mit einer eigenen KI. Sie heißt „Berta-KI“, ist in die schulinternen Systeme eingebunden und kennt den konkreten Stoff der einzelnen Klassen. Der Lehrer Julian Fischer, der auch KI-Beauftragter an der Schule ist, nennt dazu ein konkretes Beispiel: Über die Online-Lernplattform der Schule können Schülerinnen und Schüler die Berta-KI jederzeit per Klick um Hilfe bitten, wenn sie eine Aufgabe nicht verstehen - auch wenn die Lehrkraft gerade nicht erreichbar ist.
Schülerin Flora erzählt, die KI helfe etwa im Mathematikunterricht vor allem dann, wenn sie eine Aufgabenstellung nicht verstehe oder den Lösungsweg brauche. Nachhilfe habe sie deshalb inzwischen gekündigt. Die KI soll dabei nicht einfach die Lösung liefern. Laut Fischer gibt sie stattdessen Tipps und Hinweise und hilft dabei, selbst auf den Lösungsweg zu kommen.
Aufregung vor dem großen Tag
Vor dem Finale ist die Aufregung an der Schule spürbar. Fratorak fährt der mit nach Berlin fährt, sagt: "Ich zähle schon die Tage runter für die Berlin-Fahrt." Sollte die Bertha gewinnen, sind sich alle einig: Es wird gefeiert. Der Hauptpreis ist mit 100.000 Euro dotiert, fünf weitere Schulen gewinnen jeweils 30.000 Euro. Amokwe kündigt bereits an, das Preisgeld solle unter anderem in eine Neugestaltung des Schulhofs und in eine eigene, unabhängige Serverinfrastruktur für die KI-Systeme der Schule fließen - auch mit Blick auf den Datenschutz.