1. Platz geht nach Hessen - Wir haben die beste Schule Deutschlands
Riesen-Jubel an der Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf! Die Gesamtschule hat den mit 100.000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis gewonnen. Auch in Bruchköbel kann gefeiert werden: Das Georg-Christoph-Lichtenberg-Oberstufengymnasium bekommt über 30.000 Euro Preisgeld. Was die Jury beeindruckte.
Gleich zwei Einrichtungen in Hessen sind in diesem Jahr bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises ausgezeichnet worden. Siegerin ist die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf (Kreis Groß-Gerau). Sie kann sich über ein Preisgeld von 100.000 Euro freuen.
Zu den sechs weiteren Schulen, die deutschlandweit ausgezeichnet wurden, gehört das Georg-Christoph-Lichtenberg-Oberstufengymnasium in Bruchköbel (Main-Kinzig-Kreis), das 30.000 Euro Preisgeld erhält. Bundeskanzler Friedrich Merz überreichte den Hauptpreis am Dienstagvormittag im Studio Berlin in Adlershof.
Das sagt die Jury
Die Bertha-von-Suttner-Schule als Wettbewerbssiegerin zeige nach Ansicht der Jury mit ihren mehr als 2.000 Schülerinnen und Schülern und 250 Lehrkräften eindrucksvoll, wie eine große Schulgemeinschaft gemeinsame pädagogische Ziele konsequent und mit viel Ausdauer verfolge.
"Beziehungsarbeit und Bildungserfolg, Kompetenzorientierung und Wissensvermittlung gehen hier ebenso Hand in Hand wie Leistungsorientierung und Wohlbefinden." Hervorgehoben wird, dass multiprofessionelles Arbeiten und Inklusion die Regel und eine tief verwurzelte Haltung in der Schulgemeinschaft der Gesamtschule seien.
Abi-Quote stark auch ohne Empfehlung
Mit etwa 2.000 Schülerinnen und Schülern ist die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf eine der größten Gesamtschulen in Hessen. Ein Großteil von ihnen kommt ohne Gymnasialempfehlung an die Schule. Trotzdem machen 66 % von ihnen am Ende Abitur.
“Das ist einfach eine Zahl, die für sich total spricht”, freut sich der Mathe- und Physiklehrer Julian Fischer. Der stellvertretende Schulleiter Anthony Amokwe fügt hinzu: “Das Abitur ist nicht alles, aber es zeigt, dass es uns gelingt, im Verlauf des Schulwegs eines Kindes dieses fortlaufend zu fördern und zu unterstützen und zum Erfolg zu bringen.”
"Integration statt Selektion" in Bruchköbel
Das Georg-Christoph-Lichtenberg-Oberstufengymnasium in Bruchköbel zeige laut Jury beispielhaft, wie "qualitätsvolles und wertschätzendes Lernen" gelingen könne. Die Schule führe die Heranwachsenden, die oft "sehr unterschiedliche Bildungsbiografien und herausfordernde Voraussetzungen" hätten, erfolgreich zum Abitur.
"Sie steht beispielhaft für Integration statt Selektion und macht deutlich, welches Potenzial in einer vielfältigen Schülerschaft steckt", urteilten die Preisrichter. Sie bescheinigten dem Oberstufengymnasium, dass es sein Handeln konsequent an den Bedürfnissen der Jugendlichen ausrichte und Bildung nicht nur über Inhalte, sondern auch über Beziehungen, Vertrauen und gemeinsame Verantwortung vermittle.
Preis wird seit 20 Jahren vergeben
Der Deutsche Schulpreis wird seit 2006 für eine besonders gute Schulqualität vergeben. Ausrichter sind die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung. Eine Jury aus Bildungsexperten und Schulpraktikern vergleicht bei den Bewerberschulen sechs Bereiche: "Unterrichtsqualität", "Leistung", "Umgang mit Vielfalt", "Verantwortung", "Schulleben und Netzwerke" sowie "Lernende Schule". Diese Merkmale seien als Kennzeichen guter Schulqualität allgemein anerkannt.