Es waren insgesamt drei Mücken - So kam es zu Malaria-Fällen in Frankfurt
Es waren wohl drei unterschiedliche Mücken - aber sie kamen alle aus Westafrika: Die acht Malaria-Fälle am Frankfurter Flughafen und in Schwanheim sind genetisch entschlüsselt.
Heimische Mücken sind damit als Überträger vom Tisch.
Genanalyse bringt Klarheit
Dem Frankfurter Gesundheitsamt liegen jetzt die Ergebnisse der Genomanalyse des Instituts für Tropenmedizin (ITM) in Antwerpen vor. Untersucht wurden die acht Flughafenmalaria-Fälle aus Sommer und Spätsommer 2026. Das Ergebnis: Die Erreger gehören genetisch zu drei unterschiedlichen Gruppen.
Drei unterschiedliche Mücken
Gesundheitsamtsleiter Prof. Dr. Peter Tinnemann ordnet das Ergebnis ein: „Die untersuchten Malariaerreger konnten genetisch drei unterschiedlichen Gruppen zugeteilt werden. Das stützt die Annahme, dass die Übertragungen durch drei unterschiedliche Mücken passiert sind. Sie sprechen auch gegen den Verdacht, dass heimische Mücken die Überträger des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum waren.“
Wie die Forscher vorgegangen sind
Plasmodium falciparum wird normalerweise durch den Stich einer infizierten weiblichen Anopheles-Mücke übertragen. Das ITM in Antwerpen hat die Parasiten aus Blutproben der Erkrankten extrahiert und per Ganz-Genomanalyse verglichen, wie eng sie miteinander verwandt sind. So ließen sich drei genetisch unterschiedliche Infektionscluster herausarbeiten, die den Erkrankungswellen im Juli, August und September entsprechen. Innerhalb der jeweiligen Cluster waren die Erreger eng verwandt, zwischen den Clustern zeigten sich dagegen deutliche genetische Unterschiede. Für das Gesundheitsamt ist das ein klares Indiz: Es handelt sich um drei voneinander unabhängige Einschleppungsereignisse - nicht um eine durchgehende lokale Übertragungskette.
Spur führt nach Westafrika
Die Analysen liefern auch Hinweise auf die Herkunft der Erreger. „Die genetischen Analysen deuten darauf hin, dass die Malariaerreger ursprünglich aus Westafrika stammen und vermutlich durch infizierte Mücken nach Frankfurt eingeschleppt wurden“, so Tinnemann.
Acht Erkrankte, drei Todesfälle
Insgesamt waren im Sommer und Spätsommer acht Personen erkrankt. Sechs von ihnen hatten sich beruflich am Frankfurter Flughafen aufgehalten und erkrankten Anfang Juli beziehungsweise Mitte August. Im September kamen zwei Erkrankungen bei Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtteils Schwanheim hinzu. Drei der acht Erkrankungen endeten tödlich. Keine der betroffenen Personen war zuvor in einem Malaria-Endemiegebiet gewesen oder hatte eine Bluttransfusion erhalten.
Früherkennung entscheidet über den Verlauf
Malaria tropica ist bei frühzeitiger Diagnose und schneller Behandlung gut und vollständig heilbar. Deshalb kommt es darauf an, bei entsprechenden Symptomen überhaupt an eine Malaria-Infektion zu denken - auch ohne vorherige Tropenreise. Das Gesundheitsamt hat daher die Kassenärztliche Vereinigung Hessen sowie die zuständigen Infektionsschutzbehörden informiert und darum gebeten, Ärztinnen, Ärzte und Klinikpersonal für das aktuelle Malaria-Geschehen zu sensibilisieren.