Rheinstraßenbrücke in Darmstadt - So könnte der Neubau aussehen
Rot-brauner Stahl und komplett ohne Brückenpfeiler: Die Stadtverwaltung hat die Pläne für den Neubau der Rheinstraßenbrücke in Darmstadt vorgestellt. Die wichtigste Zufahrtsstraße der Stadt soll künftig fast doppelt so breit werden, um dem enormen Verkehrsaufkommen dauerhaft standzuhalten. Die geplanten Kosten: 120 Millionen Euro.
Außerdem habe das Hessische Verkehrsministerium eine Planänderung für die Rheinstraßenbrücke in Darmstadt genehmigt. Oberbürgermeister Hanno Benz und Mobilitätsdezernent Paul Georg Wandrey zeigen sich zufrieden mit dem Fortschritt: Die neue Planung biete eine rechtssichere Grundlage.
Verkehr nicht mehr gewachsen
Die aktuelle Brücke ist über 100 Jahre alt und der Belastung im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr gewachsen. Täglich drängten sich bis zu seiner Sperrung laut Stadtverwaltung rund 50.000 Fahrzeuge und 250 Straßenbahnen über das Bauwerk, während unten unzählige Züge durchrollen. Seit der Sperrung wird der komplette Verkehr statt über die Rheinstraßenbrücke stadtein- und -auswärts über einen Einbahnstraßen-Umleitungsring geführt.
“Auf einem guten Weg”
„Wir sind und bleiben auf einem guten Weg“, fassen Oberbürgermeister Hanno Benz und Mobilitätsdezernent Paul Georg Wandrey die aktuelle Lage zusammen. „Auch wenn an der Baustelle selbst nicht täglich Bauarbeiten zu beobachten sind, geht der Prozess voran. Es passiert viel im Hintergrund: vorbereitende Arbeiten im Baufeld und am Bauwerk für die Denkmalauflagen sowie weitere Planungsprozesse und Ausschreibungen, ohne die dieses wichtige Infrastrukturprojekt nicht realisiert werden könnte."
Abbruch rund um Weihnachten 2027
Eine Neuplanung der Brückenkonstruktion war nötig geworden, da die ursprüngliche Planung einen hohen Sperrpausenbedarf hatte (also eine komplette Sperrung des Bahnverkehrs) und die DB InfraGO, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn (DB), ursprünglich geplanten Sperrpausen nicht zustimmte. Auch in der aktuellen Phase des Projekts stelle die Genehmigung von Sperrpausen eine Herausforderung dar, so die Stadt: Der von der DB genehmigte Zeitraum vom 24. Dezember 2027 bis 10. Januar 2028 habe aber Bestand. In dieser Zeit wird der Abbruch der alten Brücke erfolgen.
2028 und 2029 keine Bahn-Vollsperrung
Für 2028 kann DB InfraGO eine Sperrpause genehmigen, die jedoch nicht als Vollsperrung vorgesehen ist. In dieser Zeit sollen Vorarbeiten für die neuen Widerlager der Brücke durchgeführt werden. „Leider hat uns die Bahn eine weitere geplante und für unser Vorhaben zwingend erforderliche Sperrpause im Mai 2029 abgesagt“, so Wandrey. „Die Bahn hat bundesweit zahlreiche eigene Großbauprojekte, die sie gegenüber der Rheinstraßenbrücke priorisiert. Dennoch sei klar: “Wir brauchen diese Sperrpause und hatten kurzzeitig sogar ein juristisches Vorgehen in Betracht gezogen. Es ist aber auch klar: Letztlich müssen wir alle an einem Strang ziehen und konstruktiv zusammenarbeiten.”
Benz und Wandrey als Bahn-Beschleuniger?
„Gemeinsam mit Oberbürgermeister Hanno Benz werde ich mich erneut an die Deutsche Bahn wenden. Unser gemeinsames Ziel ist es, die für den Brückenneubau zwingend erforderlichen
Sperrpausen zu sichern. Die Rheinstraßenbrücke ist für Darmstadt ein zentrales Infrastrukturprojekt und darf nicht hinter anderen Vorhaben zurückstehen“, so Wandrey.
Der weitere Zeitplan
Die Meilensteine des Projekts bleiben dennoch weiterhin bestehen, das bedeutet:
- Abbruch bisherige Brücke: ab Dezember 2027
- Fertigstellung Neubau: 3./4. Quartal 2030
- Betrieb Straßenbahn: 1. Quartal 2031
- Fertigstellung Knotenpunkte: 1./2. Quartal 2031
- Rückbau Einbahnstraßenring (Umleitungsstrecke): 2. Quartal 2031