Gegen Hitzefrei als Dauerlösung: Was Kitas und Schulen tun
Gegen Hitzefrei als Dauerlösung - Was in Kitas und Schulen jetzt passiert
Hitzefrei an Schulen gibt es schon lange, diesen Sommer stellten teilweise auch Kitas ihre Betreuung ein - zu heiß in den Räumen, zum Beispiel für den Mittagsschlaf, so die Begründung. Doch wie bereiten sich Städte und Kreise vor, dass Ausfall nicht zur Dauerlösung wird?
Gerade in den Kitas haben Eltern zuletzt oft auf eigene Faust versucht, Klimageräte aufzutreiben - beispielsweise in der Kita Herz Jesu in Obertshausen oder auch in Langen im Kreis Offenbach. Langens Bürgermeister Jan Werner erklärt allerdings, dass ältere, nicht überprüfte Klimageräte zum Versicherungsproblem werden können. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn das Klimagerät einen Brand auslöst.
Höhere Gebühr für Klimaanlagen
Langen geht deshalb einen anderen Weg. "Wir als Stadt werden zukünftig unsere Kita-Gebühren um anteilig 5% erhöhen", sagt Werner im Interview mit Hit Radio FFH. “Und diese 5% werden ausschließlich in die punktuelle Klimatisierung der Kitas gesteckt.” Ziel der Stadt sei es, alle Kitas in Langen flächendeckend mit einer sogenannten Kälteinsel oder einem Kälteraum zu ertüchtigen, damit man im nächsten Hochsommer besser dastehe.
Prüfung in Wiesbaden läuft
Auch Wiesbaden prüft, ob jeweils ein Raum je Kita aktiv gekühlt werden kann, sagt die Stadt auf Nachfrage von Hit Radio FFH. Besser seien aber nachhaltigere Lösungen, denn indirekt trügen Klimaanlagen zum Klimawandel bei. Ihr Stromverbrauch sei hoch, was im Widerspruch zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes stehe.
GEW sieht Handlungsbedarf
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht nach den hohen Temperaturen in diesem Sommer auch bei den meisten Schulgebäuden in Hessen Handlungsbedarf beim Hitzeschutz. "Systematische Bestrebungen für einen besseren Hitzeschutz an den hessischen Schulen hat es bislang nicht gegeben", bemängelt der GEW-Vorsitzende in Hessen, Thilo Hartmann.
Kultusminister verweist auf Sondervermögen
Kultusminister Schwarz verweist in diesem Zusammenhang auf das Geld aus dem Sondervermögen. Manche Schulträger hätten sich schon auf den Weg gemacht. So seien im Kreis Darmstadt-Dieburg jetzt schon viele Schulen mit Klimaanlagen ausgestattet, sagt Schwarz.
Schüler fordern weitere Anpassungen
Auch aus Sicht von Landesschulsprecher Laurenz Spies muss etwas passieren - und zwar nicht nur in Bezug auf bauliche Maßnahmen. Er fordert als eine der ersten Maßnahmen kostenlose Trinkwasserspender an allen Schulen.
"Sportveranstaltungen nicht im Sommer"
“Man muss sich aber zum Beispiel auch die Bundesjugendspiele und sonstige Sportveranstaltungen, die draußen stattfinden, anschauen”, sagt Spieß. Es mache wenig Sinn, dass sie kurz vor oder nach den Sommerferien stattfinden, stattdessen sollte man sie Richtung Ostern oder Herbst verlegen.