NachrichtenMagazin >

Grasmilben: Was juckt da auf der Wiese?

Was juckt da auf der Wiese? - Grasmilben: Fiese Viecher

© Alan R Walker, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Eine ausgewachsene Grasmilbe

Ein schöner Tag im Garten oder im Park und am nächsten Tag ist die Haut übersät mit fies juckenden, roten Pusteln? Das ist ein deutliches Zeichen für einen Grasmilben-Befall. Das hat es mit den unangenehmen Gästen auf der Wiese auf sich.

Als ob Mücken, Bremsen und Zecken nicht schon genug wären: Auch die Gras- oder Herbstmilbe lauert in der Natur auf uns und bringt einen Juckreiz mit sich, der einen schier in den Wahnsinn treiben kann. Das Fiese: Mit dem bloßen Auge sind die nur ca. 0,2 Millimeter winzigen Sauger kaum zu erkennen und wenn der Juckreiz einsetzt, ist es schon zu spät.

Winzige Parasiten im Garten

Wie der Name schon verrät, lebt die Grasmilbe bevorzugt auf Wiesen. Die ausgewachsenen Milben sind harmlos und leben dicht am oder einige Millimeter tief im Boden. Die im Sommer schlüpfenden Jungtiere leben dagegen parasitär. Sie klettern an Grashalmen nach oben und warten dort auf ihre Opfer. Ob Tier oder Mensch ist den winzigen Krabblern, die zur Familie der Spinnentiere gehören, ziemlich egal. Kommt ein potentielles Opfer in Berührung mit dem Grashalm, lassen die Milben sich abstreifen und machen sich auf die Suche nach unbedeckter, möglichst dünner Haut - zum Beispiel am Knöchel, der Kniekehle oder der Armbeuge. Dort angekommen beißen die Tiere ein winziges Loch und injizieren ihren Speichel, der hilft die Haut aufzuweichen. Die dabei frei werdenden Zellsäfte und Lymphflüssigkeit wird aufgesaugt.

Woher kommen diese kleinen roten Bisse?

Hautarzt Dr Führer aus Gießen bei FFH

Was kann man gegen Grasmilbenbisse tun?

Hautarzt Dr Führer aus Gießen bei FFH

Sind Grasmilben gefährlich?

Hautarzt Dr Führer aus Gießen bei FFH

Da die Milben nur die oberste Hautschicht anbeißen, merken wir davon üblicherweise nichts. Erst 12 bis 24 Stunden später sorgt der injizierte Speichel für die Bildung der typischen, juckenden Pusteln. Zu diesem Zeitpunkt haben die jungen Milben ihr Mahl bereits vollendet und sich vom Körper abfallen lassen. Das macht es schwer nachzuvollziehen, wo genau man sich die Biester eingefangen hat. Die gute Nachricht: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Grasmilben längere Zeit im Haus überleben oder sich gar vermehren. Getragene Kleidung sollte man aber trotzdem in die Wäsche geben, falls einzelne Milben in den Klamotten hängen geblieben sind und dann eventuell noch einmal beißen.

Das hilft gegen Milbenbisse

Im Gegensatz zu einem Mückenstich, der meistens nur wenige Tage juckt, können wir Milbenbisse bis zu zwei Wochen spüren. Da braucht es schon viel Beherrschung, nicht zu kratzen - die man möglichst auch aufbringen sollte. Denn aufgekratzte Haut ist empfindlich für Infektionen, die dann möglicherweise behandelt werden müssen. Die Milben selber übertragen zum Glück keine Krankheiten - wer also nicht kratzt, ist auf der sicheren Seite.

Als Hausmittel gegen die juckenden Stellen helfen kühle Duschen oder kühlende Umschläge. Andere oft empfohlene Hausmittel wie Essig oder Zitronensaft sollte man dagegen eher meiden, da diese zu einer weiteren Reizung der Haut führen können. Eine medizinische Behandlung der Bisse ist normalerweise nicht nötig, der Juckreiz verschwindet von alleine. Sollte er allerdings zu stark sein, kann ein Arzt Cortison-Salben oder ein Antihistaminikum verschreiben, dass den Juckreiz lindert.

© HIT RADIO FFH

Typisches Bild bei Milbenbissen: Viele kleine, juckende rote Pusteln

Habe ich Grasmilben in meinem Garten?

Treten Grasmilben-Symptome häufiger auf, so liegt der Verdacht nahe, dass sie sich im Garten eingenistet haben. Als ersten Test hilft es, einige helle Teller oder weiße Papierblätter auf der Wiese auszulegen. Auf der hellen Oberfläche sind die Milben als kleine rote Punkte gut zu erkennen. 

Das hilft gegen Grasmilben im Garten

Die schlechte Nachricht zuerst: Dauerhaft bekämpfen lassen sich die Milben kaum. Aber ihre Ausbreitung lässt sich gut eindämmen. Die Milben lieben es trocken und warm, etwas Abhilfe schafft es daher schon, das Gras regelmäßig zu wässern. Auch häufiges Rasenmähen hilft gegen den Befall. Dabei werden die Jungtiere, die oben auf den Grashalmen lauern, vom Rasenmäher eingesammelt. Wichtig dabei: Den Grasschnitt nicht im Garten verteilen, sondern in die Bio-Tonne oder auf einem möglichst weit von der Wiese entfernten Kompost sammeln, damit man die Milben nicht noch verbreitet. 

Kinder sind besonders gefährdet

Hautarzt Dr Führer aus Gießen bei FFH

Grasmilben und Haustiere

Hautarzt Dr Führer aus Gießen bei FFH

Was kann man gegen Grasmilben tun?

Hautarzt Dr Führer aus Gießen bei FFH

Auch Haustiere sind gefährdet

Auch Haustiere, die gerne im Garten unterwegs sind, sind beliebte Opfer der Milben. Sollte sich euer Tier häufig kratzen und stellt ihr die typischen roten Pusteln fest, so liegt wahrscheinlich ein Befall vor. Abhilfe schafft: das Fell großzügig mit lauwarmen Wasser und ggf. einem milden Shampoo auswaschen. Auch Schmusedecken und Spielzeug sollte sicherheitshalber gewaschen werden.

Inhalt wird geladen
Marc Adler

Autor
Marc Adler

nach oben