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Kälte-Mythen: Was stimmt und was nicht ganz so!?

Die größten Kälte-Mythen - Wir räumen auf mit eisigen Klischees

Sie hat Hessen fest in der Hand: die Kältewelle lässt uns derzeit frösteln. Doch außer der Tatsache, dass Temperaturen von gefühlten -15 Grad für diese Jahreszeit nicht sehr ungewöhnlich sind... Was stimmt noch? 

Verliert der Mensch wirklich die meiste Wärme über den Kopf, können Entenfüße auf Eis tatsächlich nicht festfrieren und was passiert nun wirklich, wenn wir die Zunge auf kaltes Metall pressen? Zieht euch warm an: Wir räumen mit Kälte-Mythen ein für allemal auf!

Kälte-Mythen: Was stimmt, was nicht?

Können Enten auf Eis festfrieren?

Wäsche trocknet schneller, wenn man sie bei Minusgraden rausstellt

Richtig. Je trockener die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen, also auch die, aus unserer nassen Wäsche. Da die Luft bei kalten Temperaturen oft trockener ist, kann dieser Trick durchaus funktionieren. Generell stimmt es aber dennoch, dass die Wäsche auch bei warmen Temperaturen schnell trocknet, hier allerdings, da die Wärme das Wasser verdampfen lässt.

Enten können mit ihren Füßen nicht auf Eis festfrieren

Richtig. Die Füße der Enten haben eine niedrigere Temperatur als ihre restlicher Körper. Daher verhindern sie auf der einen Seite, dass das Eis unter ihnen schmilzt. Auf der anderen Seite sind ihre Füße allerdings auch warm genug, damit sie nicht darauf festfrieren.

Man kann mit der Zunge an kaltem Metall festkleben

Richtig. Dieser Mythos stimmt und ist sogar gefährlich! Drückt man seine Zunge gegen kaltes Metall, besteht dazwischen eine dünne Flüssigkeitsschicht. Auf Grund der Kälte kann diese aber ganz schnell gefrieren, sodass sich die Zunge nicht mehr vom Metall ziehen lässt. Lösen lässt sie sich schließlich nur, wenn das Eis taut, indem man zum Beispiel kaltes Wasser darüber gießt.

Nase Hochziehen ist gesünder als Schnäuzen

Richtig. Beim Schnäuzen entsteht ein Überdruck, der den infizierten Schleim in die Nebenhöhlen drücken kann. Beim Hochziehen entsteht dagegen ein Unterdruck, sodass dies hier nicht passieren kann.

Zu viel Heizen macht krank

Richtig. Beim Heizen wird die Luft immer trockener. Die trockene Luft trocknet die Schleimhäute aus, sodass diese verletzlich wird und für Krankheitsviren viel leichter zu durchdringen ist.

Mit heißem Wasser taut man die Autoscheibe schneller auf

Richtig. Durch das heiße Wasser schmilzt das Eis auf der Scheibe, sodass diese schneller wieder frei ist. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass das Wasser schließlich auch schnell wieder von der Scheibe entfernt wird, da dieses sonst gleich wieder auf der kalten Scheibe anfriert. Aber Vorsicht: Hat die Scheibe bereits einen Steinschlag, kann sie bei dieser Methode schnell ganz springen. 

Katzenstreu im Auto verhindert, dass die Scheiben beschlagen

Richtig. Katzenstreu entzieht der Luft im Auto seine Feuchtigkeit. Somit kann sich diese nicht mehr auf die kalten Scheiben legen und beschlagen.

Je kälter es ist, desto mehr Hunger hat man

Richtig. Je kälter es ist, desto mehr Energie verbraucht unser Körper, um sich warm zu halten. Durch diesen Energieverbrauch sinkt unser Blutzuckerspiegel. Dies führt schließlich dazu, dass uns unser Gehirn fälschlicher Weise signalisiert, dass wir Appetit oder auch schon wieder Hunger haben.

Frauen frieren schneller als Männer

Richtig. Frauen haben weniger Muskelmasse als Männer. Da unsere Muskeln besonders stark durchblutet werden und die Durchblutung uns warm hält, ist Frauen daher schneller kalt als Männern.

90 Prozent der Körperwärme gehen über den Kopf verloren

Falsch. Diese Annahme stammt noch aus den 50er Jahren. Tatsächlich ist es so, dass wir über den Kopf lediglich 10 Prozent der Körperwärme verlieren.

Hände und Füße sind besonders kälteempfindlich

Richtig. Bei kalten Temperaturen verengen sich die vielen Äderchen in Händen und Füßen, speziell in unseren Fingern und Zehen. Dadurch werden diese nicht mehr richtig durchblutet, wodurch sie kälter werden.

Diesel ist nur bis zu einer bestimmten Temperatur kälteresistent

Teilweise richtig. Jeder Dieselkraftstoff ist bis zu einer gewissen Kälte immun. Wird es aber wirklich kalt, zeigen sich Unterschiede zwischen billigem und teurem Kraftstoff. Denn während der teure auch bei ganz niedrigen Temperaturen flüssig bleibt, fängt der billigere irgendwann an zu sulzen.

Fun-Facts: Was gefriert eigentlich ab wann?

  • - 3 Grad: Jetzt gefriert Bier
  • -4 Grad: Fahrradbremsen gefrieren. Im Bremszug ist oft Wasser
  • -7 Grad: Sekt gefriert - er hat einen höheren Alkoholgehalt als Bier und wird in dickerwändigen Flaschen geliefert
  • -8 Grad: Topfpflanzen, die noch draußen stehen, gehen kaputt
  • - 25 bis - 30 Grad: Auch eine gut gepflegte Autobatterie würde bei diesen Temperaturen einfrieren
  • - 30 Grad: Motorenöl wird zähflüssig und erzielt nicht mehr den gewünschten Effekt
  • - 45 Grad: Langsam gefriert auch Benzin
  • - 114 Grad: Reiner Alkohol friert ein. Mischungen gefrieren schon bei geringeren Minusgraden
Florian Hennefarth

Reporter:
Florian Hennefarth

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