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Wolke am Boden: Wo und warum entsteht Nebel

Die "Wolke am Boden" - Wie Nebel entsteht und wo er auftritt

© dpa

Wenn sich der Sommer langsam dem Ende zuneigt, sehen wir eines wieder häufiger: Nebel. Morgens auf den Straßen sieht man nicht mehr wirklich gut, obwohl es nicht regnet fühlt sich alles feucht an und wie im Horrorfilm verbeitet er eine trübe Stimmung. Aber wie entsteht Nebel eigentlich und wo ist der besonders häufig? Das erklärt Wetterexpertin Anja Awolin...

Warum bildet sich Nebel?

Nebel ist salopp gesagt eine Wolke am Boden. Es gibt aber verschiedene Ursachen, warum der Nebel entsteht. 

Einerseits tritt Nebel auf, wenn die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist. Dadurch kondensiert nämlich der Dampf und schwebt als feine Tröpfchen in der Luft, wie es auch bei Wolken der Fall ist. Zum anderen entsteht er am Boden, da kalte Luft schwerer ist als warme, deshalb unten liegt und auch noch weniger Wasserdampf halten kann, als es warme Luft kann.

Meistens bildet sich Nebel bei Hochdruckwetter, also einer windarmen und ruhigen Wetterlage, da sich die kalten (unten) und warmen (obendrüber) Schichten nicht mischen. Außerdem entsteht im Herbst, Winter und Frühjahr vor allem in Bodennähe oft Nebel. Die Luft in der Nacht bei klarem Himmel kühlt sich stark ab, ist dann mit dem über den Tag aufgenommenen Wasserdampf gesättigt, lässt den Wasserdampf kondensieren und bildet die feinen Tröpfchen

Wo bildet sich Nebel?

Nebel bildet sich unter speziellen Bedingungen, die an jeweils verschiedenen Orten häufig sind. Vorzugsweise entsteht Nebel deshalb an folgenden Plätzen: 

  • in Flusstälern (z.B. im Lahntal)
  • an Seen (z.B. am Edersee)
  • über Feuchtwiesen-Gebieten (z.b. in der Wetterau)
  • in Kessel- oder Muldenlagen, wo die schwerere kalte Luft zusammenläuft  (z.B. in Kassel)
  • da, wo die Luft stark verunreinigt ist, sich also genug Kondensationskerne befinden, an denen sich die Wassertröpfchen gerne festhalten (z.B. im Rhein-Main-Gebiet)

Warum dauert es teilweise so lange, bis sich der Nebel auflöst?

Normalerweise löst die Sonne den Nebel auf, indem sie die Luft erwärmt. Manchmal hilft auch Wind, der die Luft einfach einmal durchmischt. Dadurch steigt dann nämlich die "Mischtemperatur" und die Tröpfchen können sich somit wieder in Wasserdampf umwandeln und unsichtbar werden.

Da die Sonne im Herbst aber eben tiefer steht und nicht mehr so viel Kraft hat, dauert das Auflösen länger. Manchmal schiebt sich über die kalte Luftschicht außerdem noch eine warme drüber - und das ist wie ein Deckel. Es passiert nicht mehr viel an Durchmischen und Austauschen und der Nebel kann so sogar mehrere Tage anhalten.

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