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Die größten Mythen rund ums Radfahren

10 Irrtümer - Die größten Mythen rund ums Radfahren

Wer kennt das nicht? Es ist herrliches Wetter, die Sonne scheint und du unternimmst mit Freunden eine Radtour. Ihr fahrt nebeneinander her, doch plötzlich hupt ein Autofahrer und ruft aggressiv: "Fahrt gefälligst hintereinander!" Aber müsst Ihr das? Und darf ich beim Radeln Musik hören? Hier klären wir zehn Mythen rund ums Radfahren:

Mythos 1: Radfahrer dürfen nicht nebeneinander fahren

Laut Polizei stimmt das grundsätzlich. Es gibt dennoch drei Ausnahmen: in einer Fahrradstraße, also einer Straße, auf der die Radfahrer vor Autos und anderen Verkehrsteilnehmern Vorrang haben; als "geschlossener Verband" von mehr als 15 Radfahrern; und wenn das Nebeneinanderfahren den Straßenverkehr nicht behindert.Radfahrer dürfen auch auf der linken Seite fahren.

Mythos 2: Für Radfahrer gilt das Rechtsfahrgebot

Das Geisterfahren mit dem Rad ist grundsätzlich verboten. Die Polizei gibt den Hinweis, dass der linke Radweg nur dann genutzt werden darf, wenn das Verkehrszeichen "Radfahrer frei" dies gestattet. Auch in Einbahnstraßen dürfen Radler nur fahren, wenn diese extra freigegeben sind.

Mythos 3: Radfahrer müssen bei jedem "Radfahrer absteigen"-Schild absteigen

Dieses Zusatzschild kann nicht zum Absteigen zwingen. Wenn es an einer Baustelle steht, die den Radweg versperrt, darf man trotzdem auf die Fahrbahn ausweichen.

Mythos 4: Musikhören ist verboten!

Das Radeln mit Kopfhörern und ähnlichem ist erlaubt, solange das Gehör nicht wesentlich beeinträchtigt wird, sprich: die Musik nicht so laut gehört wird, dass Signale aus dem Straßenverkehr überhört werden. Wird man von der Polizei angesprochen und reagiert nicht, heißt das: ein Bußgeld von 10 Euro.

Mythos 5: Wer betrunken Fahrrad fährt, verliert seinen Führerschein

Nur dann, wenn er schon mehr als vier Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei hat. Ab einem Wert von 1,6 Promille gilt ein Fahrradfahrer als fahruntauglich und begeht somit eine Straftat. Ihm drohen drei Punkte, eine Geldstrafe und eine "Medzinisch-Psychologische Untersuchung" (MPU). Wer den MPU-Test nicht besteht, verliert seinen Lappen. Darüber hinaus ist ein Promillewert von 0,3 relevant: Wenn ein Radfahrer auffällig fährt (zum Beispiel in Schlangenlinien) oder es zu einem Unfall kommt, droht ihm eine Strafanzeige.

Mythos 6: Tempo 50 in der Stadt gilt auch für Radfahrer

Radfahrer sind von der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für Autos nicht betroffen. Wenn eine solche jedoch durch Verkehrszeichen angeordnet ist, ist sie auch für das Fahrrad verpflichtend.

Mythos 7: Fahrräder müssen einen Dynamo haben

Nein, seit Juli 2013 sagt das neue Gesetz, dass auch Batterie- oder Akku-Lampen erlaubt sind. Bis zu diesem Zeitpunkt aber galt: Dynamopflicht.

Mythos 8: Radfahrer dürfen gegen die Einbahnstraße fahren

Auch das kommt auf das Schild darauf an. Es gibt Zusatzzeichen, die darauf hinweisen, ob Radfahren gegen die Autorichtung erlaubt ist oder nicht. Das Verkehrszeichen „Einfahrt verboten“ (roter Kreis mit weißem Querstrich) am Ende einer Einbahnstraße gilt eigentlich für jede Art von Fahrzeugen. Allerdings kann es sein, dass darunter ein weißes Zusatzzeichen angebracht ist, das ein Fahrrad mit dem Wort „frei“ zeigt . Sollte dies so sein, dürfen Radfahrer in die entgegengesetze Richtung der Einbahnstraße fahren.

Mythos 9: Wenn ich mit dem Rad zur Arbeit fahre, kann ich das von der Steuer nicht absetzen

Falsch! Für die Steuererklärung ist es egal, wie Sie in die Arbeit gekommen sind (ob mit Auto, zu Fuß oder Fahrrad). Die Pauschale beträgt 0,30 Euro pro Entfernungskilometer und auf die haben Sie Anspruch.

Mythos 10: Radfahren macht Männer impotent

Jein. Studien belegen, dass es zu Erektionsstörungen durch falsche Haltung beim Radfahren kommen kann. Wenn die Sattelhöhe nicht stimmt, lastet zu viel Gewicht auf dem Unterleib. Das führt zur Einlagerung von schädlichem Kollagen. Und das kann über Jahre die Impotenz begünstigen. Wenn Sie also viel Radfahren, informieren Sie sich am Besten über Ihre ideale Sattelhöhe, damit Sie keine gesundheitlichen Schäden davon tragen.

Nils Grunwald

Reporter:
Nils Grunwald

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