Wo jetzt priorisiert wird - Kommunen kämpfen mit Streusalz-Mangel
So viel Streusalz wurde in Hessen schon lange nicht mehr gebraucht: Bereits jetzt hat Hessen Mobil 90.000 Tonnen Streusalz auf die Straßen gebracht, so ein Sprecher zu HIT RADIO FFH. Und in manchen Kommunen ist das Salz knapp geworden.
Durchschnittlich wurden in den vergangenen 20 Jahren etwa 81.000 Tonnen Salz im Winter verbraucht, so Hessen Mobil. In den letzten Jahren war der Verbrauch auf durchschnittlich 65.000 Tonnen zurückgegangen.
Große Herausforderung
Der aktuelle Winter ist also eine Herausforderung. “Wir haben früh nachbestellt und aktuell noch 50.000 Tonnen auf Lager. Wir haben langfristige Lieferverträge und werden dann vorrangig beliefert. So haben wir genug Streusalz für die Bundes- und Landesstraßen”, so der Hessen Mobil-Sprecher im FFH-Interview.
Kommunen kämpfen mit Knappheit - und horrenden Preisen
Anders sieht es in vielen hessischen Kommunen aus. Da ist das Streusalz knapp geworden, das gebraucht wird, um die Straßen und Gehwege vom Eis zu befreien. So berichtet zum Beispiel Fulda, dass das Streusalz knapp und dadurch horrend teuer geworden sei. Die Kosten pro Tonne hätten sich in Einzelfällen nahezu verzehnfacht - von 60 bis 70 Euro auf rund 500 Euro. Im Januar habe die Stadt schon zu stark erhöhten Preisen Streusalz nachbestellen müssen. Bislang laufe der Räum- und Streudienst noch ohne Einschränkungen. Aber an besonderen Wintertagen würden 100 Tonnen Streusalz an zwei Tagen verbraucht werden. Einsätze müssten besonders vorausschauend geplant werden.
Neuhof und Hünfeld beschränken sich auf Hauptstraßen
Auch in Neuhof werden die Bestände knapp. Bürgermeister Heiko Stolz berichtet im FFH-Interview, dass man sich in seiner Gemeinde nun darauf konzentriere, die Hauptverkehrswege und Hauptstraßen zu streuen. In den Nebenstraßen würde der Schnee meistens nur weggeschoben und gar nicht oder weniger gestreut werden. So handhabt es auch Hünfeld. Dort erwartet man zeitnah eine neue Lieferung an Streusalz.
Probleme auch in Nordhessen
Auch in Korbach und in Bad Zwesten in Nordhessen sind die Vorräte knapp, wie eine FFH-Nachfrage zeigt. Der Bürgermeister von Bad Zwesten berichtet, man habe die Autobahn GmbH um Streusalz gebeten - die habe aber geantwortet, dass sie das Salz selbst bräuchte. In Usingen wurden zwei Lieferungen abgesagt, dennoch reiche der aktuelle Bestand noch aus, berichtet die Stadt. Die Straßenmeisterei habe ausgeholfen. Es sei jedoch unklar, wie lange die Bestände halten, wenn der Winter nochmal aufdreht.
Sparsamkeit und neue Techniken sorgen für Entspannung
Andere Städte sind noch gut versorgt, wie eine FFH-Stichprobe zeigt. In Alsfeld seien die Vorräte gut gefüllt, sagt Bürgermeister Stephan Paule. Und auch Bad Hersfeld habe noch genug Salz, mische es jedoch teilweise mit Splitt, so Bürgermeisterin Anke Hofmann. Bad Soden-Salmünster hat sich durch größere Lagerkapazitäten und moderne Technik gut vorbereitet. Dort nutzt man zum Beispiel auch Feuchtsalz aus Sole, sodass man insgesamt weniger Streugut ausbringen müsse, sagt Bürgermeister Dominik Brasch. Die Marktgemeinde Burghaun ist ebenfalls gut aufgestellt, nutzt aber Streusalz sparsam und beschränkt sich aktuell auf besonders steile Straßen.
K+S: “Durch die hohe Nachfrage sind längere Lieferzeiten nicht zu vermeiden”
Das Bergbauunternehmen K+S sagt: “Wir erhalten jeden Tag sehr hohe Auftragseingänge bzw. Nachbestellungen von unseren Kunden in allen unseren Absatzgebieten. Daher sind derzeit längere Lieferzeiten nicht zu vermeiden. Auch können wir nicht in allen Fällen die gewünschten Mengen vollständig liefern”. Die Bergleute würden Sonderschichten am Wochenende einlegen - und auch in Vertrieb und Logistik werde aktuell zusätzlich am Wochenende gearbeitet. K+S produziere am Tag etwa 20.000 Tonnen Auftausalz und beliefere damit unter anderem Hessen Mobil und Kommunen.