Nächste Verdi-Drohung für ÖPNV - Hier wird in Hessen ab Freitag gestreikt
In Teilen von Hessen läuft gerade noch der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr. Jetzt ruft die Gewerkschaft Verdi bereits zu neuen Streiks auf: Freitag soll bundesweit gestreikt werden und in manchen Regionen auch am Samstag.
In zahlreichen kommunalen Nahverkehrsunternehmen dürften dadurch an den beiden Tagen so gut wie keine Busse und Bahnen fahren. Der Streik soll am Freitag (27.02.) in den frühen Morgenstunden beginnen und je nach Region bis in die Nacht auf Samstag oder Sonntag andauern.
Hier sollen Bussen und Bahnen in Hessen stillstehen
In Hessen wird laut Verdi in Kassel, Gießen, Marburg, Wiesbaden und Frankfurt gestreikt. Aufgerufen sind demnach die gut 5.200 Beschäftigten folgender Unternehmen:
- Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH (VGF)
- der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH Wiesbaden
- der Kasseler Verkehrsgesellschaft AG
- Stadtwerke Gießen AG
- Marburger Verkehrsgesellschaft mbh (MVG)
- Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB) - nur Freitag
Forderung von Verdi
"Offenbar verstehen die Arbeitgeber immer noch nicht, dass es auf Dauer keine funktionierende ÖPNV-Daseinsvorsorge mehr geben kann, wenn wir jetzt nicht entscheidend die Arbeitsbedingungen verbessern", sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle laut einer Mitteilung. "Die Kolleginnen und Kollegen brauchen dringend Entlastung – und die Arbeitgeber brauchen ein klares Signal, dass wir entschlossen sind, für unsere Forderungen zu kämpfen."
Stress für viele vorprogrammiert
Für Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfte es durch den neuerlichen Warnstreik vor allem am Freitag stressig werden - denn sie müssen in der Regel trotzdem pünktlich am Arbeitsplatz sein. Und für Eltern ebenso: Auch Schülerinnen und Schüler können wegen eines Warnstreiks in der Regel nicht einfach zu Hause bleiben. Diese Rechte habt ihr bei Streiks.
Voraussichtlich mehr Autoverkehr an Warnstreik-Tagen
Die Warnstreiks Anfang Februar hatte entsprechend auch Auswirkungen auf den restlichen Verkehr, weil viele Menschen auf das Auto umstiegen. Nach Einschätzung des ADAC war bundesweit ein leichter Anstieg bei Länge und Dauer der Staus zu erkennen.
Staus und stockender Verkehr: die aktuelle Lage auf Hessens Straßen
Zudem stieg dem Fahrdienstvermittler Freenow zufolge in den Morgenstunden die Nachfrage nach Taxis stark. Immerhin: Die Warnstreiks dürften nicht wieder von eisigem Wetter begleitet werden - deutschlandweit werden zweistellige Temperaturen erwartet.
Wie warm wird es? Das Wetter in eurer Region
Verhandlungen vor allem über Arbeitsbedingungen
In den Tarifverhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen - etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.
Verdi kritisiert Verhandlungs-Tempo
"Die Verhandlungen kommen insgesamt kaum voran, obwohl es in einzelnen Bereichen schon vier Runden gab", sagte die stellvertretende Verdi-Chefin Behle. Das sei "mehr als enttäuschend".
Kritik der Arbeitgeber
Auch die Arbeitgeber beklagten zuletzt den fehlenden Fortschritt bei den Verhandlungen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), das größte ÖPNV-Unternehmen in Deutschland, kritisierten beispielsweise, dass Verdi bisher nicht klargemacht habe, welche Forderungen die Gewerkschaft besonders wichtig findet.