Krankengeld bei Kinderbetreuung - Wer wirklich Kinderkrankentage nutzt
Bei der Betreuung kranker Kinder bleiben laut einer Studie der AOK nach wie vor überwiegend berufstätige Frauen zu Hause. 73 Prozent der sogenannten Kinderkrankentage im letzten Jahr wurden von weiblichen Versicherten beansprucht.
Dagegen lag der Anteil der Männer bundesweit bei nur 27 Prozent. Besonders in Bayern war der Männeranteil mit 23 Prozent am niedrigsten, während er in Sachsen mit fast 31 Prozent am höchsten war.
Ungleiche Verteilung der Care-Arbeit
Die Chefin des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann, sagte, dass Kinderkrankentage auch 2025 überwiegend von Frauen genommen würden, zeige die weiterhin ungleiche Verteilung der Care-Arbeit in Familien. "Eltern sollen frei entscheiden können, wer das kranke Kind zu Hause betreut und wer arbeiten geht." Sie wünschte sich aber, dass Männer häufiger von ihrem Rechtsanspruch Gebrauch machten.
Krankengeld für Eltern bei Kinderbetreuung
Falls gesetzlich versicherte Eltern ihre Arbeit wegen eines kranken Kindes unter zwölf Jahren aussetzen müssen, haben sie das Recht auf Krankengeld. Pro Jahr können Elternteile je 15 Kinderkrankentage nutzen, bei Alleinerziehenden sind es 30 Tage. Die Krankenkasse übernimmt dabei in der Regel 90 Prozent des Nettoverdienstes. Bei mehreren Kindern haben Eltern Anspruch auf maximal 35 Tage pro Jahr und Alleinerziehende auf 70 Tage.
Rückgang der Inanspruchnahme von Kinderkrankengeld
Die Nutzung von Kinderkrankengeld bei der AOK ist leicht zurückgegangen. Im Jahr 2025 beantragten 4,6 Prozent der berechtigten Versicherten mindestens einmal Kinderkrankengeld, verglichen mit 4,8 Prozent im Jahr 2024. Der höchste Stand war 2022 während der Corona-Pandemie mit 5,1 Prozent. Im Durchschnitt entfielen 2024 etwa 2,5 Tage auf jeden Kinderkrankenfall. Die Studie stützt sich auf Daten von 14,9 Millionen erwerbstätigen AOK-Mitgliedern.