Absperrungen illegal weggeräumt - Kreuzung wird zur tödlichen Falle
In Bad Homburg hat ein Unbekannter die Absperrungen einer Baustelle komplett abgeräumt und so für eine gefährliche Verwirrung gesorgt. Weil Autofahrer dachten, eine eigentlich gesperrte Kreuzung sei wieder frei, kam es zu einem schweren Unfall. Eine Person wurde dabei schwer verletzt.
Zunächst kursierte laut Feuerwehr eine Falschmeldung in den sozialen Medien, dass die Kreuzung Süd-/Ostring wieder befahrbar sei. Vor Ort war die komplette Beschilderung der Baustelle an sämtlichen Zufahrten tatsächlich entfernt und an die Seite geräumt worden.
Schwerer Unfall auf ungesicherter Kreuzung
Diese Räumaktion war allerdings nicht von der zuständigen Behörde Hessen Mobil veranlasst worden. Ein bislang unbekannter Täter soll die Schilder eigenmächtig beiseitegeschafft haben. Erste Verkehrsteilnehmer gingen den Angaben zufolge davon aus, dass die Sperrung offiziell aufgehoben sei, und fuhren in den Kreuzungsbereich ein.
Das hatte fatale Folgen: An der Einmündung Massenheimer Weg Ecke Ostring kam es zu einem schweren Zusammenstoß. Da die Baustelle eigentlich noch bestand, war auch die Ampelanlage zu diesem Zeitpunkt komplett außer Betrieb.
Feuerwehr wird im Netz stutzig
Die Feuerwehr hatte den falschen Beitrag im Internet bemerkt und sicherheitshalber bei der städtischen Verkehrsbehörde nachgefragt. Eine Überprüfung ergab schnell, dass es keinen offiziellen Auftrag zum Abbau gab, heißt es von der Stadt.
Daraufhin rückte die Stadtpolizei aus, um die vielbefahrene Kreuzung schnellstmöglich wieder abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt war der Unfall mit der schwerverletzten Person laut den Behörden jedoch bereits passiert.
Ermittlungen wegen Straftat
Oberbürgermeister Alexander Hetjes verurteilte die Aktion deutlich. Wer Absperrungen verändere, begehe keinen harmlosen Streich, sondern gefährde bewusst Menschenleben. Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr sind eine Straftat und werden entsprechend strafrechtlich verfolgt.
Zeugen, die Verdächtiges an der Kreuzung beobachtet haben, sollen sich nun umgehend bei der Polizei melden.