Schlappe für Schlipp - Amöneburger Bürgermeister droht Abwahl
In Amöneburg steht ein drastischer politischer Schritt bevor: Die städtischen Gremien wollen Bürgermeister Andre Schlipp per Abwahlverfahren aus dem Amt entfernen. Grund dafür ist eine anhaltende Haushalts- und Verwaltungskrise, die die Stadt laut Kommunalpolitikern zunehmend handlungsunfähig macht.
Die Stadt hat seit dem 1. Januar 2025 keinen genehmigten Haushalt und ist theoretisch handlungsunfähig. Sie befindet sich zurzeit in der vorläufigen Haushaltsführung. Das bedeutet den Angaben zufolge, dass neue Vorhaben, Investitionen und freiwillige Leistungen derzeit kaum noch umsetzbar sind.
Keine Perspektive für den Haushalt
Die städtischen Gremien sehen in der aktuellen personellen Aufstellung an der Rathausspitze keinen Ausweg aus der finanziellen Misere. Es bestünden Zweifel daran, dass die Schieflage unter der derzeitigen Amtsführung ohne massive Hilfe von außen bewältigt werden könne, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.
Sorgen um die Verwaltung
Neben den Finanzen bereitet auch die personelle Situation im Rathaus den Fraktionen Sorgen. Wiederholte Wechsel in der Belegschaft werfen laut den Politikern die Frage nach der nötigen Stabilität auf. Gerade eine kleine Stadtverwaltung sei zwingend auf klare Strukturen und das Halten von Fachwissen angewiesen.
Schlaflose Nächte beim Stellvertreter
„Sie dürfen mir glauben, dass ich auch aufgrund freundschaftlicher Beziehungen zum Bürgermeister manch schlaflose Nacht hinter mir habe,“ verdeutlicht der Erste Stadtrat Markus Dörr, der aktuell die Amtsgeschäfte führt und räumt ein, dass diese Entscheidung niemandem leichtgefallen sei.
Keine persönliche Abrechnung
Die Vertreter von Magistrat und Fraktionen betonen unisono, dass sich der Antrag nicht gegen die Person Andre Schlipp richte. Sie danken dem Bürgermeister ausdrücklich für seinen großen zeitlichen Einsatz. Die politische Verantwortung für die Zukunft und die Handlungsfähigkeit der Stadt zwinge sie nun jedoch zu dem weitreichenden Abwahlverfahren.
Schlipp hat sieben Tage Zeit
Andre Schlipp hat jetzt sieben Tage Zeit, den Beschluss anzunehmen. Ansonsten gebe es einen Bürgerentscheid. Bereits 2005 wurde in Amöneburg ein Bürgermeister abgewählt.