Annett Louisan bei Silvia am Sonntag
Annett Louisan im Interview - "Eine ältere Frau zu sein finde ich sexy"
Musikerin Annett Louisan hat mit „Sehnsucht“ ein neues Album (11.09.) veröffentlicht: „Mein Herz hängt dran, es steckt viel von mir drin (…) Ich sehne mich heute nach anderen Dingen als früher."
Eine reifere, tiefere Stimme
Ihre Stimme habe sich verändert: „Ich finde meine Stimme heute schöner als damals, weil sie noch ein bisschen lebendiger ist und einen kleinen Ticken tiefer, und trotzdem klingt sie noch so jung.“
Spuren des Lebens - und die Kraft der Fehler
Das Leben habe seine Spuren hinterlassen mit all den Fehlern - „Fehler sind doch das Beste im Leben“ -, und das höre man ihrer Stimme an.
Mit Stolz älter werden
Überhaupt wird sie gerne älter: „Ich muss dir ganz ehrlich sagen, ich finde das so sexy, eine ältere Frau zu sein. Ich möchte auch nicht dahin, wo ich schon mal war.“
Das Äußere als ständiges Thema
Sie hat in ihrer Karriere erlebt, wie ihr Äußeres immer Thema war: „Ich habe immer schon Gewichtsschwankungen gehabt. Früher habe ich, wenn ich Alben veröffentlicht habe, von meinem Plattenfirmenchef gehört: ‚Du musst jetzt aber mal zwei Kilo abnehmen.‘ In so einer Welt bin ich aufgewachsen als Künstlerin.“
Zum Glück, so Louisan, habe sich da viel zum Positiven verändert.
Leise Wut im Lied „Weltuntergang"
Sie kann auch mal richtig böse sein in ihren Texten, wie beim Lied „Weltuntergang“: „Wenn man wirklich böse werden will, dann wird man möglichst leise und schreit die Leute nicht an. Dann hören sie auch besser zu, und dann sitzt es auch noch viel stärker. Also, wenn dir jemand lächelnd etwas Hartes ins Gesicht sagt, dann wirkt es noch doller.“
Wendekind mit Blick auf den Mauerfall
Louisan sieht sich als „klassisches Wendekind“; für sie selbst war der Fall der Mauer „das größte Glück“. Sie ging mit ihrer Mutter nach Hamburg: „Ich konnte mich sehr schnell auf alles Neue einlassen. Meine Mutter kam in Hamburg klar.“
Kritische Töne im „Lied von der Freiheit"
Aber die aus Sachsen-Anhalt stammende Louisan weiß, es gibt auch andere Lebensläufe - darüber singt sie in ihrem „Lied von der Freiheit“: „In diesem Lied steckt natürlich auch so viel Verständnis für die Demütigung, den Raubbau, der da betrieben wurde, und die Fehler in der Wiedervereinigung.“
Vielfalt statt Wiederholung auf der Bühne
Sie freut sich sehr, ihr Album und die Musik jetzt mit ihrem Publikum teilen zu dürfen: „Mittlerweile kann ich in meinen Konzerten aus so einem riesigen Repertoire schöpfen und eigentlich jeden Abend eine andere Geschichte erzählen. Je nach Gefühl brauche ich mal das eine, mal das andere. Ich will mich halt nie wiederholen. Es gibt noch so viele Geschichten zu erzählen, das ist das Spannende. Ein großes Privileg, ein Publikum zu haben, das nicht immer nur nach einem Lied schreit, sondern die Möglichkeit zu haben, auf Tour zu gehen und meine neuen Lieder zu spielen. Das ist als Künstlerin für mich ganz großartig.“
Dankbarkeit und Zuversicht für die Zukunft
Bei allen Problemen und Herausforderungen für uns im Zusammenleben schaut die Sängerin hoffnungsvoll in die Zukunft: „Wir leben in einem großartigen Land. Wir gehören zu den fünf Prozent der Weltbevölkerung, denen es so gut geht. Ich bin so dankbar dafür. Wir können aus der Bildung, aus all dem Wissen lernen (…) Ich sehe positiv in die Zukunft.“
Annetts neues Album "Sehnsucht"
Hier könnt ihr das neue Album der deutschen Sängerin hören.