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Elektroauto-Ladestation zu Hause: Die Wallbox

Wallbox: Was sollte man wissen? - Die Elektroauto-Ladestation für zuhause

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Wer ein Elektroauto fährt und es zu Hause laden möchte, kann das an einer sogenannten "Wallbox" tun. Doch wie kann man solch eine heimische Ladestation errichten und was muss dabei beachtet werden? 

Für rund 517.000. Elektroautos (Stand Ende Oktober 2021) in Deutschland gibt es bislang nur rund 26.000 öffentliche Ladestationen. Auch wenn das öffentliche Ladenetz für Elektroautos in Deutschland sich noch im Aufbau befindet und stetig wächst, steigt die Anzahl der zugelassenen Elektroautos viel schneller als die Anzahl der Ladestationen. Auf der sicheren und weniger stressigen Seite ist man also, wenn man eine eigene Ladestation besitzt und weiß, dass man nach Hause kommen und das Auto gleich anstecken kann. 

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Viele öffentliche Parkplätze an Straßen sind zeitlich begrenzt. 

Neben der ständigen Verfügbarkeit, können Komfort, Schnelligkeit und Sicherheit weitere Gründe für die Installation einer eigenen Ladestation sein.

Mit einem Mode-2-Ladekabel für Elektroautos könnte das Auto zwar an der normalen Haushaltssteckdose geladen werden, jedoch braucht man hierbei viel Geduld - denn der Ladevorgang an einer normalen Steckdose kann bis zu 40 Stunden dauern.

Doch das Laden an der Steckdose dauert nicht nur viel länger: Viele Steckdosen und Elektroinstallationen sind gar nicht darauf ausgelegt, über Stunden kontinuierlich die volle Leistung zu bringen. Die Folge kann sein, dass die Sicherung rausfliegt. Im schlimmsten Fall kann das Kabel überhitzen und es fängt an zu brennen.

Bei einer Ladestation bzw. einer sogenannten Wallbox, die auf die hohe Ladeleistung abgestimmt ist, besteht dieses Risiko nicht.

Was ist eine Wallbox und was kann sie?

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Eine Wallbox kann sowohl im Innen- als auch im Außenbereich angebracht werden. 

Eine Wallbox ist, vereinfacht gesagt, eine Wandladestation für Elektroautos und Plug-in-Hybride, die es sowohl für Wände im Innenbereich als auch für Wände im Außenbereich gibt

Wegen des An- und Ausschalters zwischen Stromnetz und Ladeelektronik des Autos, gibt es im Gegensatz zu einer Haushaltssteckdose einen besseren Schutz vor Überlastung des Stromnetzes. Darüber hinaus erhöht die heimische Ladestation die Ladeleistung und es geht weniger Energie ungenutzt verloren.

Worauf sollte man beim Kauf einer Wallbox achten?

Wer eine Ladestation für die heimische Garage oder den Carport kaufen möchte, sollte unbedingt die Ladeleistung seines Elektroautos beachten. Zusammen mit dem Ladekabel und der Ladestation, beeinflusst die Ladeleistung des Autos nämlich die Ladezeit. Das bedeutet, dass selbst die leistungsstärkste Ladestation nichts bringt, wenn das Elektroauto nicht für diese Leistung ausgelegt ist.

Für die Experten vom ADAC, ist eine Ladestation mit 11 kW in den meisten Fällen ausreichend. Wallboxen mit über 11 kW Ladeleistung müssen außerdem vom Stromnetzanbieter genehmigt werden.

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Die Ladestationen für zu Hause gibt es von verschiedenen Herstellern und auch speziell für einzelne Elektroautomodelle. 

Noch ein Fallstrick: Die Stecker von Eletro-Autos sind nicht einheitlich. Inzwischen sind die meisten mit einem Typ 2-Stecker ausgerüstet, seltener jedoch gibt es auch welche mit einem Typ 1-Stecker - vor allem bei Elektroautos vom asiatischen Automarkt, wie zum Beispiel von KIA oder Nissan. Für diese braucht ihr möglicherweise ein passendes Adapterkabel. Bei einer Ladestation mit fest installiertem Ladekabel muss also darauf geachtet werden, dass es zum Stecker am Fahrzeug passt.

Unterscheiden können sich die Wallboxen ebenso im Bedienkomfort. So gibt es beispielsweise auch Boxen mit Display oder Controlpanel, die über den Ladevorgang informieren.

Je nach Ladeleistung und Hersteller, liegt der Preis einer Wallbox zwischen 500 und 2.000 Euro. Dazu kommt noch der Preis für die Elektroinstallation und die Montage, die von einem Fachmann übernommen werden muss.

Doch es gibt Förderprogramme und Zuschüsse: Unter anderem von der Förderbank KfW sowie von verschiedenen Städten und Gemeinden gibt es Förderungen beim Kauf einer Wallbox. Das Land Hessen fördert Ladestationen nur bei Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Dennoch gibt es einzelne Städte in Hessen, wie beispielsweise die Kreisstadt Limburg an der Lahn mit dem Forderprogramm "Limburg elektrisiert", die auch Privatpersonen beim Kauf einer Wallbox fördern. 

Für den Kauf eines Elektroautos gibt es zudem auch 2022 einen staatlichen Zuschuss.

Worauf sollte man bei der Installation einer Wallbox achten?

Im Idealfall sollte die Wallbox in der Garage oder dem Carport angebracht werden. Dort befindet sich das Auto in einem geschützten privaten Raum, wo es problemlos länger stehen und laden kann. Ist alles geklärt, wird die Wallbox von einem Elektriker an der Wand montiert. Der kümmert sich auch um die Installation aller technischen Komponenten.

Es sollte ein günstiger Stromtarif genutzt werden, bei dem die Kilowattstunde weniger kostet als an einer öffentlichen Ladesäule. So gibt es auch Stromtarife mit günstigerem Autostrom - hier macht es Sinn, Angebote verschiedener Stromanbieter zu vergleichen.

Wie kommen Mieter an eine Wallbox?

Während die Installation einer Wallbox im Eigenheim meist problemlos ist, müssen Mieter zunächst mit den Eigentümern sprechen, ob man beispielsweise an dem Parkplatz eine Ladestation installieren lassen kann.

Dem sollte jedoch nichts im Wege stehen - vorrausgesetzt, der Mieter hat einen eigenen Stellplatz: Denn seit dem 01.12.2020 haben Mieter von Wohnungen und Häusern einen rechtlichen Anspruch auf die Installation einer Wallbox an ihrem Stellplatz. Durch das sogenannten "Recht auf Wallbox" ist eine grundsätzliche Ablehnung durch den Vermieter nicht mehr möglich

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Allerdings übernimmt der Mieter oder Miteigentümer die Kosten für Kauf und Installation der Wallbox. Damit gehört die Wallbox auch dem Mieter. Bei Auszug kann die Wallbox entweder mitgenommen oder dem Nachmieter überlassen werden.

Da die Installation einer Wallbox den Wert einer Immobilie erhöht, sollte man aber trotzdem mit dem Vermieter oder den Miteigentümern über eine Kostenbeteiligung sprechen.  

Generell kann es sich lohnen, auch mit den Nachbarn zu sprechen. Denn mit mehreren Beteiligten nach einer Ladelösung zu suchen, spart dem Einzelnen Arbeit und im Idealfall auch Kosten. 

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