Warnstreik in Wiesbaden - Das sollten Buspendler jetzt wissen
In Wiesbaden müssen sich Pendlerinnen und Pendler erneut auf Einschränkungen einstellen: Die Gewerkschaft Verdi ruft für diesen Freitag (20.02.) zu einem weiteren Warnstreik im Nahverkehr der Landeshauptstadt auf. Damit entfallen die meisten der von ESWE Verkehr betriebenen Linien.
Damit geht die Warnstreik-Serie weiter: Zuvor hatte die Gewerkschaft Verdi für diesen Donnerstag vor allem in Frankfurt sowie in Marburg und Gießen zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen hat.
Gewerkschaft ist zufrieden
Viele Busse in Wiesbaden stehen still. Er sei "top zufrieden", wie der ganztägige Warnstreik am frühen Freitagmorgen angelaufen sei, sagte Jochen Koppel von der Gewerkschaft Verdi. Er erwartete mehr Berufsverkehr mit Autos, weil sich wohl auch Fahrgäste hinter ihr Steuer gesetzt hätten.
Der Warnstreik im Tarifkonflikt der kommunalen Verkehrsbetriebe richte sich an rund 1.200 Beschäftigte. Unter ihnen seien etwa 700 Busfahrerinnen und Busfahrer, außerdem Mitarbeiter beispielsweise im Innendienst und in den Werkstätten. Der Arbeitskampf bei der Verkehrsgesellschaft ESWE in Wiesbaden soll mit der letzten Schicht in der Nacht auf Samstag enden.
Regionalbusse fahren weiterhin
Laut der ESWE sind die meisten Buslinien sowie der Rufbus WiMobil vom Warnstreik in der hessischen Landeshauptstadt betroffen. Es gibt jedoch auch Ausnahmen: Busse von Partnerunternehmen sowie Regionalbusse fahren nach den Angaben weiterhin.
Das fährt trotz Streiks
Trotz des Streiks gibt es vereinzelte Fahrmöglichkeiten. So würden die Linien 5, 28, 39 und 46 der Partnerunternehmen sowie die Regionalbusse verkehren, schreibt ESWE Verkehr. Es könne aber auch hier zu Einschränkungen kommen.
Vereinzelt würden die Gemeinschaftslinien 6 und 33 aus Mainz kommend bis zum Bahnhof Wiesbaden Ost fahren, wo Umsteigemöglichkeiten zur S-Bahn bestehen. Anschließend wenden die Fahrzeuge und fahren zurück in Richtung Mainz.
Die Linie 74 fährt laut ESWE vereinzelt. Sie beginnt und endet während des Streiks an der Haltestelle „Friedrich-Bergius-Straße“.
Wende in Tarifverhandlungen
Mit den Aktionen reagierten die Beschäftigten, für die der Tarifvertrag Nahverkehr TV-N gelte, auf eine unerwartete Wende kurz vor Schluss der dritten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Personen-Nahverkehr in Hessen, hieß es. Dabei hatten die Arbeitgeber nach Verdi-Angaben zwei neue Bedingungen auf den Verhandlungstisch gelegt.
So wollten sie eine seit über zehn Jahren tariflich vereinbarte Zulage zur Mitarbeitergewinnung kürzen. Die Zulage solle mit künftigen Tariferhöhungen verrechnet werden. Außerdem solle eine ebenfalls tariflich seit langem gültige Aufstockung des Krankengelds gekürzt werden, so die Gewerkschaft.
Verhandlungen in allen Bundesländern
Die ÖPNV-Verhandlungen werden von Verdi in allen Bundesländern geführt. Es geht in Hessen nicht um die Gehälter der Beschäftigten, sondern um die Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag. Die vierte Verhandlungsrunde steht am 25. Februar an.
Dabei soll es schwerpunktmäßig um die Eingruppierung von Tätigkeiten gehen, wie der für Busse und Bahnen zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Jochen Koppel zuvor gesagt hatte. Der Warnstreik-Tag in Wiesbaden wird bereits der vierte im laufenden Tarifkonflikt sein.