Ergebnisse der Umfrage deutlich - KI-Tools festigen Handysucht bei Kindern
Viele Jungen und Mädchen hängen lange am Smartphone. Immer beliebter werden auch Anwendungen, mit denen man sich per Texteingabe quasi unterhalten kann. Experten dringen auf Schutzregeln.
Videos, Spiele, Chats: Ein problematischer Umgang mit sozialen Medien liegt bei Kindern und Jugendlichen laut einer Studie weiter auf hohem Niveau.
Fast 1,5 Millionen Jungen und Mädchen zwischen 10 und 17 Jahren sind von Social-Media-Sucht bedroht oder schon davon betroffen, teilten die Krankenkasse DAK-Gesundheit und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) nach neuen Umfragedaten mit. Neue Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) mit neuen Risiken stärken die Handysucht.
DAK-Chef Andreas Storm mahnte rasche Regelungen etwa für Altersgrenzen an.
Neue KI-Sprachprogramme schon verbreitet
Programme wie ChatGPT oder Gemini gehören wohl inzwischen bei vielen Kindern und Jugendlichen zum Alltag. Häufig würden sie als Lern- und Informationswerkzeug eingesetzt, sie könnten aber auch einzelne "sozial-emotionale Funktionen" erfüllen.
Emotionale Abhängigkeit kann steigen
Einzelne Befragte gaben an, Chatbots Dinge anzuvertrauen, die sie sonst keinem oder nur engen Freunden erzählen. Studienleiterin Kerstin Paschke wies auf oft bestätigende Reaktionen der Programme hin. Dadurch könnten junge Menschen eine emotionale Bindung zu einem Chatbot entwickeln, die mit psychischen Belastungen einhergehen und problematische Nutzungen begünstigen könne.
Bis zu 200 Minuten Social Media am Tag
Im Schnitt lag die Nutzungsdauer laut der Befragung von Herbst 2025 werktags bei 146 Minuten pro Tag und an Wochenenden bei 201 Minuten pro Tag.
Der Anteil der Kinder mit einer riskanten Social-Media-Nutzung lag demnach bei 21,5 Prozent, hochgerechnet entspreche dies 1,1 Millionen Kindern in Deutschland. Als problematische Nutzung gilt, wenn es etwa zu Kontrollverlusten bei der Nutzungsdauer oder einer Vernachlässigung anderer Alltagsaktivitäten kommt.
"Zigarette des 21. Jahrhunderts"
Social-Media-Apps nutzten Mechanismen wie variable Belohnungen, Dopamin-Trigger und Verstärkungsschleifen. Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen warnte: "Gerade bei Kindern und Jugendlichen, deren Gehirn sich noch entwickelt, führt das zu Kontrollverlust, Abhängigkeit und erhöhter psychischer Belastung – von Angststörungen bis Depressionen."