Arbeitsunfall in Runkel - Vierter Toter nach Unglück
In einer Lederfabrik in Runkel kommt es zu einem schweren Arbeitsunfall. Ein vierter Mann ist nun an seinen Verletzungen gestorben. Die Ermittlungen zur Ursache gehen weiter.
Nach dem Unglück in einer Lederfabrik im mittelhessischen Runkel ist ein vierter Mensch tot. Der 35-Jährige war nach dem Arbeitsunfall am vergangenen Donnerstag in ein Krankenhaus gebracht worden, starb dort aber an seinen schweren Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Die Ermittlungen zur Unglücksursache liefen weiter.
Drei Todesopfer in Grube entdeckt
Drei Mitarbeiter des Betriebs im Alter von 38, 58 und 59 Jahren waren tot in einer Auffanggrube der Lederfabrik gefunden worden. Zwei Männer wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen gerettet, darunter ein weiterer Beschäftigter der Lederfabrik sowie ein Mitarbeiter einer Rohrreinigungsfirma aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur. Um welchen der beiden es sich bei dem 35-jährigen Toten handelt, war zunächst unklar.
Tödliche Kohlenmonoxidvergiftung?
Die Behörden gehen nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass es in der Grube zu einer tödlichen Kohlenmonoxidvergiftung gekommen war. Die Mitarbeiter stiegen demnach wohl nacheinander in die Grube und verunglückten dort. Der genaue Unfallhergang und der Grund, warum sich die Männer in der Grube aufhielten, sind weiter unklar. Am Dienstagabend waren drei Leichen rechtsmedizinisch untersucht worden, die Ergebnisse sind noch nicht bekannt.
Viele Menschen beten bei Trauergottesdienst
Der Arbeitsunfall auf dem Gelände einer Lederfabrik am vergangenen Donnerstag hatte für Trauer und Entsetzen in dem 9.500-Einwohner-Städtchen Runkel gesorgt. Am Freitagabend beteten zahlreiche Menschen in einem Trauergottesdienst für die Toten und Verletzten.
Schwieriger Einsatz an der Unglücksstelle
Da in dem betroffenen Betrieb mit verschiedenen Chemikalien gearbeitet wird, mussten die Einsatzkräfte, die unmittelbar mit den verletzten Personen in Kontakt standen, dekontaminiert und vorsorglich einem Arzt vorgestellt werden. Davon waren etwa 45 bis 50 Einsatzkräfte betroffen.
Die Stadt Runkel hat ein Spendenkonto für Angehörige der Opfer und Rettungskräfte eingerichtet. Die eingehenden Spenden werden zu einem späteren Zeitpunkt jeweils in Rücksprache mit den Angehörigen und beteiligten Rettungskräften anteilig weitergeleitet.
Bankverbindung:
- Kreissparkasse Weilburg
- BIC: HELADEF1WEI
- IBAN: DE45 5115 1919 0141 1510 19
Verwendungszweck: 4861016 (Hilfe für die Opferfamilien)
oder
Verwendungszweck: 4861017 (Unterstützung der Rettungskräfte)
Spendenquittungen können laut der Stadt auf Nachfrage ab einer Höhe von 300,00 Euro ausgestellt werden.
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