Neue Organspende-Regelung geplant - Zustimmung aus Hessen
Zustimmung aus Hessen - Organspende soll neu geregelt werden
Deutschland liegt bei der Organspende deutlich hinter anderen Ländern zurück. Nach Ansicht einer Gruppe von Abgeordneten soll sich das ändern – durch eine umstrittene Neuregelung. Aus Hessen kommt Zustimmung zur Widerspruchslösung.
Eine Gruppe von Abgeordneten über Fraktionsgrenzen hinweg fordert eine grundlegende Neuregelung der Organspende in Deutschland. Ab dem Jahr 2030 soll demzufolge jede und jeder zunächst als Organspender gelten, außer, man widerspricht.
Zu wenig lebensrettende Spenden
Die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann sagte, in den vergangenen Jahren sei bereits viel getan worden, um mehr lebensrettende Spenderorgane etwa durch Verbesserungen in den Krankenhäusern zu erreichen. "Aber alles das hat nichts bewirkt", sagte die Wirtschaftsstaatssekretärin.
Widerspruchsregelung: Jeder ist automatisch Organspender
Die Gruppe schlägt daher eine Widerspruchsregelung vor. Künftig solle jeder volljährige und einwilligungsfähige Mensch möglicher Organspender sein, wenn er eingewilligt oder nicht explizit widersprochen habe, sagte die SPD-Abgeordnete und Ärztin Sabine Dittmar. Connemann ergänzte: "Jeder von Ihnen und von uns kann zum Lebensretter, zur Lebensretterin werden."
Neue ethische Debatte im Bundestag
Eine weitere Gruppe – ebenfalls aus Abgeordneten von CDU, CSU, SPD, Linken und Grünen – hatte vor einer solchen Widerspruchsregelung gewarnt. Diese wäre ein "Grundrechtseingriff", so diese Parlamentarier.
“Niemand wird gegen seinen Willen Organspender”
Dieses Argument wies die Gruppe um Connemann, Dittmar sowie weitere Abgeordneten von Grünen und Linken zurück. "Niemand wird gegen seinen Willen zum Organspender oder zur Organspenderin", versicherte Grünen-Politiker Armin Grau.
Wie ist die Lage in Hessen?
In Hessen haben 2025 63 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet, teilte das Gesundheitsministerium mit. Zum Stichtag 31.12.2025 warteten 601 Patientinnen und Patienten dennoch auf ein Spenderorgan. Gesundheitsministerin Stolz von der CDU fordert ein Widerspruchsregister. „Die Frage ist doch, von was wir als Gesellschaft im Grundsatz ausgehen. Hier bin ich klar für den Grundsatz des „Ja zur Organspende“, so die Ministerin.
Ministerin: “Menschen sollen sich damit verpassen”
"Die Widerspruchslösung und ein einheitliches Widerspruchsregister macht es für die Menschen selber, die Angehörigen, aber auch die Ärzte einfacher, sagte die Politikerin. Wichtig sei, dass sich die Menschen mit dem Thema befassen – ein Nein sei genauso zu respektieren wie ein Ja.
Entscheidung noch 2026?
Der Bundestag steuert erneut auf eine ethische Debatte im Plenum zu, bei der die im normalen Politikbetrieb üblichen Fraktionsgrenzen nicht zählen. Dittmar sagte, angestrebt sei die erste Lesung des Antrags ihrer Gruppe vor der Sommerpause und eine Entscheidung darüber vor Jahresende. Wegen langer Übergangsfristen, während denen die Menschen in Deutschland breit informiert werden sollen, solle das Gesetz dann am 1. Januar 2030 "scharf geschaltet" werden.