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Plan gegen Wohnungsmangel Hubertz will Baukosten senken

Hubertz will Baukosten senken - Aktionsplan gegen Wohnungsmangel

Verena Hubertz
© Michael Kappeler/dpa

Bundesbauministerin Verena Hubertz will die Baukosten drücken und mehr Wohnraum schaffen

In Deutschland fehlen rund eine Million Wohnungen, gerade in Städten ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Nun legt die Bauministerin einen Aktionsplan vor. Doch der Kostendruck mit dem Iran-Krieg ist hoch.

Bundesbauministerin Verena Hubertz will mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen die stark gestiegenen Baukosten in Deutschland senken und den Wohnungsmangel bekämpfen. Die SPD-Politikerin legte bei einer Investorenkonferenz mit Vertretern der Immobilien- und Finanzbranche in Frankfurt einen 13-Punkte-Aktionsplan vor. Darin zielt Hubertz auf mehr Digitalisierung, einfache Bauweisen, schnellere Prozesse und Förderprogramme, die für Bauherren leichter durchschaubar sein sollen.

Hohe Kosten seien einer der Hauptgründe, warum in Deutschland zu wenig gebaut werde, heißt es in dem Plan. Es gehe bei der Reduzierung der Baukosten oft nicht mehr darum, Bauen attraktiver zu machen. "Es geht darum, dafür zu sorgen, dass Bauprojekte überhaupt noch realisiert werden." Die Baukosten seien auf ein "unsägliches Niveau" gestiegen, sagte Hubertz. 

"Papieranträge nur in Härtefällen" 

Mit dem Maßnahmenpaket kündigte sie an, dass Bauanträge ab 2028 nur noch digital möglich seien sollen, das werde zum verbindlichen Regelweg. "Papieranträge sollen dann nur noch in begründeten Härtefällen zulässig sein." Ziel sei eine Digitalisierung vom Antrag bis zur Genehmigung. 

Für Bauherren sollen zudem die verschiedenen Fördermöglichkeiten übersichtlicher werden. Künftig werde die Neubauförderung in einem einzigen Programm Neubau gebündelt. Der Start sei für 2027 vorgesehen. "Die Möglichkeit des Aufbaus von Wohneigentum für Familien ist dabei ein zentrales Kriterium." 

Darüber sollen Planungsprozesse mit standardisierten Datenmodellen beschleunigt werden. Ziel sei es, die Dauer von Bauleitplanverfahrenauf maximal zwei Jahre zu begrenzen. Bisher sind es teils 15 Jahre.

Neubau in der Krise: Tiefstand seit 2012 

Der Neubau in Deutschland stockt seit Jahren wegen gestiegener Baukosten und Kreditzinsen. 2025 wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge 206.600 Wohnungen fertiggestellt, gut 45.000 weniger als im Vorjahr und ein Tiefstand seit 2012. Der Mangel an Wohnraum treibt die Mieten, gerade in Städten. Experten erwarten im laufenden Jahr nur wenig Besserung. 

Zwar sind die Baugenehmigungen zuletzt stark gestiegen, aber der Einbruch in den Vorjahren wirkt nach. Zudem verteuert der Iran-Krieg Baumaterialien wie Bitumen, Stahl und Dämmstoffe und treibt die Energiekosten nach oben - Baufirmen reichen gestiegene Preise an Kunden weiter. Hinzu kommt, dass die Kreditzinsen zuletzt mit Inflationssorgen gestiegen sind. Damit wird es für Hausbauer schwerer, die eigenen vier Wände zu finanzieren, Investoren legen Projekte auf Eis.

Schneller bauen nach Baukastenprinzip

Hubertz will Abhilfe schaffen und auch mit mehr standardisierten Bauweisen den stockenden Neubau ankurbeln. Sie kündigte ein Bonus-System für verkürzte Bauzeiten und reduzierte Kosten in der Neubauförderung an. Wer schnell baut - ob privater Bauherr oder Investor - soll noch etwas mehr Geld bekommen.

Zugleich schaffe dies Anreize für serielles und modulares Bauen mit vorgefertigten Bauteilen. In Deutschland werde oft teuer und konventionell Stein auf Stein gebaut, kritisierte Hubertz. Serielles und modulares Bauen seien in der Baubranche im Aufwind. "Ganze Wohnviertel rollen vom Fließband in der Fabrik."

Wohnungsbau
© Monika Skolimowska/dpa

Der Wohnungsbau in Deutschland stockt - und die Aussichten auf Besserung sind trüb. (Archivbild)

Allerdings sind die Vorbehalte gegen Bauen mir vorgefertigten Bauteilen groß -Kritiker sehen darin neue Plattenbauten. Erst rund zehn Prozent der Gebäude in Deutschland würden mit vorgefertigten Bauteilen errichtet, sagte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), der ebenfalls in Frankfurt um Investoren warb.

Aus der Baubranche kam Lob und Kritik für die Maßnahmen. "Viele Vorschläge des Aktionsplans gehen in die richtige Richtung, aber wir brauchen deutlich mehr Tempo und Ehrgeiz in der Umsetzung", sagte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbands ZDB. 

Der serielle Wohnungsbau etwa sei nicht für Verdichtung und Aufstockung in Innenstädten geeignet und derzeit auch nicht günstiger. Und bei einer von Hubertz geplanten Verlängerung von Abschreibungsmöglichkeiten stimme die Richtung, aber die Ausgestaltung fehle.

Verzögerung bei neuem Gebäudetyp

Der Aktionsplan von Hubertz umfasst aber auch bereits angekündigte Maßnahmen, wie den Gebäudetyp E, der es erleichtern soll, rechtssicher von Standards und technischen Normen abzuweichen - etwa bei Tiefgaragen.

Aus der Bau- und Immobilien kommt die Kritik, dass die Umsetzung des Gebäudetyps E, der noch auf die Ampel-Regierung zurückgeht, zu lange dauert. "Beim Thema Gebäudetyp E haben wir bereits über ein Jahr dieser Legislaturperiode verloren", kritisierte Pakleppa. Hubertz betonte, ein entsprechender Gesetzentwurf solle noch dieses Jahr vom Bundesjustizministerium vorgelegt werden.

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