Hessische Azubis: Starker Rückgang in der Hotellerie
Hessische Azubis - Starker Rückgang in der Hotellerie
Im Jahr 2025 haben in Hessen 32.900 Personen eine Ausbildung begonnen - und damit lernten diese jungen Menschen ihren Beruf parallel im Betrieb und in der Berufsschule. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 3,0 Prozent gesunken - und gegenüber 2015 sogar um 10,5 Prozent.
Um dem Mangel an Fachkräften zu begegnen, ist die Ausbildung junger Nachwuchskräfte ein wichtiger Faktor. Die Bundesagentur für Arbeit bewertet jährlich mit ihrer Engpassanalyse, in welchen Berufsgruppen besonders viele Fachkräfte fehlen.
15 Engpassberufe unter der Lupe
Für Hessen stellte sie 2025 in 16 Berufsgruppen einen Fachkräftemangel fest, 15 davon werden über die Berufsbildungsstatistik erfasst. In diesen 15 Berufsgruppen sank die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge durchschnittlich um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Neun von 15 Berufsgruppen verzeichnen Rückgang
Insgesamt verzeichneten neun der 15 Berufsgruppen gegenüber dem Vorjahr weniger Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger. In fünf Berufsgruppen entwickelte sich die Zahl dagegen positiv, in einer blieb sie gleich.
Hotellerie mit stärkstem Einbruch
In der Hotellerie sank die Zahl der neuen Auszubildenden unter allen Engpassberufen am deutlichsten: 2025 starteten knapp ein Viertel weniger Personen (minus 24,0 Prozent) eine Ausbildung als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2015 schlossen Hotelbetriebe und Auszubildende sogar 45,9 Prozent weniger neue Verträge ab.
Tiefbau und Lebensmittelverkauf legen zu
Zu den Engpassberufen mit positiver Entwicklung gehörte 2025 der Tiefbau: Dort starteten rund 9,2 Prozent mehr Personen eine Ausbildung als 2024 - und sogar 52,4 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Im Verkauf von Lebensmitteln lag die Zahl der Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger 14,7 Prozent höher als 2024, jedoch 39,4 Prozent niedriger als 2015.
Kunststoffbranche halbiert sich im Zehnjahresvergleich
Im Zehnjahresvergleich mit 2015 war der Rückgang in der Berufsgruppe Kunststoff- und Kautschukherstellung und -verarbeitung am stärksten: 2025 gab es dort nur noch halb so viele Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger wie 2015 (minus 52,4 Prozent). Zuletzt stiegen die Ausbildungszahlen in dieser Berufsgruppe jedoch leicht um 3,1 Prozent gegenüber 2024.
Industrie und Handel bleibt größter Ausbildungsbereich - mit Verlusten
Mehr als die Hälfte (56,7 Prozent) der neuen Ausbildungsverträge in Hessen wurden im Bereich Industrie und Handel abgeschlossen. Dort begannen 5,2 Prozent weniger Personen eine Ausbildung als 2024 - und 18,6 Prozent weniger als noch 2015.
Handwerk wächst leicht, Freie Berufe verlieren
Im Handwerk, dem zweitgrößten dualen Ausbildungsbereich mit einem Anteil von 28,9 Prozent, stieg die Zahl 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent. Im drittgrößten Bereich, den Freien Berufen - darunter Arztpraxen und Anwaltskanzleien - sank die Zahl der neuen Auszubildenden dagegen um 7,0 Prozent gegenüber 2024.
87.100 Menschen in Ausbildung - Frauenanteil bei gut einem Drittel
Insgesamt befanden sich 87.100 Personen im Jahr 2025 in einer Ausbildung in Hessen - das sind 0,9 Prozent weniger als 2024. Von allen Auszubildenden waren 35,1 Prozent Frauen und 64,9 Prozent Männer.
Mehr als 23.000 Abschlüsse im Jahr 2025
Ihre Abschlussprüfungen bestanden 23.300 Auszubildende in Hessen im Jahr 2025. Davon waren 62,8 Prozent Männer und 37,2 Prozent Frauen.