Silvia am Sonntag mit Autor und Lehrer Bob Blume
Silvia am Sonntag mit Bob Blume - Über schlechte Noten und gute Lehrer
Podcaster, Autor und Lehrer Bob Blume rät Eltern zu mehr Gelassenheit: „Einfach mal ausatmen und darüber nachdenken, es entspannter anzugehen.“ In seinem aktuellen Buch „Wie kommt mein Kind gut durch die Schule?“ gibt er Eltern konkrete Hilfsangebote: „Was kann ich machen, wenn mein 14-Jähriger keinen Bock hat auf Schule, wenn es immer wieder Ärger mit den Hausaufgaben gibt, wie soll ich mit KI und Medien umgehen?“
Bob Blume im Talk bei Silvia, Sonntag ab 10 Uhr.
"Bei schlechten Noten sollte man etwas Schönes machen"
Das Buch ist wie ein Nachschlagewerk für viele konkrete Situationen: „Die Zeiten sind für uns alle herausfordernd, ich kann das total nachvollziehen, dass Eltern überfordert sind.“ Auch Noten sollte man nicht zu großes Gewicht geben: „Das Wichtigste ist, dass ein Kind mit einer schlechten Note nicht noch zu Hause eins drüber bekommt, weil es sich ja so schon schlecht fühlt.“ Eigentlich, so Blume, „müsste man bei einer schlechten Note gerade etwas Schönes machen und danach können wir darüber sprechen, wie es besser werden kann.“ Das Allerwichtigste in der Schule sei die Lust am Lernen zu spüren - Druck erwirke oft das Gegenteil: „Wichtig ist Bestärkung, Ermächtigung und Selbstwirksamkeit - das führt auch zu mehr Erfolg.“
"Schulen müssten die schönsten Orte sein"
Das Beste sei, wenn die jungen Menschen auch nach der Schule Lust zum Weiterlernen hätten, „da hört das Lernen ja nicht auf, im Gegenteil, da fängt es ja erst an.“ Und gerade Fächer wie Musik oder eine Theater-AG böten da tolle Möglichkeiten. „Da kommen junge Menschen, die am Anfang anders sind als am Ende. Die stehen anders, die sprechen anders, sie haben viel mehr Selbstvertrauen.“ Bob Blume, der gerade an seiner Promotion arbeitet und als Lehrer beurlaubt ist, vermisst vor allem den Kontakt mit seinen Schülern. „Man kann in den Augen der Schüler sehen, dass man sie besser machen will und das ist so erfüllend.“
Leidenschaft im Lehrerberuf
Viel wichtiger als die Note beim Staatsexamen sei im Lehrerberuf die Leidenschaft. „Wir brauchen Leute, die einen Funken im Auge haben. Wenn ich die Personalgespräche führen würde, dann würde ich genau auf diesen Funken achten.“ Dass Rheinland-Pfalz unangekündigte Tests abgeschafft hat, findet Blume sehr gut: „Sie haben die Wissenschaft auf ihrer Seite. Tests können zuträglich sein, aber nicht die unangekündigten. Die sorgen nur für Stress und bei einem Fünftel der Schüler mit psychischen Problemen brauchen wir nicht noch mehr Druck.“
Optimismus für das Schulsystem
Eigentlich, so Blume, „müssten Schulen die schönsten Orte der ganzen Stadt sein.“ Und wenn er auch, mittlerweile in elf Büchern und in seinem Podcast, vieles in unserem Schulsystem kritisiert, verliert er nie seinen Optimismus. „Man darf nie vergessen, es könnte auch gut werden.“