Metallica im Deutsche Bank Park - Zwei Shows und kein Song ist doppelt
Metallica machen Frankfurt dieses Wochenende zur Metal-Hauptstadt Deutschlands. Rund 70.000 Fans im Deutsche Bank Park und kein einziger Song, den sie an zwei Abenden doppelt hören. Was die Fans heute Abend (22.05.) hören, gibt es am Sonntag (24.05.) nicht mehr: die M72 World Tour.
Die Geduld im Stadion wird spürbar kürzer: erste Zwischenrufe, immer mehr Unruhe, kommen sie noch? Dann steigt plötzlich Nebel auf, Filmmusik setzt ein und tausende Metal Hörner gehen gleichzeitig in die Luft. Erst kommt Drummer Lars Ulrich auf die Bühne, dann die Gitarristen und schließlich Frontmann James Hetfield. Mit dem ersten Akkord am Freitag von „Creeping Death“ explodiert die Stimmung im gesamten Stadion.
Die Show
360 Grad Bühne
Wer zum ersten Mal in eine Metallica-Show der M72-Tour kommt, traut seinen Augen kaum. Die Bühne steht nicht am Ende des Stadions, sondern als riesiger Ring mitten im Innenraum. James Hetfield, Kirk Hammett, Robert Trujillo und Lars Ulrich spielen buchstäblich für alle gleichzeitig. Über das gesamte Stadion verteilt stehen acht riesige zylindrische Videotürme mit 360-Grad-Screens, von denen aus jeder Platz eine perfekte Sicht hat. Überall Lichter, Sound und Menschen, die jeden Song mitsingen.
Kein Song zweimal
Das No Repeat Weekend ist das Herzstück dieser Tour. Was Metallica am Freitag gespielt haben, werden sie am Sonntag kein einziges Mal wiederholen. Über beide Abende stehen mehr als 30 verschiedene Songs auf dem Programm. Auch die Vorgruppen wechseln komplett. Am Freitag haben Gojira und Knocked Loose eingeheizt, am Sonntag übernehmen Pantera und Avatar. Für echte Fans bedeutet das: Wer beide Abende dabei ist, erlebt zwei komplett verschiedene Konzerte. So konnten die Fans zwischen verschiedenen Ticket-Angeboten wählen, ob sie an einem Tag kommen oder das ganze Wochenende dabei sein wollen.
Die Snake Pit
Im Loch des Bühnenrings liegt die Snake Pit, der exklusivste Stehbereich der gesamten Tour. Die Band läuft permanent daran vorbei, der Abstand zum Gitarrenverstärker ist kaum größer als ein Esstisch. So nah waren die Fans ihren Idolen noch nie! Prominenz ist dort übrigens keine Seltenheit. Bei anderen Konzerten der Tour wurde Actionstar Jason Momoa in der Snake Pit gesichtet.
Setlist ohne Schwachstellen
Nonstop Headbang an beiden Tagen
Los ging es mit am Freitag mit „Creeping Death“ und schon nach den ersten Sekunden war klar, was das für ein Abend werden würde: laut, brachial und voller Energie. Mit „Harvester of Sarrow“ legte die Band direkt nach, bevor bei „Holier than you“ und „King Nothing“ die ersten Circle Pits im Innenraum entstanden. Bei „The Unforgiven“ am Sonntag sang das komplette Stadion mit. Und mit „Fuel“ am Freitag drehte Metallica die Stimmung dann nochmal komplett hoch: Feuer, harte Gitarrenriffs und tausende Fans, die gleichzeitig die berühmten Metal-Hörner in die Luft hielten. Am Sonntag zeigte die Band mit „Fade to Black“ und „Wherever I May Roam“ aber auch die düstere und emotionalere Seite ihrer Musik.
Metallica singt SGE Hymne
Doch womit keiner gerechnet hatte: Beim Kirk and Rob Doodle jammten Gitarrist Kirk Hammett und Bassist Robert Trujillo gemeinsam. Und zwar mit der berühmten Hymne von Eintracht Frankfurt: „Schwarz und Weiß wie Schnee"! Mitten in der Show spielen die beiden eine improvisierte Jam-Session, den sogenannten Kirk and Rob Doodle, der bei jeder Show anders klingt. In Frankfurt lieferten Kirk und Rob mit „Nothing Else Matters" den emotionalsten Moment an Freitagabend. Dann zog die Band noch einmal alle Register am Sonntag: „One" mit dem ikonischen Maschinengewehr-Intro von Lars Ulrich. Das Finale gehörte „Master of Puppets"(22.05.) und „Enter Sandman" (24.05.) und rund 70.000 Menschen, die jede einzelne Zeile kannten.
Fans
Fans voller Begeisterung
Die Stimmung im Stadion war durchgehend friedlich trotzdem lag unglaublich viel Energie in der Luft. Selbst auf den Sitzplätzen hielt es kaum jemanden auf dem Platz: Überall gingen die Arme nach oben, Fans sangen laut mit und bangten im Takt der Songs. Im Innenraum bildeten sich immer wieder kleine Circle Pits, dazwischen vor allem eins: strahlende Gesichter. Viele Fans sind extra für das Konzert nach Frankfurt gereist, manche aus Hannover oder München, andere sogar aus Dänemark. Am FFH-Mikro erzählten einige, dass man seine Kindheitshelden eben nicht alle Tage live erleben kann.
Lars und sein wanderndes Schlagzeug
Das Schlagzeug ist bei Metallica gleich viermal aufgebaut: Rund um die Ringbühne stehen identische Drumkits, an denen Lars Ulrich im Laufe des Konzerts immer wieder Platz nimmt. Wie er der New York Times in einem Interview erklärte, entstand daraus das Konzept, jede Stadionseite gleichermaßen einzubinden. So wechselt er während der Show zwischen den verschiedenen Positionen und jede Ecke des Stadions erlebt den Drummer irgendwann aus nächster Nähe.
Wilde Gitarren-Designs
Die Band setzt insgesamt auf einen sehr schlichten Look, der Fokus liegt komplett auf der Musik und der Wucht der Songs. Neben dem festen Drumset sorgen vor allem die Instrumente für Abwechslung: Immer wieder greifen James Hetfield und Kirk Hammett zu neuen Gitarren mal knallrot mit Glitzer, mal in Schlangenoptik, in Lila oder sogar in einer gezackten weißen Variante. So entsteht nicht nur musikalisch, sondern auch optisch ein ständig wechselndes Bild auf der Bühne.