Nach Horror-Fahrt in Gießen - Polizei warnt vor Hetze gegen Held
Eigentlich ist er ein Held, aber er wird gerade in den sozialen Medien massiv angefeindet, bedroht und beleidigt, sagt die Polizei jetzt - nach der Horrorfahrt von Gießen kurz vor Weihnachten. Da werde der 29-jähriger BMW-Fahrer als Täter dargestellt, dabei habe er keine Straftat begangen, sondern dabei geholfen, den eigentlichen Tatverdächtigen zu fassen.
Der 29-Jährige werde fälschlicherweise als Täter beschuldigt, heißt es von der Polizei. Sie warnt davor, falsche Beschuldigungen, beleidigende Inhalte, Bedrohungen oder Hasskommentare gegen unbeteiligte Personen weiter zu verbreiten.
Horrorfahrt kurz vor Weihnachten
Am 22. Dezember kam es an der Südanlage in Gießen zu einem schweren Vorfall. Ein 32-jähriger Audi-Fahrer verursachte laut Polizei mit rücksichtsloser Fahrweise mehrere Unfälle und verletzte Passanten schwer.
BMW-Fahrer zeigte Zivilcourage
Der 29-jährige BMW-Fahrer aus Gießen war nicht der Täter, sondern nach Polizeiangaben ein couragierter Zeuge. Er verfolgte demnach den Audi und stellte sein Auto dann so ab, dass der Audifahrer nicht weiterfahren konnte. Außerdem hielt er laut Polizei den 32-Jährigen bis zum Eintreffen der Polizei fest. Dabei wurde er leicht verletzt . “Sein Eingreifen trug maßgeblich zur Festnahme des Tatverdächtigen bei”, teilt jetzt die Polizei mit.
Warnung vor Konsequenzen
Der BMW-Fahrer verdiene Respekt für seine Zivilcourage, nicht öffentliche Anfeindungen. Dennoch gebe es in sozialen Netzwerken massiven Anfeindungen gegen den 29-Jährigen. Solche Äußerungen könnten strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, teilt die Polizei weiter mit. Dabei gehe es unter anderem wegen übler Nachrede, Verleumdung oder Bedrohung. Die Beamten appellieren, Informationen aus sozialen Netzwerken kritisch zu hinterfragen und sich bei der Bewertung von Ereignissen auf verlässliche Quellen zu stützen.