Warum die Polizei Bürger ehrt - Trotz Risiko für andere eingesetzt
In einer Notsituation nicht wegschauen, sondern eingreifen: Das Polizeipräsidium Südosthessen hat zehn Menschen geehrt, die Verantwortung übernommen und besonderen Mut bewiesen haben. Ob am Bahngleis, im brennenden Haus oder bei gewalttätigen Angriffen – ihr Einsatz hat Schlimmeres verhindert und Leben gerettet.
Um seinen Dank auszudrücken, wurde den Geehrten eine Medaille und eine Urkunde überreicht.
Rettung vor dem Güterzug
In Hanau retteten zwei Männer einer Frau vermutlich das Leben. Sie war am 16. Oktober 2025 in einem emotionalen Ausnahmezustand von einer Brücke auf die Bahngleise gesprungen. Joshua Borton und Patrick Reichel liefen zu der schwer verletzten Frau und zogen sie von den Gleisen, während sich bereits ein Güterzug näherte - und erst genau auf ihrer Höhe zum Stillstand kam. Die Frau erlitt schwere Verletzungen, überlebte aber.
Falscher Polizist gefasst
Kurioser Fall im Mai 2025 in Offenbach: Der 55-jährigen Giovanna M. Zeugin fiel im Ringcenter ein Polizist auf, der sich verdächtig verhielt und keine Dienstwaffe trug. Daraufhin rief die Frau die echte Polizei. Der falsche Polizist stand unter Alkohol- und Drogeneinfluss und besaß keinen Führerschein. Zuvor war er mit einem Auto auf den Parkplatz des Einkaufszentrums gefahren. Zudem fanden die Beamten gefälschte Dokumente.
13-Jähriger ermöglicht Festnahme
Am 6. Mai 2025 soll ein 54-jähriger Mann im Bereich einer Schule in Nidderau zwei Mädchen angesprochen und einem der Kinder gefolgt sein. Der 13-jährige Fabian aus Nidderau beobachtete die Situation, erkannte die mögliche Gefahr und informierte die Polizei. Der Schüler blieb in sicherem Abstand dran und lotste die Polizei per Telefon direkt zur Festnahme des 54-jährigen Verdächtigen.
Rettung aus brennendem Wohnhaus
Ein zufällig vorbeikommender Jogger wurde in Bruchköbel zum Lebensretter. Am 9. Januar 2026 geriet dort ein Wohnhaus in Brand. Ein Bewohner hielt sich noch in dem Gebäude auf. Maximilian Seng bemerkte die Flammen und handelte sofort: Er betrat das brennende Haus und brachte den Bewohner ins Freie. Anschließend alarmierte er lautstark die Nachbarn. Der Gerettete kam verletzt in ein Krankenhaus. Der Retter unterstützte noch beim Einladen in den Rettungswagen und ging anschließend, weil er niemanden im Weg stehen wollte, bescheiden nach Hause.
Zivilcourage stoppt Gewalt
Bei einem Gewaltverbrechen schritt die 38-jährige Frau T. ein. Am 5. Dezember 2025 soll ein Mann in der Nähe des Bahnhofs Offenbach-Bieber eine Frau angegriffen und sie zu Boden geworfen haben. Frau T. eilte sofort zur Hilfe, stellte sich schützend zwischen Täter und Opfer und setzte einen Notruf ab. Durch ihre Rufe wurde Andreas Kaltwasser aufmerksam und unterstützte sie. Trotz aggressiven Verhaltens des Angreifers auch den Helfern gegenüber blieben beide standhaft. Nachdem der Täter der Helferin gegen den Kopf geschlagen haben soll, brachte Andreas Kaltwasser ihn zu Boden und hielt ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Das entschlossene Handeln der beiden verhinderte wohl Schlimmeres.
Lebensrettung an Fußgängerbrücke
Am 13. Januar 2026 entdeckte Jürgen R. in Rodgau eine junge Frau auf einer Fußgängerbrücke, die bereits über das Geländer geklettert war und sich in Richtung Fahrbahn hinübergelehnt hatte. Er sprach sie ruhig an, gewann ihr Vertrauen und konnte sie vom Sprung abhalten. Anschließend zog er die junge Frau zurück über das Geländer und brachte sie in Sicherheit.
Eingreifen bei Attacke auf Elfjährigen
Am 2. Juni 2025 soll ein Mann in Dietzenbach einen elfjährigen Jungen angegriffen und ihn gegen den Kopf getreten haben. Sidelya Demir schritt sofort ein und vertrieb den Täter. Der Junge erlitt eine Gehirnerschütterung und kam in ein Krankenhaus. Nach einer Öffentlichkeitsfahndung stellte sich der Tatverdächtige selbst.
Taxifahrer vereitelt Geldübergabe in Neu-Isenburg
Am 4. Februar 2026 sollte Taxifahrer Tolga Demirci eine Seniorin von Neu-Isenburg nach Frankfurt fahren. Während der Fahrt schilderte die Frau, sie müsse 70.000 Euro abheben, um ihren angeblich festgenommenen Sohn gegen Kaution freizubekommen. Herr Demirci erkannte die typische Betrugsmasche eines sogenannten Schockanrufs. Er klärte die Seniorin auf, verständigte die Polizei und verhinderte so die Geldübergabe. Sein umsichtiges Handeln bewahrte die Frau vor einem erheblichen finanziellen Schaden.