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Ganz Hessen grübelt über der Frage, ob im Winter eigentlich noch heiß geduscht werden darf und wie teuer das dann ist. Nur in den hessischen Energie-Dörfern, die es mittlerweile gibt, da sehen die Menschen das ganz entspannt. Ich bin zu Besuch in Bergheim. Das gehört zur Ortenberg in der Wetterau. Und hier ist man fast autark was heißes Wasser, was heizen, was Energie angeht.
Die Bergheimer setzen auf einen Energiemix. Im Sommer Solarthermie, ums Wasser heiß zu machen und im Winter werden kleine Holzstückchen verfeuert. Sogenannte Hackschnitzel. In der großen Halle am Ofen treffe ich Hartmut Langlitz. Der ist aber kalt. Schon seit Mitte Mai ist der Ofen aus, weil wir die Solaranlage haben, der Ofen wird dann gebracht wieder Mitte September, Ende September, wenns dann wieder kühler wird und die ersten Heizungen dann wieder mehr brauchen.
Wir werfen trotzdem einen Blick mal rein. Ja wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Alles nur Asche. Wo sind denn hier die Hackschnitzel? Die warten in der Pipeline schon auf ihren Einsatz im Herbst. Vor zehn Jahren ging es los in Bergheim mit öffentlicher Förderung, Krediten, mit Leitungen bis an jedes Haus. Ehrenamtlich, aber auch hochprofessionell. Und die Energie, die wurde hier nie teurer.
Und bald ist alles abgeschrieben. Vergangenes Jahr, kam dann die Solarthermie dazu. Das Energiekonzept ist dermaßen gestaltet, dass wir rund achtzig Prozent der Jahresenergie, die im Ort gebraucht wird, über Holzhackschnitzel verfeuern und die anderen zwanzig Prozent jetzt über die Sonne kommen. Im Sommer brauchen viel weniger Energie. Deswegen schafft die Solaranlage zwischen Mai und September den kompletten Betrieb.
Das wollen wir uns angucken. Vorbei geht's an gelagerten Holzstämmen aus den Wäldern ringsum und für Hackschnitzel, da tut es sogar Borkenkäferholz. Solarthermie, das heißt in den Röhren fließt Wasser. Und dieses Wasser heizt die Sonne auf bis zu 95 Grad hoch. Das Wasser kommt in den Tank und geht über Leitungen in die angeschlossenen Häuser im Dorf und macht da das Trinkwasser warm.
Seit das Gas jetzt so teuer wird, wollen immer mehr Bergheimer dabei sein. Selbst die größten Kritiker vom Anfang vor zehn Jahren. Noch mehrmals ungefähr Hundert. Ja wir haben jetzt ungefähr 120 Häuser am Netz und die Interessenslage ist jetzt relativ groß geworden in den letzten Wochen und Monaten. So dass wir jetzt 20 Neuanmeldungen haben, inwieweit wir das umsetzen können, das lassen wir jetzt von Ingenieurbüros prüfen.
Aus ganz Hessen kommen Gruppen, um zu gucken, wie die Bergheimer das denn jetzt machen mit ihrer Energie. Und da ist die Genossenschaft schon auch ein bisschen stolz drauf. Noch mehr freut sie sich aber darüber, dass für sie im Winter die Energiepreise stabil bleiben.